Zu schlimm.

Es war halb zehn, als das B-Hörnchen gestern Abend weinend in unser Bett kroch. Sie bebte und war ganz aufgelöst. Das, was sie im Fernsehen gesehen hätte, mache ihr große Angst. Sie brauchte lange um zu benennen, was es denn war, das sie so lähmte. Am Ende war es eine gruselige Figur, die ihr im Kopf herumspukte und sie seit inzwischen 1,5 Stunden am Einschlafen hinderte. Der Menne hatte mit den Kindern ferngesehen, zum Glück. So wussten wir wenigstens worum es ging. Mit viel Kuscheln, wenig Worten, einem Teddy von Mama und Licht im Zimmer konnte sie nach einer halben Stunde wieder ins Bett.

Heute morgen thematisierte ich das ganze dann nochmal. Gradezu beschämt gab sie zu „sowas wohl noch nicht sehen zu können“. „Noch nicht“, hallte es in meinem Kopf nach.

Ich selbst kann bis heute keine spannenden oder gruseligen Dinge ansehen – und das wird so bleiben. Ich bin das, was man zart besaitet nennt, ein Weichei. Vor wenigen Wochen waren wir mit Freunden im Kino und haben den aktuellen „Bumblebee“ geschaut. Der turbulente Einstieg mit den vielen Kampfszenen brachte mich nach nur 10 Minuten an den Rand des Kollapses; ich musste die Augen schließen und wäre fast rausgerannt. Auch allerlei Zombie-Stoff führt bei mir unweigerlich zu schlimmen Alpträumen und Panik. Ich kann das nicht!

Das wichtige ist, und das erzählte ich auch meinen Hörnchen heute morgen, dass man das gar nicht können muss. Fernsehen ist keine Wettbewerbsdisziplin. Keine gruseligen Filme schauen zu können ist so egal wie nicht scharf essen zu können. Es hindert einen lediglich am scharfen essen – oder eben daran alles über fsk12 anzusehen. Ich werde es nicht trainieren, werde weiterhin ein Weichei sein und mir ggf. einen Schal ins Gesicht drücken. Ich bin so, das ist ok. Und genauso ok ist es bei meinem kleinen Mädchen.

Ostwind 

B-Hörnchen’s Kindergeburtstag feierten wir (wetterbedingt)  im Kino. „Ostwind“ hieß der Film und mein Kopf war auf ein weiteres Pferde-Melodram eingestellt. Ich rechnete mit viel Pferd-und Reier Romantik, ein bisschen Teenie-Schmalz und einer dünnen Geschichte und wäre nicht enttäuscht gewesen, wenn ich genau das bekommen hätte. 

Schnell war ich von der Stimmung des Filmes begeistert. Kein Kitsch, keine Hektik.  Alles wirkte sehr einladend und authentisch. Ich bekam Lust auf den Film. Schlussendlich hat er mich vollkommen überzeugt. In kindgerechten Happen wurde die Privatisierung von Trinkwasser, gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und den Zusammenhalt in der Gesllschaft angesprochen. Der Film bietet viel Raum für gute Gespräche, Fragen und zum Nachdenken. Ostwind rockt! 

Sparsam und mit offenen Augen 

Ich bin in einer Facebook-Gruppe für ‚kleine Hilfen in unserer Region‘. Dort kommt es immer wieder zu Fragen wie:“ Was kann man mit einem 2 Jährigen heute machen? Zoo, IndoorSpielplatz, Schwimmbad und Kino (!!) hatten wir schon.“

