Alle Jahre wieder

Es weihnachtet ganz passabel, die Vorzeichen sind klar. Die Adventskalender haben nur noch 10 Tütchen, an diversen Stellen im Haus sind Geschenke versteckt und inzwischen sprechen wir täglichen über den Tannenbaum (der dieses Wochenende einzieht). Ein weiteres untrügerisches Zeicher dafür, dass es bald so weit ist, ist dass die Kinder kaputt gehen. Denn während allerorts von aufgeregten, überdrehten Zwergen die Rede ist, habe ich es primär mit rotzigen, hustenden, fiebrigen Menschlein zu tun. „Alle Jahre wieder“, hallt es in meinem Ohr, und „Last Christmas“.

Es begann in der letzten November-Woche. Ich freute mich auf den ersten freien Tag seit Menschengedenken und das C-Hörnchen wurde krank. Nach einer Woche war sie saniert und ich atmete auf; kurz und etwas hilflos, denn meine Lunge war dicht. Es hatte mich selbst erwischt. Eine weitere Woche zog sich dahin, ich kampierte im Bett und war nutzlos. Weihnachtsfeiern kamen und gingen, ich blieb. Am Freitag ging es besser und nahtlos reihte sich eine Mandelentzündung im Halse des A-Hörnchens an. Eine weitere Woche verbrachte ich im Krankenlager, pflegen, trösten und m mich selbst bemitleiden. Am kommenden Montag kann er nun endlich wieder zur Schule; und wonder what: Das B-Hörnchen begann gestern den internen Ofen hochzuheizen. Einer raus, einer rein; nächster sein.

Nun ja, Wetten werden angenommen. Werde ich es schaffen bis Heilig Abend vollständig kuriert zu sein? Wer hängt fiebernd unter’m Baum und wer mit Kotzschüssel? Und wen erwischt es im Urlaub zur Jahreswende? Fragen über Fragen, und eine die bleibt: Wieso ist Weihnachten eigentlich nicht im August?

Karma oder so

Nach endlosen Wochen des Dauer-Arbeitens habe ich endlich mal wieder einen Tag frei. Ich habe ihn mir schön geplant, Frühstück mit einer Freundin die ich ewig nicht gesehen habe, Netflix, Ruhe, Badewanne,… All solche Sachen schwebten mir vor und ich konnte es kaum erwarten. Gestern Mittag verabschiedete ich mich überschwänglich auf der Arbeit, zwei Tage würde ich nicht kommen! Ja, dieser freie Donnerstag war ein Highlight und ich liebte ihn schon abgöttisch bevor er angefangen hatte.

Tja, was soll ich sagen? Manchmal weiß ich nicht was ich im Leben falsch gemacht habe, wo ich falsch abgebogen bin oder wann ich dem Schicksal so furchtbar auf die Füße getreten bin. Als erster Wink des Schicksals fand ich im Briefkasten einen Zettel auf dem stand, dass an meinem freien Tag das Wasser abgestellt sein würde. Nun gut, freier Tag ohne Wasser… Mit meiner Freundin könnte ich trotzdem treffen, die Badewanne würde ausfallen, zugegeben und ich dürfte halt nicht also viel Kaffee Trinken, damit ich nicht ständig auf die Toilette muss. Aber was macht das schon? Ein freier Tag bleibt ein Feiertag und der Brauch schon Wasser!?

Dann war das Schicksal aber leider noch nicht fertig damit mir in den Arsch zu treten. Zum krönenden Abschluss bekam das C – Hörnchen Fieber. Nicht zu knapp und – wie dem auch sei – schnell war klar, dass sie an meinem freien Tag zu Hause bleiben würde; ohne Wasser. Und jetzt ist er da, mein freier Tag! Ich habe einige Eimer mit Wasser gefüllt, ich habe Spuck-Schüsseln aufgestellt, ich habe Tee vorgekocht und nun sitzen wir hier, das C – Hörnchen, die Mama und hohes Fieber. Ganz bestimmt wird es ein wundervoller Tag, ohne Toilette, ohne Wasser und ohne frei.

Gestatten: Arschloch!!

Irgendwie wusste ich schon dass der Tag ein Arschloch werden würde, als ich heute morgen um 6.30 Uhr einen Korb Wäsche zusammenlegte – getrieben von einer unsichtbaren Macht, in großer Eile. Dabei war doch alles wie immer. Aufstehen, Bad, Brote, Tisch, Wecken. Ich konnte es nicht greifen, aber ich war in großer Eile! 

