Die Leiden des jungen A. 

Eigentlich will er doch nur schlafen. Nein, eigentlich will er ja nur wach bleiben. Heute Abend nämlich. Aber an seinem 9. Silvester weiß er ganz genau, dass er das nur gut schafft, wenn er vorher gut schläft. Und lange. 

Aber dann schlaf mal gut und lange, wenn alle möglichen Leute an deinem Zimmer vorbei pilgern und die kleinen Geschwister vor deiner Zimmertür hopsen üben. Schlaf dann mal!!

Oh man, ich erinnere mich noch zu gut. Das geht kaum, und wenn dann erfordert es viel Übung. Mein armer Sohn. Wie gut haben es da die Kleinen, die nachher spätestens um neun ins Bett fallen werden und den ganzen ätzenden Trubel verschlafen. 

Große-Kinder-Urlaub

Heute folgen A-Hörnchen, B-Hörnchen und ich einer feinen, kleinen Tradition. Wir fahren in unseren 2. ‚Große-Kinder-Urlaub‘.

Was das ist? Na, eine drei-tägige Ausfahrt ganz ohne Minis. Keine Windeln, keine Mittagschläfer, kein Warten, kein Geheule,… Einfach mal keine Rücksicht auf die Kurzen nehmen müssen. 

Schon im letzten Jahr haben wir sowas gemacht und haben drei herrlich spartanische Tage in einer Jugendherberge verbracht. Ganz viel machen, wenig schlafen und keine festen Zeiten; alles so Dinge, die mit den Kleinen einfach schlecht gehen. 

Ich freue mich auf die Tage und ich freue mich, dass ich so rücksichtsvolle, grosse Kinder habe, die an ca. 361 Tagen im Jahr ihre Rollen als ‚Große Geschwister‘ besser ausfüllen, als ich es jemals gekonnt habe. 

Die Sache mit der Gerechtigkeit

Manchmal ist es so schwer. Dieses ‚alle gleich zu behandeln‘. Dieses ‚gerecht sein‘ und ‚unvoreingenommen‘.Selbstverständlich liebe ich alle meine Hörnchen bedingungslos, uns selbstverständlich tue ich dies immer; jedoch ist es manchmal einfacher als sonst, und manchmal eben echte Arbeit.

A-Hörnchen ist schon immer anspruchsvoll und diskutier-wütig. Er hat erst mit sechs angefangen gelegentlich in seinem gut bestückten Zimmer zu spielen. Er kann sich zwar gut beschäftigen, jedoch unterhält er sich gern und zeigt was er erschaffen hat. Inzwischen diskutiert er auf Niveaus, so dass die Wortgefechte fast Spass machen. Zu dem ist er oft weg und ich freue mich dadurch viel eher über seine Anwesenheit.

B-Hörnchen ist schon immer extrem anspruchslos. Sie ist zurückgezogen, spielt gern und oft in ihrem Zimmer. Sie hat wenig Bedarf an Kommunikation und wenn man sie in ihrem Zimmer ‚besucht‘, damit sie sich nicht einsam fühlt, fliegt man oft wieder raus. Ich liebe die unkomplizierte Art und es bringt mich an den Rand der Verzweiflung am Ball zu bleiben. Wenn sie ein Problem hat, oder traurig ist, versteckt sie sich. Kein Weinen, kein Buhlen um Aufmerksamkeit. Da muss man feine Antennen haben, und den richtigen Ton treffen. 

C-Hörnchen ist omnipräsent. Sie ist immer da, immer laut und weiß auf sich aufmerksam zu machen. Sie hat das unglaubliche Talent, mit immer neuen Kleinste-Bedürfnissen immer wieder auf sich aufmerksam zu machen. Zwar spielt sie auch mal allein was, jedoch tut sie dies in der Küche, zu meinen Füssen, an mir. Sie liebt Gesellschaft und kann es schwerlich ertragen allein zu sein. Ich wünsche mir gelegentlich eine Auszeit von ihrem Redeschwall. Und ich bewundere ihre Fähigkeit auf sich selbst zu achten. Wenn sie etwas braucht, bekommt sie es. Schnell und unkompliziert. Und so wie sie für sich sorgt, so sorgt sie auch für andere. Voller Energie und Hingabe.

D-Hörnchen ist mit seinen knappen zwei Jahren schon oft und gern solo. Er kann wirklich lange mit einem Bagger oder einem Auto spielen und ist sehr bei sich. Andererseits genießt er aber auch die oft ungeteilte Aufmerksamkeit aller anwesenden. Er weiß es durchaus einzusetzen, dass er drei große Geschwister und zwei Eltern zu seiner freien Verfügung hat. Wenn er vorgelesen haben möchte, muss er nur ein Buch aufheben. Wenn er toben möchte, geht er zu den Großen und wenn er kuscheln möchte zu den ganz Großen. Ich liebe es, dass er allein toll spielt. Zunehmend sehe ich eine kleine Gefahr darin, dass er fleißig von fünf Personen verzogen wird, und bin gespannt, was das wohl noch gibt.

So ist es wohl. Sie sind so verschieden und alle auf ihre Art und Weise so großartig. Was für eine Herausforderung, immer an Allen das Positive und das  Negative gleichermaßen zu sehen. Zu Bestärken und zu Mahnen, im Gleichgewicht und fair.