Mich haut sowas um. Mit einem so kleinen Kind kann man so viel machen, so unglaublich vieles was das kleine Gesicht lachen lässt. Steine sammeln, Kantsteine hüpfen, malen, kneten, Spielplatz. Pfützen baden, Gummistiefel ausführen, Flugzeuge angucken, den Bahnhof besuchen. Man kann Höhlen bauen und Laufrad fahren gehen. Man kann Enten am See besuchen und wenn es mal was ganz irres sein soll, dann fährt man in den Park zum Tiergehege. Ich weiß nicht woher der Anspruch kommt, einem kleinen Kind jedes Mal ein riesen Highlight bieten zu müssen. Viel klüger fände ich es, dem kleinen Menschen diese  ganze Welt als Highlight zu verkaufen. Denn für die ersten Jahre sind all die Dinge, die wir schon lange nicht mehr sehen, ein Highlight. Also lasst euch doch von euren Kindern einfach zeigen, was es alles gibt. Denn die wahre Schönheit des Frühlings erkennen nur kleine Kinder, die mit aufgerissenen Augen vor einem Feld Krokusse stehen und es voller Achtung bestaunen. 

Natürlich gibt es Momente für den großen Ausflug. Zoo, Spaßbad und auch IndoorSpielplatz sind irgendwann dran. Geht man aber mit diesen Dingen etwas sparsamer um, hat man am Ende viel länger was davon. Denn schneller als man sich versieht ist auch das dickste Event langweilig und irgendwann hat man alles durch. 

Happy Chaos Day

Der Kindergeburtstag des A-Hörnchens sollte heute im Fokus stehen. Ab 15.00 Uhr war eine Star Wars Party auf dem Spielplatz geplant. Das Wetter der letzen Tage war großartig und wir haben uns sehr gefreut. 

Heute ist es 10 Grad kälter als die letzten Tage. Es regnet immer mal wieder und es ist windig. Ekelhaft!! Die Ausweichaktion wird Kino. Auch gut. 

Die Kleinen Hörnchen habe ich zu Oma und Opa geplant. Schwimmen war angedacht, eine gute Lösung für alle. Außer für C-Hörnchen; die ist heute morgen mit Fieber wachgeworden und ist natürlich nicht mit ins Schwimmbad gegangen. Der Menne hütet nun also das kranke C-Hörnchen und ich den Sack Flöhe. 

Zu allem Überfluss ist die Katze heute morgen operiert worden; sie konnte nicht mehr fressen. Ein Zahn raus, Zahnfleisch entzündet. Und nun machen wir das beste aus diesem Tag und all dem Chaos. 

Die Piñata; dieses Mal als Todesstern.  Seit Jahren ein fester Bestandteil unserer Kindergeburtstage

Bibi und Tina

Heute war ich mit B-Hörnchen im Kino. ‚Bibi und Tina‘ gab es. Ein echter Film mit echten Menschen. Und wie sich rausstellte: Eher für etwas größere Menschen. Nichtsdestotrotz war es ganz großartig. Es kamen Pferde vor und Bibi und Tina. Soweit so erwartet. In einer Szene sah man eine Reihe Jungs von hinten beim Pinkeln. B-Hörnchen quietschte entsetzt:“Iiihhhhh!! Jungs sind so ekelhaft!“ Als am Ende des Film mehrere Teenie-Pärchen knutschend übereinander herfielen, gab es für den Ekel kein halten mehr. Sowas widerliches.  

Hingegen völlig außer Acht gelassen wurde die Sequenz, in der der schöne Held der Teenies vollkommen versehentlich Magic Mushrooms aß und einen mächtigen Trip fuhr. In meinen elterlichen Augen eine arg verharmlosende und Appetit machende Darstellung. Aber sicher nicht für B-Hörnchen. Die fand Affen im Wald vollkommen logisch. 

Freiwillige Selbstkontrolle 

Was ich mich da manchmal frage, wieso gibt es eigentlich für manche Sendungen keine FSK was den IQ angeht. Also zB. FSK 80; diese Sendung ist für Personen mit einem IQ über 80 nicht geeignet. Ich meine, es ist ja höflich, dass man meine Kinder vor Sex und Gewalt schützen will, aber wer schützt mich und meine Lieben vor Dummheit? 

