22.54

Hocherfreut habe ich eben in der Zeitung gesehen, dass Sarah Conner kommendes Jahr ein Konzert in meiner Stadt spielt. Da muss ich hin. Um es besonders schnell in trockene Tücher zu wickeln, habe ich mich entschieden schnell die Tickethotline anzurufen. Dies erschien mir sicherer, da ich ja ein ziemlicher Computer-Zombie bin und immer alles nicht-hinbekomme.

Ganz ohne Warteschleife ging sofort jemand ran. Ich freute mich und trug dem  netten Herren mein Anliegen vor. Er begann vernehmbar zu tippen und entschuldigte sich dafür, dass das System heute langsam wäre. Ich erwiderte er solle sich nicht stressen. Er tippte fröhlich weiter und nach einigen Minuten hatte sich die Seite aufgebaut (das ist nicht übertrieben..). Als er die Veranstaltung gefunden hatte, erkundigte er sich nach der Platzauswahl. Ich erwiderte:“Innenraum:“ und er klickte Selbiges an. Als nächstes warteten wir darauf, dass sich die Seite für die Innenraumtickets aufbaute und es dauerte abermals. Ich begann mich zu freuen. Offenbar gab es noch Tickets und alles würde gut werden.

Weitere Minuten vergingen und ich wartete auf den Endspurt. Nur noch eben die Daten eingeben und dann ist es geschafft. So begann er meinen Namen abzufragen und das nächste Problem baute sich auf: Das System war nicht nur langsam, sondern auch brandneu. Genuagenommen war ich die erste, die versuchte etwas zu kaufen. Uff. Der Mann entschuldigte sich immer wieder für seine Langsamkeit und paraphrasierte dabei jeden schritt. Über lange Strecken hörte ich:“ Da kommt Name, nicht Vorname. Vorname kommt da. Adresse auch noch, mit Postleitzahl. Ach die findet er selber, beenden. Jetzt nochmal. Name, Vorname. Telefonnummer..Sagen Sie ihre Telefonnummer.“ Ich teile sie ihm mit und er erwiderte:“Die Telefonnummer des Kunden ist zu erfassen um evtl. Nachfragen oder Unstimmigkeiten im Prozess zu klären.Telefonnummer. sagen Sie nochmal ihre Telefonnummer.“ Ich teilte sie ihm erfreut ein zweites mal mit. Er gab sie ein und der Monolog ging weiter:“Oh, alles ganz anders, ja ganz anders. Hany Nummer; nee die nicht. Machen wir ohne. Email. Mit Stern, die muss rein. Email…“ Murmelte er. Ober er mich vergessen hatte? Irgendwann dann durfte ich auch meine Email sowie meine Adresse mitteilen und ich sah mich fast am Ziel.

Inzwischen waren 18 Minuten vergangen. Der Mann entschuldigte sich inzwischen im 30 Sekunden-Takt und wurde immer nervöser. Ich beschwichtigte ihn weiter und dachte mir:“Bloß nicht aufregen das Männchen, das macht alles noch schlimmer!“ Irgendwann sprach er:“Fertig; Beenden“ und dann direkt danach:“Nein. Alles weg. Nicht alles weg. nein. Das ist alles so neu, das ist ganz anders. Jetzt ist es weg. Frau T.?! Jetzt ist alles weg. Ich muss Ihre Daten noch einmal eingeben.“ Zum Glück gelang ihm dies im zweiten Ablauf viel schneller. Am Ende vergaß der arme Kerl auch noch meine Zahlungsdaten aufzunehmen. Ich erklärte mich freundlich bereit die Tickets innerhalb einer Woche abzuholen und bar zu zahlen, wünschte ihm noch einen guten Tag und bestärkte ihn zum Schluss, dass es ja jetzt kein ‚erstes Mal‘ mehr gäbe und es viel eifacher werde.

22.54 Minuten haben mich die Tickets allein gekostet; ohne Abholung. Hoffentlich wird das Konzert länger.

Dufte

Nun ist der Tag gekommen, an dem ich den Mitarbeiterinnen bei Douglas ihre Existenzberechtigung zuspreche. Wer hätte das gedacht. 

Nachdem ich ja heut Mittag in Sachen ‚Duft‘  arg enttäuscht wurde, bin ich am Nachmittag in einer Filliale von Douglas gewesen. ‚Wer wenn nicht die‘ war meine Parole. 

Ja!! Wer wenn nicht die!! Endlich konnte meinem Verlangen Abhilfe geschaffen werden. Mit einigen einfachen Fragen ermittelte die kompetente Dane fünf Düfte, die ich mögen könnte. Alle fünf durfte ich danach anschnüffeln und ratz fatz hatte ich mich einfach so entschieden. Toll!! 

Auch wenn Sie vielleicht oberflächlich wirken, komisch gekleidet sind und ihr Arbeitsplatz auf mich alles andere als einladend wirkt; offenbar wissen Sie was Sie tun!!