Herausforderung angenommen; ich liebe euch ihr Hörnchen!!

Schön mal daddeln

Haha! Der große Sohn wollt‘ heut Abend sein blödes Spiel mal schön im Garten daddeln. Das Ergebnis hat ihn höchst massiv total genervt! 

Die drei Kleinen scharrten sich um ihn und quatschten ihn ununterbrochen voll. Das Highlight bildete D-Hörnchen, der immer wieder seine kleinen, klebrigen Finger Richtung Computer schob und ambitioniert „druck“ sagte.  

…and nothing else matters

Noch gar nicht lange ist es her, das hat mein A-Hörnchen schrecklich gelitten, weil die Saiten seiner Gitarre einfach nicht so wollten wie er. Inzwischen hat das Hörnchen die Oberhand gewonnen.

Heute morgen überraschte er uns an der Geburtstagstafel mit einem wunderschönen „Happy Birthday“. Er hat den Bogen raus und seine Finger haben sich mit seinem Gehirn verbündet. Ist das toll!!

Vorhin habe ich ihm dann eins meiner Lieblingslieder vorgespielt: Nothing else matters von Metallica. Und nun darf ich darauf hoffen zu meinem Geburtstag (im Dezember) auch ein Ständchen von ihm zu bekommen. Sollte das klappen werde ich sicher für einige Stunden nicht aufhören können zu weinen. Aber Stolz und Glück sind ja im allgemeinen gute Gründe zum weinen.

Countdown

Nach den Sommerferien kommt mein kleines B-Hörnchen in die Schule. Und so langsam wächst die Anspannung. Noch 68 Tage sind es, ab heute machen wir Kreuzchen.

Und nicht nur für sie wird es ein ganz besonders emotionaler und aufregender Tag sein. Auch für mich. Denn obwohl ich schon ein Schulkind im Haus habe, wird es für mich die erste Einschulung sein.

Damals, im Sommer 2013, als mein A-Hörnchen eingeschult wurde, lag ich mit dem erst wenige Stunden alten D-Hörnchen im Wochenbett und durfte selbiges noch nicht verlassen. Mein tapferer Mann hat das große Kind ganz allein eingeschult, mit alle Geschwistern und der Gefolgschaft aus Omas und Opas. Hier zu Hause hat eine sehr, sehr liebe Freundin alles vorbereitet, den Haushalt kurzerhand übernommen und meine Tränen getrocknet. So hatte es nicht kommen dürfen; doch D-Hörnchen hatte andere Pläne.

Und wie durch ein Wunder, hat dann auch ganz ohne Mama alles ganz wundervoll geklappt. Mein Großer hatte einen tollen Tag, alles lief wie geschmiert und gegen Nachmittag bin ich mit dem Kleinen Wurm sogar für eine Stunde auf der Feier im Garten gewesen.

Ich danke noch einmal denen, die diesen Tag so wunderbar gerettet haben. Um umso mehr fiebere ich der Einschulung meines B-Hörnchens entgegen. Jeden Tag, in den kommenden 68 Tagen!

Tödliche Gefahr

Eben, beim Frühstück, krabbelte an der Wand hinter dem C-Hörnchen, der ein Schuster/Langbein lang. Da ich wohl weiß, wie sehr C-Hörnchen sich vor den Tieren gruselt, bat ich A-Hörnchen, der daneben saß, das Krabbeltier zu entfernen. 

Mein Sohn stand gemach auf und machte sich an Werk. Dann mischte sich Papa ein und sagte (vielleicht etwas unüberlegt):“Pass auf, die sind ganz fies!“ 

Was er sagen wollte: Pass auf, die Viecher sind schnell und schwer und fangen, die schlüpfen durch jede Lücke. 

Was A-Hörnchen hörte war: Piiiiiiippp

Und was C-Hörnchen hörte: Pass auf! Die Viecher sind brandgefährlich. Die haben riesen Zähne und beißen dir binnen Sekunden die Finger ab. Die Essen Finger mit Satz und Pfeffer zu Frühstück . Und dann musst du sterben!!!!

Er hat das Ding dann raus gebracht. Und er hat überlebt. Und wir mussten C-Hörnchen trösten. 

Tür öffnen

Meine Mädels streiten seit Wochen darum, wer beim Verlassen des Hauses, die Tür öffnen darf. Das Modell „Abwechseln“ scheiterte, ebenso wie die Modelle „Schreien“ und „Prügeln“. 

Nun sollte ich entscheiden, wer diese wichtige Tätigkeit ausführt. Ich entschied, mich daraus zu halten, was soll der Blödsinn auch. 

Daraufhin beschloss das B-Hörnchen, dass sie jetzt gar nicht mehr die Tür auf machen wollte. Das wäre schließlich doof. Hierauf zog auch das C-Hörnchen nach und verkündete ihrerseits, dass sie NICHT die Absicht hätte die Tür zu öffnen. 

Im folgenden stritten sie nach Kräften darum, wer denn jetzt die Tür aufmachen müsse. An dieser Stelle klinkte ich mich aus. Sowas beklopptes.