Knock on wood

Vor wenigen Tagen sprach ich mit meiner Schwester. Eines ihrer Kinder war krank, überhaupt war das Jahr bisher eher unruhig. Ich lehnte mich recht weit aus dem Fenster und lobte, dass bei uns bisher wenig war. Wie dumm kann man sein, dachte ich noch, und klopfte auf den Tisch.

Heute morgen um sieben begann das Trauerspiel. D-Hörnchen übergab sich, er war elend. Aus der Traum, hallo Realität. Und irgedwie ist es doch immer wieder das gleiche. Alles auf Holz klopfen, bangen und bitten nützt am Ende nichts. Eben habe ich einmal nachgelesen, was es denn mit diesem Holz und dem klopfen auf sich hat.

Früher klopfte man auf ein Holzkreuz um Gottes Segen zu erhalten. Übrig geblieben ist von diesem Brauch nur noch das Holz – und, das ist viel wichtiger, die Tatsache, dass man sein Glück niemals aussprechen darf, da dies böse Geister anziehe. Tja! Da liegt mein Fehler auf der Hand. Ich werde an mir arbeiten! Muss lernen meine Zunge zu zügeln; böse Geister kann hier keiner brauchen.

Halb gekotzt…

In unserer Heimatstadt gastiert grade der Freimarkt, ein Volksfest wie der Hamburger Dom, das Oktoberfest oder viele andere. Natürlich kommen auch wir nicht daran vorbei ein halben Vermögen auszugeben und so lange Karussell zu fahren, bis wir fast kot*** müssen. Rekordhaltern in diesem Jahr ist das B-Hörnchen. Sie hat 11 Kotzschleudern bezwungen und damit ausgiebig celebriert, dass sie endlich über 1.30m groß ist – der neuralgischen Große für fast alle Fahrgeschäfte. Nichts war doll genug, sie hatte immer weiter gekonnt. Und zum Glück ist sie irgendwann auch einfach allein gefahren, denn sowohl den Menne als auch mich hatte sie relativ schnell hingerichtet. Boa, kann einem schlecht sein! 

Natürlich sind auch die anderen Hörnchen voll auf ihre Kosten gekommen! D-Hörnchen wäre gern noch weitere 5 Male in das „Quatsch-Haus“ gegangen; einem Hindernisparcours. A- und C-Hörnchen kämpften tatsächlich gelegentlich gegen die Übelkeit, haben sich aber dennoch nicht entmutigen lassen. Und sein wir mal ehrlich, wer bei so einer Veranstaltung bei fast ** musste, der hat es nicht richtig gemacht. Hauptsache am Ende schmeckt das Essen wieder. 

Heute morgen gab es dann eine Art Reste- oder Katerfrühstück. die Gurke suchte das C-Hörnchen sich übrigens als Entschädigung aus, als sie wegen ihrer Größe nicht in die Looping Bahn durfte.

Süßes oder Saures…

Gestatten: Arschloch!!

Irgendwie wusste ich schon dass der Tag ein Arschloch werden würde, als ich heute morgen um 6.30 Uhr einen Korb Wäsche zusammenlegte – getrieben von einer unsichtbaren Macht, in großer Eile. Dabei war doch alles wie immer. Aufstehen, Bad, Brote, Tisch, Wecken. Ich konnte es nicht greifen, aber ich war in großer Eile! 

Das D-Hörnchen war mürrisch und selbst zum debattieren zu quakig. Seltsam. Das Waschen und Anziehen der kleinen gestaltete sich madig, ständig unterlegt vom  leisen Gejammer des D-Hörnchens. Viel zu spät kam ich nach unten zu den nicht wesentlich besser gestimmten Großen. Schnell kippte ich, vielleicht eine Spur zu lieblos, den Joghurt in die Schüsseln und gab knapp zu verstehen:“In 15 Minuten müsst ihr los!“ Drei Flechtzöpfe später kam dann auch endlich das, nach wie vor jammernde, D-Hörnchen runter und setzte sich missmutig an den Tisch. Er wolle nicht essen ..

… und da flog es auch schon. Das Zwerglein kotze quer über den Esstisch und da wurde es mir klar: Der Tag ist ein Arschloch!! Diesen Ruf wurde er auch, zumindest bis jetzt, nicht los. Alles was ich seit dem tat,  wurde a) von latentem jammern begleitet und war b) ein Kompromiss mit irgendetwas anderen, was ich eigentlich auch machen müsste, wozu aber keine Zeit blieb. Einzig das Aufwischen der Kotzflecken erfolgte immer zügig und konsequent, der Kollateralschaden wäre zu groß gewesen. 

Breaking bad 

Wenn Kinder sich nachts übergeben ist das nie schön. A-Hörnchen hat jedoch in der vergangenen Nacht  die mit Sicherheit dummste Variante gefunden dieses negativ-Ereignis zu celebrieren. Als in der Nacht gegen drei der Brechreiz kam, verließ das A-Hörnchen vorbildlich sein Bett. Vorbei an seinem Mülleimer und einer leeren Spielzeugkiste, schaffte er es auf den Flur. Es glückte ihm sogar noch vorbei am Abstellraum zu kommen, in dem sich neben einem Waschbecken, diversen Plastikkisten und Eimern auch das Katzenklo befindet, das zur Not als Überdruckbehälter in Frage gekommen wäre. 

