Logik mit drei

D-Hörnchen folgt grad seiner ganz eigenen Logik. Ich bin entzückt! Gestern schauten wir uns ein Pferde-Buch an. Auf einem Bild äppelte das Pferd grad und das Hörnchen auf meinem Schoß fragte, was das Pferd da mache. Ich erklärte, das Pferd macht Aa und das Hörnchen war entsetzt, dass es dafür nicht aufs Klo geht. Also erklärte ich weiter, dass das Aa im Pferdestall immer von den Menschen weg gemacht würde. D-Hörnchen nickte verständig und erkundigte sich ob ich schon einmal Aa von Pferden weg gemacht hätte. Ich verneinte. D-Hörnchen dachte tief und lange nach, schaute immer wieder auf das Buch und fragte dann:“Wann sind wir denn dran mit dem Aa wegmachen?“ 


Für den kleinen Kerl war es offenbar vollkommen logisch, dass es jawohl an der Fürsorge aller Menschen wäre, sich diesem Problem anzunehmen. Logisch! Also, eines Tages kommt die Einberufung vom Equuoalen Verwaltungsamt und da seht dann drin: „Mai 2020; drei Wochen Amerikanische Prärie zum Abäppeln. Die Materialien werden gestellt!“ Ich bin gespannt. 

Weiter im Buch ging es um das Essen der Pferde.


Nachdem D-Hörnchen gesehen hat, dass Pferde Äpen, Karotten und Müsli essen, wurde er abermals sehr nachdenklich. Dann sah er mich an und erklärte mir: „Wenn ich weiter immer das esse, dann werd ich auch bald ein Pferd!“ Denn so muss es sein! Die gewöhnliche Genese der Menschenkinder: Baby, Kleinkind, Pferd, Schulkind,…. Erstaunlich nur, dass ich bei dem zu erwartenden Aufkommen an Pferden in diesem Haus noch nie dran war mit Pferde-Aa wegmachen!

WarzenBrust

Beim Anziehen steht das D-Hörnchen mit nackigem Oberkörper vor mir. Er blickt an sich runter und nimmt die 99 cm kritisch in Augenschein. Nach einigen Sekunden des Innehaltens sieht er mich an und fragt mit kritischer Miene: „Warum haben Jungs Warzen Brust?“ 

Ich fand das eine ungemein kluge Frage, wenn auch irgendwie putzig formuliert. Wir hatten in letzter Zeit viel über Babys und Stillen und Milch und Brüste gesprochen. Auch das D-Hörnchen weiß jetzt bestens Bescheid. Nur dieses eine kleine Bisschen hatte er noch nicht verstanden; sehr berechtigt wie ich finde! Um eine sinnvolle Antwort geben zu können musste ich googeln, was ich dem Hörnchen das erklärte war in etwa: „Eigentlich sehen Mädchen und Jungen halt fast gleich aus; am Anfang im Bauch kann man noch keinen Unterscheid erkennen. Und da Brustwarzen keinem schaden, habe eben beide welche bekommen.“ D-Hörnchen fand das zum Glück ausreichend, denn mit Evolution möchte ich bei nem Dreijährigen dann doch noch nicht loslegen. 

Den Bach runter

D-Hörnchen ruft gern seine Oma an und lädt sie zum Spielen ein. Manchmal lädt er auch sich selbst zu Oma ein oder erzählt von einem wichtigen Ereignis. Oma und D-Hörnchen freuen sich dann und sind schrecklich niedlich. Auch heute wollte D-Hörnchen Oma anrufen. Wie immer wählte ich die Nummer, drückte den grünen Knopf, schaltete den Lautsprecher ein und gab dem Hörnchen das Telefon. Der kleine Kerl hielt es sich erwartungsvoll ans Ohr und wartete. „Tuuuut“ sagte das Telefon. D-Hörnchen blickt gespannt in den Höhrer. „Tuuuut“ sagt das Telefon erneut. D-Hörnchen zweifelte, vielleicht ist Oma nicht da? „Tuuut“ sagt das Telefon ein drittes Mal. Und dann geht Oma dran. D-Hörnchen sagt schüchtern „Hallo!“ Und Oma freut sich seine kleine Stimme zu hören. Oma erkundigt sich was er denn möchte und das zarte Stimmchen spricht leise aber bestimmt:

„Oma, ich möchte mit dir den Bach runter gehen.“ 

Oma verstummt, ich bekomme einen Lachanfall. 

Wir hatten zuvor über diese Redewendung  gesprochen und ich hatte dem kleinen Hörnchen erklärt, dass ein Bach ein kleiner Fluss ist. Alles was das D-Hörnchen wollte war mit seiner Oma am Fluss spazieren zu gehen. Vollkommen logisch. 10 Minuten später war Oma da, und dann sind die beiden gemeinsam den Bach runter gegangen. Schön!! 

Perspektiven 

„Und, was willst du mal werden wenn du groß bist?“ 

A-Hörnchen sagt Barkeeper. 

B-Hörnchen sagt Pferdewirtin. 

