Muddies

Ich habe mit jedem der Hörnchen verschiedenste Babygruppen besucht; Pekip, Babymassagen verschiedenster Art und Schwimmkurse. Bei all diesen Veranstaltungen trifft man auf verschiedenste Muttis mit denen man gut und gern auch nach dem Kurs noch einen Kaffe trinken geht. In aller Regel verfliegen diese oberflächlichen und von Stillproblemen geprägt Bekanntschaften irgendwann nach dem ersten Geburtstag der Kinder, spätestens aber mit dem beruflichen Wiedereinstieg der Mütter. Um es kurz zu machen, ich habe viele kommen und gehen sehen. 

Mit dem C-Hörnchen besuchte ich einen Kurs für Indische Babymassage. Sieben Mamas, sieben Babys und immer auch ein Kaffee danach. Dann bald auch ein Frühstück und ein Spaziergang. Dann, als der Kurs vorbei war private Treffen. Wöchentlich hockten wir im größten Chaos zusammen und jammerten über Kilos auf den Hüften, durchwachte Nächte. Wir schimpften über Männer und irgendwann über Arbeitgeber. Wir stillten ab und griffen beinah synchron wieder zur Zigarette. Der erste Sekt wurde celebriert ebenso wie der erste gemeinsame Urlaub. Sieben Kleinkinder und sieben Mamas in einem Haus. 

Im folgenden Jahr feierten wir Schwangerschaften und beweinten Trennungen. Trotz Umbruch und allgemeinem beruflichem Neuanfang bleiben wir uns treu.  Seltener aber ungebremst. Den Sommer krönte ein weiterer Urlaub. 

Inzwischen sind die Babys fünf Jahre alt, viele von ihnen sind große Geschwister geworden. Wir Muttis haben viel durch; neue Jobs, neue Wohnorte, neue Häuser. Trennungen, neue Liebe und so manch eine Kriese. Die Truppe ist geblieben. Sieben Muddies und inzwischen 14 Kinder treffen sich wann immer es klappt, feiern was zu feiern ist und betrauern was betrauert werden muss und produzieren das große Chaos mit der allergrößten Leidenschaft. 

Muddies! Ihr seit die besten!! Definitiv, für immer!! 

Ein Bopfs

D-Hörnchen hat eine neuen Leidenschaft. Er macht Mama einen Bopfs. Das geht wie folgt:

Mama (also ich) sitzt auf einem Küchenstuhl, in aller Regel versuche ich zu essen oder zu trinken. D-Hörnchen schiebt hoch ambitioniert einen Hocker direkt neben meinen Stuhl, klettert umständlich drauf und fragt mich mit strahlenden Augen:“Soll ich dir einen Bopfs machen?“ Nach meiner Einwilligung klettert er mit auf meinen Stuhl, so dass er dann in meinem Rücken steht und ich noch mit Ca. 1/4 Ars** auf dem Stuhl hocke. Dann beginnt das Bopfsen. 

Bopfsen, das bedeutet so viel wie „einen Zopf machen“. Und in Kleinkind’isch übersetzt heißt es: Hinter Mama stehen und wie wild in den Haaren zubbeln. Und dann, nach etwa 38 Sekunden vorsichtig sein, geht es alles mit ihm durch und es tut weh. Sehr. 

Das beste ist, dass wenn ich an der Stelle, wenn er noch auf dem Hocker seht, ’nein‘ sage, passiert eigentlich genau das Gleiche. Er bopfst halt.