Wunschbeitrag III

Heute gilt der Wunschbeitrag meiner Schwester, die mich als Jungmutter bat, etwas über Schlafen und Babys zu schreiben. 

Babys zum schlafen zu bringen ist ganz einfach: Man braucht einfach tiefe innere Ruhe, Gelassenheit und Zeit. Also, um es auf den Punkt zu bringen: Alles das, was man nach Monaten ohne Schlaf und Erholung, in einem Gaushalt mit zwei kleinen Kindern nie hat. Nun gibt es verschiedene Wege, mit  diesem Dilemma zu umgehen. 

1. Man schafft die genannten Voraussetzungen. Alle Termine absagen, Telefon & Klingel aus.  Kiffen und Yoga; alles easy. 

2. Man kompensiert alle negativen Einflüsse. Also zB. setzt du dich auf einen Petzy-Ball, schaltest den Föhn ein und schaukelst dich die ganze Zeit kräftig, während du das Baby auf dem Arm hältst und singst. 

Oder du fährst es im Auto. 

Oder du lässt es Milch trinken zum schlafen,… 

Die Frage ist halt nur, wie sinnvoll das ist. 

3. Du arrangierst dich mit deinen individuellen Bedingungen. Das Baby gewöhnt sich an Geschwister, du scheisst auf deinen Haushalt und schläfst immer, wenn Baby schläft. Du probierst alles mögliche aus und versucht den optimalen Konsens zu finden. Und schneller als du gucken kannst, ist das erste Jahr rum und so langsam ist schon wieder an Schlaf zu denken. Ganz easy eigentlich. 

4. Du ferberst dein armes Kind und verpasst ihm einen Schaden für’s leben. Dann hast du jetzt deine Ruhe, kannst aber,  wenn das Kind 12 ist zum Therapeuten rennen. 

Ein Bopfs

D-Hörnchen hat eine neuen Leidenschaft. Er macht Mama einen Bopfs. Das geht wie folgt:

Mama (also ich) sitzt auf einem Küchenstuhl, in aller Regel versuche ich zu essen oder zu trinken. D-Hörnchen schiebt hoch ambitioniert einen Hocker direkt neben meinen Stuhl, klettert umständlich drauf und fragt mich mit strahlenden Augen:“Soll ich dir einen Bopfs machen?“ Nach meiner Einwilligung klettert er mit auf meinen Stuhl, so dass er dann in meinem Rücken steht und ich noch mit Ca. 1/4 Ars** auf dem Stuhl hocke. Dann beginnt das Bopfsen. 

Bopfsen, das bedeutet so viel wie „einen Zopf machen“. Und in Kleinkind’isch übersetzt heißt es: Hinter Mama stehen und wie wild in den Haaren zubbeln. Und dann, nach etwa 38 Sekunden vorsichtig sein, geht es alles mit ihm durch und es tut weh. Sehr. 

Das beste ist, dass wenn ich an der Stelle, wenn er noch auf dem Hocker seht, ’nein‘ sage, passiert eigentlich genau das Gleiche. Er bopfst halt. 

Und jetzt an den Kopf

D-Hörnchen hatte gebadet und stand nun am Waschbecken um abgetrocknet und eingecremt zu werden. Während ich Beine und Bauch einschmierte, nahm er Creme an seine kleinen Hände und ich sagte:“Super D-Hörnchen, und das schmierst du an deinen.. (ich fand nicht die richtigen Worte) Kopf!“

D-Hörnchen rieb die Hände aneinander und zögerte. Dennoch schmierte er die Lotion, so wie Mama es gesagt hatte, beherzt in seine Haare. Der fragende Gesichtsausdruck dabei sprach Bände! Ich massierte die Creme sorgfältig in sein Haar ein und sagte ihm, was für die Haut gut ist, wird den Haaren kaum schaden. Danach bekam er noch Creme ins Gesicht und dann war er das sauberste und glitschigste Kind der ganzen Welt!

Dialoge mit einem zweijährigen 

Heute Morgen war die Milch sauer. Ich entsorgte alt und nahm neu. 

D-Hörnchen saß auf seinem Stuhl und verfolgte alles genau. Anschließend setzte ich mich zu ihm und goss uns beiden frische Milch ein. 

Und wie wir so da saßen, kamen wir dann ins Plaudern. Also, ins besondere D-Hörnchen plauderte. 

„Die alte Milch ist stinkig. Die neue Milch ist nicht stinkig. Die alte Milch darf nicht in den Becher; die ist stinkig. Die neue Milch darf in den Becher!“

„Genau! Die Milch war sauer. Ich habe sie weggegossen. Jetzt haben wir neue Milch.“

„Alte Milch was stinkig. Darf nicht in den Becher die alte Milch. Die war stinkig.“

„Genau, die alte Milch hat gestunken!“ 

Die alte Milch war stinkig. Die darf nicht in den Becher. Die neue Milch darf in den Becher. Die ist nicht stinkig. Die alte Milch war stinkig!“

„Ja, die Milch war sauer. Ich habe sie weggegossen. Jetzt haben wir neue Milch.“

„Milch war stinkig. Die Milch durfte nicht in den Becher!“ Die Mikch war stinkig. Die Milch ist weg.“

„Genau! Die Milch war sauer und hat gestunken. Ich habe sie weggegossen.“

„Die Milch war stinkig. 