Ich fühle mich da verraten und verkauft. Zwar weiß ich theoretisch, dass die ganz große Offenbarung im FreeTV ausbleiben wird, aber wer schützt mich vor ‚Schwiegertochter gesucht ‚, ‚Verzeih mir‘ oder ‚Frauentausch‘? Und selbst wenn ich das ja heute alles längst weiß, wer schützt meine Kinder. Ich sehe hier ein deutliches Versäumnis. 

Da hilft nur eins. Fernseher raus, Hirn rein. 

May the force be with him

Eine meiner frühesten Weihnachtserinnerungen ist es, dass jedes Jahr bei meinen Großeltern der Fernseher lief. Nicht etwa immer oder einfach so. Nein! Aber jedes Jahr an den Weihnachtsfeiertagen lief ‚Krieg der Sterne‘ im Fernsehen; und das durfte Opa nicht verpassen. So feierten wir Jahr für Jahr mit Luke, Han und Laia Weihnachten. Schön war’s. 

1999 gingen wir ins Kino. Episode1 lief. Mein Opa, meine Mama und ich. Es war, zumindest aus der Sicht ejnes damaligen Teenies, großes Kino. 

Heute habe ich mit meinem Sohn Episode7 gesehen. Wieder dabei: Meine Mama; dieses Mal in der Rolle der Oma. Schon der Vorspann lieferte die erwartete Gändehaut. Das Wiedersehen mit Han Solo, dem Falken und all den Andern rief Begeisterung in drei Generationen  hervor. Es war perfekt. Und nach den eher Matten Filmen meiner Jugend freue ich mich sehr meinen Sohn nun in die Galaxie einführen zu dürfen. 

May the force be with him. 

Der Herr der Ringe 

Mein A-Hörnchen ist ja jetzt ziemlich genau 8,5 Jahre alt. Er ist durchaus klug, pfiffig und recht robust. Und er ist an einer Schule, an der viele Kinder vieles dürfen.  Und erstaunlich viele der großen Jungs (also der 8-9 jährigem) hat tatsächlich schon die ‚Herr der Ringe‘ Filme gesehen. 

Eigentlich haben wir immer felsenfest gesagt :FSK 12. Peng. Und nun habe ich so langsam den Eindruck, dass man mir das Wasser abgräbt. Inzwischen kennt Sohn das Wii Lego Spiel zum Film in und auswendig. Er hat dutzende Bilder rund um Sauron und co gesehen und ist bestens in die Geschichte und Story eingearbeitet. All das geschah ohne unser Wissen und Zutun, einfach nebenbei bei Freuden. 

Und da steht sie plötzlich im Raum. Was ist mir eigentlich lieber? Wenn er den Film demnächst heimlich, nachts bei ’nem Kumpel guckt und über evtl. Fragen nicht mal sprechen darf, oder wenn man versucht einen Geschützen Rahmen zu schaffen… Ist das kompliziert. 

Ben Hur

Gestern Abend konnte ich nicht schlafen, weil ich an Ben Hur denken musste. Und wärend ich so da lag, und an Ben Hur dachte, teilte ich dem Menne mit, dass ich nicht schlafen kann, weil ich an Ben Hur denken muss. 

Was dann geschah war zugleich unfassbar als auch beschämend. Mein einfältiger, ungebildeter Mann hat Ben Hur nicht gesehen. Und nicht nur das. Auch diverse andere Zeugnisse meiner frühsten Jugend sind für ihn weiße Flecken auf der Karte des klassischen Films. Nosferatu, Papillon, Conan, ein Ticket für zwei… All das hat er nicht gesehen. Immerhin kennt er Dudu; wobei ich auch nicht weiß, ob das positiv oder peinlich ist. 

Was bleibt ist die Frage danach, was dieser Mensch eigentlich abends, am Wochenende gemacht hat, als er 10,11 und 12 Jahre alt war. Komische Leute gibt es!!