Das D-Hörnchen war mürrisch und selbst zum debattieren zu quakig. Seltsam. Das Waschen und Anziehen der kleinen gestaltete sich madig, ständig unterlegt vom  leisen Gejammer des D-Hörnchens. Viel zu spät kam ich nach unten zu den nicht wesentlich besser gestimmten Großen. Schnell kippte ich, vielleicht eine Spur zu lieblos, den Joghurt in die Schüsseln und gab knapp zu verstehen:“In 15 Minuten müsst ihr los!“ Drei Flechtzöpfe später kam dann auch endlich das, nach wie vor jammernde, D-Hörnchen runter und setzte sich missmutig an den Tisch. Er wolle nicht essen ..

… und da flog es auch schon. Das Zwerglein kotze quer über den Esstisch und da wurde es mir klar: Der Tag ist ein Arschloch!! Diesen Ruf wurde er auch, zumindest bis jetzt, nicht los. Alles was ich seit dem tat,  wurde a) von latentem jammern begleitet und war b) ein Kompromiss mit irgendetwas anderen, was ich eigentlich auch machen müsste, wozu aber keine Zeit blieb. Einzig das Aufwischen der Kotzflecken erfolgte immer zügig und konsequent, der Kollateralschaden wäre zu groß gewesen. 

Get a Grippe

Warscheinlich habe ich es herausgefordert, den Teufel quasi an die Wand gemalt. Ich habe es viel zu oft gelobt und gepriesen. Die Hörnchen waren in den vergangenen Monaten fast nie krank. Der Herbst und auch der Winter waren easy und ich wurde euphorisch. Nun hat das Schicksal zugeschlagen. Und es hat gut ausgeholt. 

Vier mal Grippe, ich hatte es erwähnt. Und sie waren wirklich alle über etliche Tage krank. Uns als Eltern hat dieser Zustand teilweise zurück katapultiert in längst vergangene Zeiten. Kind im Ehebett, nachts umher rennen, stunden langes wach sein. Jahre lang war das die traurige Realität in unseren Nächten, in den letzten 1,5 Jahren ist es so viel ruhiger geworden. Über jeweils einige Monate habe ich nachts in zweistunden Takt gestillt, verbrachte meine Nächte auf dem Flur, im Sessel, auf dem Sofa und nur gelegentlich im Bett. Wie habe ich das überlebt? Nun, nach zwei schlechten Nächten bin ich tot.  Warscheinlich bin ich einfach zu alt für das alles und dies ist die Art des Schicksals mir klar zu machen, dass es gut ist kein Baby mehr zu haben. 

Nachtrag: Wer bekommt die Grippe wenn alle Hörnchen wieder gesund sind???? Genau! Das Mutti. Wie sinnlos!!

Gemeinsamkeiten

Gemeinsamkeiten verbinden. Im Falle meiner Hörnchen ist es heute Fieber, das sie verbindet. Ausgesprochen cool finden sie sich alle zusammen. Ich hingegen finde das alles eher so mittel. Fing doch der Morgen so harmlos an. Wie immer standen A- und B- Hörnchen mittels eines Weckers auf während ich oben die zwei Kleinen weckte. Mein erster Gang führte mich (wie immer) zum C-Hörnchen. Ein kurzer Blick ins Bett reichte aus um dem verschlafenen Kind zu sagen: „Schlaf einfach weiter, du bist krank.“ C-Hörnchen hatte mächtig Fieber und drehte sich dankbar wieder um. Im Zimmer des D-Hörnchens sah es zunächst besser aus. Der kleine Kerl schickte mich runter, er wolle ganz allein runter kommen. So schnappte ich mir seine Klamotten uns ging runter.

In der Küche sass das angezogene A-Hörnchen. Eigentlich saß er nicht, er hing. Weiß wie Schnee, und heiß! Ich schickte auch ihn wieder ins Bett. Nur eine Minute später folgte das B-Hörnchen. Bauchweh, Halsweh und.. Fieber! Ab ins Bett hieß es abermals. Nun kam das D-Hörnchen die Treppe runter. Er rieb sich ein Ohr und schaute verwirrt umher. „Wo sind alle denn?“ fragte das kleine Männlein, und ich erklärte: „Alle sind krank.“ D-Hörnchen gab an auch krank zu sein und so miss ich auch bei ihm Fieber – mehr höflich als notwenig wie ich dachte. 38,0. Fieber!