C-Hörnchen sagt Pferdereiterin 

und 

D-Hörnchen sagt
Klowischer. 
Was für ein bescheidener Berufswunsch. Irgendwie aber ganz schlau. Wenn man was wird, was keinerlei Voraussetzungen hat, kann man sich die ganze Schulzeit lang drauf berufen, dass man ja eh keinen Schulabschluss braucht. Kluges Kind!! 

In Namensachen

C-Hörnchen fragt:“ Mama, wie heißen Pferde mit Nachnamen?“ Leichtüberfordert beginne ich nachzudenken, komme aber zu keinem logischen Ergebnis. So teile ich dem Hörnchen mit:“ Pferde haben keinen Nachnamen.“ Empört schaut sie ich an und motzt:“Alle haben einen Nachnamen; sogar die Katzen ja auch wie unserer!“ Ein schlagendes Argument wie ich finde, trotzdem weiß ich nicht wie Pferde mit Nachnamen heißen und schlage vor, dass das Pferd ja immer den Nachnamen seines Besitzers haben könnte. C-Hörnchen ist nicht begeistert. „So kann das ja gar nicht sein bei Pferden weil ja gar nicht die Pferde jemandem gehören.“ Ich geriet in Verzweiflung; war ich mir doch der Sache, in Anlehnung an die Katzennachnamen, so sicher. Mein letzter Vorschlag war der, dass „Pferd“ der Nachname wäre, und der Vorname dann zum Beispiel „Amadeus“ oder „Sabrina“ oder „Maharaja“. C-Hörnchen schüttelte sich kräftig, sah mich vernichtend an und sagte:“ Das ist Quatsch Mama! Pferde haben einfach gar keinen Nachnamen!“

Hatte  ich nicht sowas erwähnt????

Schick und Schön

Beim Fernsehen mit dem B-Hörnchen läuft eine Vorschau für so eine Renovier-Sendung, wo irgendwelchen Leuten das ganze Haus schick und schön gemacht wird. Im der Schlussszene sieht man etwa 20 Helfer über ein Feld laufen, in Richtung Haus. Einige tragen leere Bananenkisten, die ihren enormen Kampfgeist symbolisieren. Monumental erkling die Stimme des Sprechers:“Das halbe Dorf hat sich versammelt um der Familie zu helfen!“ 

B-Hörnchen guckt wenig interessiert und kommentiert dann:“Oh! Die Helfer haben sogar Bananen mitgebracht.“ 

Von Hühnern

D-Hörnchen kommt zu mir. Er sagt er wolle die Hühner angucken. Perplex frage ich:„Welche Hühner?“ Er klärt mich auf:„Die Hühner bei Hajo!“ Ich kenne Hajo leider nicht und frage weiter, wer denn Hajo wäre. „Hajo ist der Mann bei den Hühnern!“ klärt D-Hörnchen mich auf. Und er wolle jetzt Hühner gucken, weil er mag Hühner! Wieder frage ich nach, wo denn die Hühner wohnen würden. D-Hörnchen erwidert:„Im Hühnerstall.“ Auf meine erneute Frage, wo denn der Hühnerstall wäre, antwortete er fast genervt:„Bei Hajo!“ Ich denke, ich zweifle.. Wer ist Hajo? Wo ist Hajo? Und warum kenne ich Hajo nicht, ist er doch offenbar in aller Munde. D-Hörnchen quengelt weiter, er wolle jetzt die Hühner gucken. Ich frage weiter, versuche auf geschicktere Art und Weise den Aufenthaltsort der Hühner und Hajos zu erfragen. Immer und immer wieder aber die selben Erkenntnisse: Die Hühner sind im Hühnerstall bei Hajo, der Hühnerstall ist bei Hajo und auf meine finale Frage, wo denn Hajo wohnen würde antwortete D-Hörnchen verzweifelt:„Hajo ist bei den Hühnern!“

Wir konnten Hajos Aufenthaltsort nicht ausfindig machen. Auch nicht den der Hühner. Zum Glück hat er irgendwann etwas anderes gefunden, über das er reden kann. Jetzt will er die Hasen sehen.

Im See

Auf dem Parkplatz des Supermarktes läuft eine Taube. C-Hörnchen fragt ob es eine Ente sei. Ich antworte, dass es eine Taube sei, und Enten ja zum Beispiel im See schwimmen würden. Das leuchtet dem Hörnchen ein und sie beginnt zu sinnieren, was noch so im See schwimmt. 

Enten, Gänse, Fische, Möwen fallen uns schnell ein. Nach einigen Denken auch noch Schwäne, bis C-Hörnchen endlich das aller wichtigste nennt: Krokodile. 

Papa, wie immer!!

Der Menne macht beim Gähnen ein offenbar lustiges Gesicht. Wir sind am Essen und alle Hörnchen fangen an zu kichern; keiner isst. 

Im Spaß sage ich zu den Hörnchen:“Jetzt wird aber gegessen, und bis dahin verbiete ich Papa was zu machen!“ 

Der Menne sinkt im Stuhl zusammen, verzieht kein Gesicht und macht NICHTS. B-Hörnchen guckt über den Tisch und sagt:“Jetzt sieht Papa wieder aus wie immer!“ 

Wieder herrscht Gelächter am Tisch, nur anders.