A-Hörnchen aber peilte die Treppe an um runter zu kommen zum Bad. Löblich! Wenn da nicht auf der zweiten Stufe von oben hätte kapitulieren müssen. Somit ergoss sich das leidige übel auf der mit Teppich belegten Treppe, von ganz oben bis ganz unten. Er traf nicht nur die Stufen sondern auch die Wand, die Handläufe und die daran hängenden Rucksäcke und Fahrradhelme. Ein Rundumschlag, ein voller Erfolg. 

Ein Lob gilt hier dem Menne, der das ganze beseitigte während ich noch immer mit Fieber im Bett lag. 

Der Sieben-Punkte-Plan

Nachdem in den vergangenen Jahren endliche Magen- und Darmwellen durch unser Haus geschawappt sind, gibt es inzwischen gewisse Abläufe zur Nacht, die fest eingehalten werden müssen. 

1. Waschmaschine & Trockner sind leer und startklar. 

2. An den Betten stehen Schüsseln

3. In jedem Bett sind so wenig Stofftiere wie irgendwie möglich. 

4. Die Teppiche werden, sofern möglich, aus dem direkten Schussfeld gerückt. 

5. Vor dem Bett liegen keine Spielsachen. 

6. Im Bett des betroffenen Hörnchens liegt eine zusätzliche Wassersichte Unerlage. 

Der wichtigste Punkt aber, ist Punkt 7:

7. Ich esse so viel Schokoalde wie ich schaffe. Denn so gute Chancen davon nicht dick zu werden habe ich nie wieder. 

Season opening 

Was lange überfällig war, ist heute endlich eingetreten. Ein Kind ist krank geworden; nach all meinen Erfahrungen etwa zwei Monate zu spät. Aber nun ist ja alles gut. Grade als Ima und Opa bei uns zu Besuch waren geschah es, das D-Hörnchen erbrach den gesamten Tag in unsere Küche. Ganz hervorragend abgepasst, denn alle Hörnchen waren in unmittelbarer Nähe und konnten somit ungehindert die fein-verträufelen Kotz-Erreger einatmen.

Einer amtlichen Epidemie steht somit nichts mehr im Wege. Heute Nacht bekommen es zwei weitere Hörnchen, morgen dann ich. In der Nacht darauf das letzte Kind und wenn alle wieder gesund sind bekommt es der Menne. Der bekommt es nämlich am strategisch klügsten, genau dann wenn wieder Luft ist sich auszuruhen. Ich hingegen bekomme es im Chaos und muss mir im schlimmsten Durchfall die Toilette mit zwei kotzenden Kindern teilen. Herrlich! 

Ich seht, ich bin voller Vorfreude und muss kaum erwähnen, dass ich morgen an der Uni ein Referat halten muss. Das ist nämlich ebenfalls eigenartiger Teil einer ordentlichen Epedemie. Timing ist eben alles. 

Bis einer kotzt

Ich höre Schreie aus dem Kinderzimmer. Auf der Treppe kommt mit ein weinendes C-Hörnchen entgegen; von oben bis unten vollgekotzt. Wärend der Menne das Kind ins Bad führt um es zu waschen, beginne ich das Bett zu inspizieren. B-Hörnchen, die der Tage bei ihrer Schwester geschlafen hatte, erklärt mir dann:

„Sie wolle ausprobieren, wie tief die ihre Hand in den Hals schieben kann. Ging ziemlich tief!“ 

Was für eine Erleichterung! Kein Magen-Darm. Was für eine Dunnheit…Und was für eine Erkenntnis! Wenn man das mit fünf schon weiß, dann muss man das mit 14 nicht mehr machen. 

Freitag 

Herrlich, so ein freier Tag! Seit ich drei Tage die Woche mein Praktikum absolviere, ist mir der Freitag wirklich heilig. Haushalt, ein wenig Uni und ein ganz bisschen Zeit für mich. Ein Gedicht! 

Ganz besonders schön gestaltet sich so ein freier Freitag wenn nachts, in der aller ersten Stunde des Freitags, das D-Hörnchen wunderbar alles vollko**t. In erster Instanz den Papa, in zweiter dann auch Bett und Boden. Ganz wundervoll. 

So ein freier Tag hat wirklich was für sich. Nur ich, mein Haushalt, drei Maschinen Wäsche, der Kotzeimer und das D-Hörnchen. Ganz wundervoll. Ehrlich, besser kann man sich es doch kaum vorstellen. 

Dem Ende ganz nah

So verbrachte ich also denVormittag   mit mit dem fiebernden D-Hörnchen auf dem Sofa. Auch B-Hörnchen war es alles andere als gut und die Zeit kroch so dahin. Irgendwann brachte ich das D-Hörnchen zu Bett, als mich entsetzliche Magenkrämpfe überrollten. Unter größter Anstrengung schaffte ich es noch das kleine Hörnchen zu Bett zu bringen und das B-Hörnchen gen Zimmer zu schicken. Dann sackte ich theatralisch neben der Kloschüssel zusammen. Ich dachte das Ende stünde direkt bevor. Zwischen den Attacken rief ich den Menne auf der Arbeit an:“Die Welt geht unter, rette die Kinder!“  

Als mein Mann etwa eine Stunde später neben meinem Bett stand, waren die Schmerzen fast Geschichte. Eine weitere Stunde Schlaf später waren sie wie nie dagewesen. Schamesrot kam ich runter, entschuldigte mich für meine Unzulänglichkeit und versuche deutlich zu machen, dass ich WIRKLICH dachte .. Das war’s. Was immer das war. Was immer mich da töten wollte, es hätte es fast geschafft. Und das sagt eine Frau, die vier Kinder zur Welt gebracht hat.