Und so fiebern sie nun, zwischen Bett, Sofa und Küchentisch. Mal mehr mal weniger und zum Glück mit weitestgehend guter Laune. Denn irgendwie ist es ja auch cool, wenn alle das gleiche haben; wenigstens für die Hörnchen.

Urlaubsfieber

Kaum war der erste Urlaubstag um, da hatte C-Hörnchen hohes Fieber. Da die Nacht alles andere als lustig war, und das Hörnchen zunehmend abbaute, gingen wir am nächsten Morgen zum Arzt. Dreieinhalb Stunden später verließen wir die Praxis schon wieder. Mit drei Rezepten und arg dünnen Nerven. Dicke Mandeln aber nichts Schlimmes. Super! Und für diese Erkenntnis haben wir einen ganzen Urlaubstag gegeben. 

Doch wir heißt es so schön:Ein Reisefieber kommt selten allein. Am 2. Tag der C-Hörnchen’schen Krankheit kam die D-Hörnchen’sche noch dazu. Gleiche Symptome, gleiches Resultat. Es gab jeden Tag eine Krankenwache und eine Aktionsteam. Traurig aber wahr, so kann Urlaub auch gehen. 

Pfeiffersches Drüsenfieber 

Öfter mal was Neues.. Die kleinen Hörnchen fiebern nun den 8. Tag; hoch und ausdauernd. Heute waren wir erneut beim Doc um es abklären zu lassen. Und so wurde heute aus einem harmlosen Infekt das, ebenfalls harmlose aber irre nervige, Pfeiffersche Drüsenfieber. Für uns heißt das, dass die Symptome noch einige Tage anhalten können und die Hörnchen unter Umständen noch einige Tage ganzschön abgeschlagen sein werden. 

Ich habe großes Mitleid mit den kleinen, erschöpften Kreaturen. Beide sehen wirklich krank aus und schleppen sich so durch den Tag. Ich würde es ihnen  so gern abnehmen. Nicht auszudenken, wie es mir nach acht Tagen hohem Fieber gehen würde; warscheinlich wäre ich nur noch ein Zombie. Arme kleine Mäuse! Hoffentlich ist das bald vorbei. Das 

Zu früh gefreut 

Letzte Woche telefonierte ich mit unserem Kinderarzt; nur um etwas wegen A-Hörnchen’s Asthma zu besprechen. Im Gespräch erwähnte er, dass wir uns ja diesen Winter wenig gesehen haben und ich sagte euphorisch:“Ja! Dieses Jahr sind alle fit, der Kelch ist an uns vorüber gegangen.“ Mahnend sprach der Doktor, ich solle so etwas niemals sagen

aber es war zu spät. 

Letzte Woche Mittwoch bekam B-Hörnchen Fieber. Donnerstag hatte C-Hörnchen Halsweh. Samstag morgen kotzte das A-Hörnchen und bekam Fieber. Gestern, am Montag schien einmal kurz alles still; bis heute das B-Hörnchen wieder fieberte, und ich D-Hörnchen krank aus der Kita holte. Wir sind verflucht. Ich hätte etwas so dummes niemals sagen dürfen. Nun sind wir verflucht. 

Hospitalisiert

A-Hörnchen Fieber messen, Wadenwickel  holen, machen. B-Hörnchen Fieber messen, Medikamente holen. Runter. Noch Saft dazu, runter. A-Hörnchen verlangt Eimer, rüber. Eimer leeren; runter. Dann schnell wieder rauf. B-Hörnchen friert. Decke, Körnerkissen, runter rennen, dann wieder rauf. Bett vollgekotzt nebenan. Bett beziehen, Mund ausspülen, Waschmaschine. Fieber messen, noch mal Wadenwickel. Frisches Bettzeug von oben holen. Mittagessen wird verlangt, bei B-Hörnchen wirkt was. Pfannekuchen, würgen von oben. Spurt zum Klo – Treffer. Klo putzen, Badematte hat’s erwischt. Schnell zum Pfannekuchen. Essen. Ist mir übel oder ist das vom Kopf. Kein Stillstand, weitermachen. Wäsche waschen, Fieber messen. A-Hörnchen verlangt nach Fernsehen. Beide Hörnchen mit Saft, Salzstangen und Decken vor den Fernseher geparkt. A-Hörnchen nickt ein, will wieder ins Bett. Taumelnden Riesen die Treppe runter geschafft, Körnerkissen und Ibu. Schnell zum B-Hörnchen rauf. Keine weiteren Katastrophen bitte. Ist es wirklich erst halb vier?!