Wie Unkraut 

Manchmal ist es zum wegrennen. Vor etwa vier Wochen war ich mit dem A-Hörnchen in der City zum Shoppen. Das Hörnchen war zu groß geworden und durfte sich neben Stiefeln auch allerlei Pullis etc. aussuchen. 

Zu klein. Heute ist alles zu klein. In kürzester Zeit ist der Kerl aus allem, inkl. Schuhe rausgewachsen. Wie kann denn das sein? Ist mein Timing so schlecht? Wahrscheinlich schon. 

Letztlich war es heut morgen so, dass alle drei großen Hörnchen irgendwie zu kleinen Klamotten anhatten. Die Lösung lag da ja auf der Hand. Durchtauschen. C-Hörnchen kommt bei diesen Deal gut weg. Sie bekommt die erst wenige Wochen alten Kleider ihrer Schwester. B-Hörnchen sieht anschließend etwas seltsam aus, freut sich aber über die Pullis mit Ungeziefer-Print und die burschikosen Hosen. Der Looser ist A-Hörnchen. Aber auch nur im aller ersten Moment. Im zweiten halber blitzschnell kapiert: Jetzt brauche ich wieder alles neu!!

Kleine Kleider, kleine Leute

Eben lag auf der Treppe nach oben, zum Zimmer der Kleinen, ein Pullover, der dem B-Hörnchen zu klein geworden ist; wie so viele. 

C-Hörnchen reichte mir den Pulli und sagte:“Der gehört B-Hörnchen.“ Ich teilte ihr die Tatsachen mit und forderte sie auf, den Pulli mit nach oben zu nehmen.

C-Hörnchen tat dies und senierte so vor sich hin: Das ist ja komisch, dass im Moment alle Sachen immer noch kleiner werden. Aber das ist ja gut für mich aber nicht so gut für B-Hörnchen..!

Er ist da!

Da ist er wieder! Der Moment in dem ich alle guten Vorsätze vergessen und die Begriffe ‚Bedarf‘ und ‚Begehren‘ sich in meinem Kopf umkehren. Der Monent in dem ich meine Armut verfluche und voller Neid Gier um mich blicke; hilflos zerfressen. 

Das ist er, der Moment, zwei Mal im Jahr. Verlässlich und zu erwarten, regelmäßig, und doch jedesmal vollkommen unerwartet trifft er mich. Hart. Brachial. Schmerzlich. 

Der Moment, dieser Tag; an dem mein geliebter Katalog ins Haus kommt. Es hat  etwas masochistisches, etwas von Folter, dass ich ihn nicht einfach abbestelle. Aber nein. Jedes Mal wieder durchblättere ich ihn und könnte sofort und ohne zu zögern 1000€ investieren. Ohne Scheu und ohne Bereuen. 

Und heute Abend werde ich dann beginnen nach Stiefeln und Jacken für die Kinder zu gucken. Und dann werde ich investieren und beschließen, dass meine Sachen gut sind. Gut genug. 

Autsch!