…Ist war der Weihnachtsmann auch stinkig?“

„???? Der Weihnachtsmann hat Geschenke gebracht. Der war bestimmt nicht stinkig.“

„Aber weg. Die Milch war stinkig und ist weg!“

Er sagt nicht mehr ‚Huu‘

Die Eltern unter euch werden es vielleicht kennen: Wenn die Kinder sprechen lernen, produzieren sie so manch großartiges Wort, an dem man sich nicht satthöhren kann. 

D-Hörnchen sagt zu Pferden ‚Huu‘. Er spricht das Wort so herrlich lang, voller Hingabe aus, dass ich immer wieder versuche das es aus ihm herauszubekommen.

Und heute dann ist das Huu von uns gegangen, und hinterrücks durch ein langweiliges Perd ersetzt worden. Traurig!!

Nichtsdestotrotz bleiben uns einige Worte erhalten. So schreiben wir zum Beispiel immer noch Gngnt auf den Einkaufszettel, wenn wir Joghurt kaufen wollen. Ebenso wird zum schlafen kein Schlafanzug angezogen, sondern ein Bankzug. Und unser Telefon trägt den schmückenden Namen: Kechochonier-Kechochon. 

Baby-Klo

Gestern Abend sprach es aus dem D-Hörnchen:“Ich muss Klo!“ Ich schnappte mit in ordentlichem Tempo den jungen Herren, der bis dahin Windeln trug, und rannte über zwei Etagen zum Klo. Oben angekommen war es zwar zu spät, beim D-Hörnchen aber, war der Ehrgeiz geweckt. Da wir ja grad etwas schwierige sanitäre Verhältnisse haben, holte ich das Töpfchen und zeigte es dem D-Hörnchen. 

Vollkommen entzückt taufte er den Topf sein ‚Baby-Klo‘ und stieg noch gestern Abend etwa 3000 Male drauf. Mal mit – mal ohne Hose, mal richtig- mal verkehrt herum; immer ohne Erfolg. Beim Zähne putzen dann ging das Pipi in die Hose. Egal. Der Wille zählt. 

Heute morgen machte er mit ungebrochenem Willen weiter. Das Baby-Klo stand hoch im Kurs. Bis dann das Aa kam. Aa in Hose fand der Herr doof. Und so verlangte er dann doch wieder nach seiner Windel. Das Baby-Klo liebt er weiter, zum Glück geht das ja auch mit Windel!

Er ist weg

WARNUNG! Für die meisten von euch wird dieser Beitrag nichtssagend, langweilig und doof sein. Nur wenige, wahrscheinlich auch Muttis, können die folgenden Worte in ihrer vollen Tragweiter verstehen..

Ich habe meinen Kinderwagen verkauft! 

Ich habe den Wagen verkauft, in dem ich meine Babys kutschiert habe, an dem das Kiddy-Board immer und immer wieder befestigt war. Den Wagen, mit dem ich Kilos und Tonnen von Einkauf transportiert habe, auf dem in Bestzeiten neben einem Baby auch zwei Roller und ein Laufrad geparkt waren. Den Wagen, mit dem gemeinsam ich sicherlich einige hundert Kilometer gelaufen bin, der mich jahrelang treu beim Kaffee-holen begleitet hat. Den Kinderwagen, der meine Kinder auf ihrer ersten Ausfahrt als Neugeborenes sicher und geborgen zu Pekip-Kursen, Babymassage und zum Babyschwimmen gebracht hat. Und den Wagen, den ich mir vor vielen Jahren für sehr viel Geld gekauft habe. Niemals habe ich die Anschaffung meines Lamborghini bereut. Er war und ist der Beste, der Stärkste und der Schönste. Und noch mehr als sonst werde ich in Zukunft ein Tränchen verdrücken, wenn ich stolze Mamas und Papas mit ihrem TFK an mir vorüberlaufen sehe. Was habe ich diesen Wagen geliebt!!

Tschüss mein Bester. 

 
Ab jetzt ist Laufrad. Und das werde ich NIEMALS verkaufen!!!

Happy Hörnchentag 

Aller guten Dinge sind.. Vier! Und weil das so ist, ist heute zum vierten und letzten Male Hörnchentag. 

D-Hörnchen ist nun zwei! Jetzt ganz bestimmt kein Baby mehr. Ab jetzt betreten wir Neuland. 

Unsere Kinder haben alle einen zwei-Jahresabstand. Das heißt, immer wenn das kleinste Kind zwei war, kam das nächste. Ab jetzt ist alles anders. Logistisches Neuland. Alles einfacher. Alles komisch. Alles gut. 

Kein Baby mehr also. Komisch. 

Happy Birthday, mein Baby. Mein Letzter. Mein Nesthäkchen. Mein Schatz. Mama liebt dich!

Das kleine Wörtchen ‚Dada‘

Mein D-Hörnchen ist höflich! Ultra-höflich!! Möchte er etwas haben sagt er:“Ääähh, bibba!“ Bekommt er es dann sagt er selbstverständlich ‚dada‘. So geht das immerzu und er verzaubert am laufenden Band kleine, alte Omas mit seinem Charme. 

Eben habe ich ihn (minimal gegen seinen Willen) gewickelt. Widerwillig legte er sich hin und schimpfte dabei vor sich hin. Ich machte ihn sauber, auch das unter konstantem Gemotze. Als er fertig war stand er auf, drehte sich zu mir um und sagte höflich:“Dada!“ Dann zog er mit seinem Bagger wieder von dannen. Sowas höfliches!!