In Sachen Kleidung 

Zu Ihrer Einschulung durfte das C-Hörnchen sich ein Kleid aussuchen. Vor zwei Jahren hatte auch das B-Hörnchen sich eine neues Outfit ausgesucht und das A-Hörnchen beschwerte sich nun fürchterlich. 

„Und waaarum musste iiich dann bitte zu meeinnneer Einschulung mit einer J-O-G-G-I-N-H-O-S-E gehen???“ miesepeterte er mich an und setzte dabei sein fragendstes Gesicht auf. Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf. Die Wahrheit nämlich sah wie folgt aus: Damals, im Sommer 2013, als ich höchst-schwanger mit dem D-Hörnchen war, schleppte ich mich mit meinem zukünftigen ersten Schulkind in die City und ermutigte ihn, sich etwas schönes auszusuchen. Er suchte auch und entschied sich für eine blaue Jogginghose. Nicht mehr und nicht weniger sollte es sein. 

Und so kam es, dass mein großer Junge seinen großen Tag in einer königsblauen Jogginghose erlebte, kombiniert mit einem navyblauem T-Shirt auf dem eine Robbe war. Auf dem Kopf trug er stolz einen grünen Anglerhut; ausgewaschen.  Er sah aus wie .. ein Kind dessen Eltern ihm nichts zur Einschulung kaufen wollten. In Wahrheit aber war er ein Kind, das selbst entscheiden durfte was es anziehen will. Und das allein machte ihn zum best-angezogensten Kind der Schule! 

Wenn Männer…

Warum können Männer eigentlich keine Kinder anziehen? Fast jeden Morgen habe ich an irgendeinem Bekleidungskonzept was auszusetzen. Bei Minusgraden nur ein dünnes Shirt, bei Wärme ’ne dicke Thermohose und über die irren Kombinationen von Mustern möchte ich gar nicht sprechen. Und dann beschwere ich mich, dass Unterhemd und Longsleeve zu kalt sind im Winter und es dauert Taaage. Bis dann, endlich, am fünften oder sechsten Tag, das Kind mit einem echten, warmem Pullover runter kommt … und ist draußen ist es warm. 

Wer nun sagen möchte, ich solle den Mist doch alleine machen, dem sei gesagt: Während er oben die Kleinen anzieht, bringe ich unten die Großen auf die Bahn. Und auch hierbei gibt es diverse Kleinigkeiten, die man verdrehen, vergessen oder verwechseln kann. Wunderwerk Mann; wie war das noch gleich gedacht?!

Kleine Kleider, kleine Leute

Eben lag auf der Treppe nach oben, zum Zimmer der Kleinen, ein Pullover, der dem B-Hörnchen zu klein geworden ist; wie so viele. 

C-Hörnchen reichte mir den Pulli und sagte:“Der gehört B-Hörnchen.“ Ich teilte ihr die Tatsachen mit und forderte sie auf, den Pulli mit nach oben zu nehmen.

C-Hörnchen tat dies und senierte so vor sich hin: Das ist ja komisch, dass im Moment alle Sachen immer noch kleiner werden. Aber das ist ja gut für mich aber nicht so gut für B-Hörnchen..!

Er ist da!

Da ist er wieder! Der Moment in dem ich alle guten Vorsätze vergessen und die Begriffe ‚Bedarf‘ und ‚Begehren‘ sich in meinem Kopf umkehren. Der Monent in dem ich meine Armut verfluche und voller Neid Gier um mich blicke; hilflos zerfressen. 

Das ist er, der Moment, zwei Mal im Jahr. Verlässlich und zu erwarten, regelmäßig, und doch jedesmal vollkommen unerwartet trifft er mich. Hart. Brachial. Schmerzlich. 

Der Moment, dieser Tag; an dem mein geliebter Katalog ins Haus kommt. Es hat  etwas masochistisches, etwas von Folter, dass ich ihn nicht einfach abbestelle. Aber nein. Jedes Mal wieder durchblättere ich ihn und könnte sofort und ohne zu zögern 1000€ investieren. Ohne Scheu und ohne Bereuen. 

Und heute Abend werde ich dann beginnen nach Stiefeln und Jacken für die Kinder zu gucken. Und dann werde ich investieren und beschließen, dass meine Sachen gut sind. Gut genug. 

Autsch!