Arbeit mit Kindern 

Ich habe großes Glück. Ich darf jeden Tag mit den zauberhaften Kindern anderer Leute  arbeiten. In der Sonne sitzen, basteln, spannende Dinge erleben und mich wegen der Hausaufgaben streiten. Tatsächlich ist mein Job nicht wesentlich anders als das, was ich eh immer machen. Gut! Einen winzigen Unterschied gibt es da dennoch! 

Der Bazillenpool ist ein völlig anderer. Wir sechs hier zu Hause waren in den vergangenen Jahren in etwa 70.000 mal krank. Hatte es einer, hatten es alle. Wir hatten jede Seuche des Stadtteils, haben zwei Kitas, die Schule und eine Krippe durchkeucht; neben jedem Spielplatz und natürlich dem Wartezimmer des Kinderarztes. Uns konnte nix mehr umhauen, wir waren resistent! Nun die schreckliche Erkenntnis: Dieser groß- allemeinimmune Zustand ist nicht zu ver-allgemeinern. Genau genommen reicht es aus in einem Hort nur 5 km weiter westlich zu fahren und schon ist der ganze Zauber vorbei. 

Seit Februar bin ich fast dauerhaft an schniefen, am röcheln und irgendwie matt. Schnotter, rotz und hust; es ist kein Ende in Sicht. Das alte Motto ist geblieben: Hat es eine, haben es alle. Ich glaube selbst wenn ich die Tische im Hort ablecken würde, würde ich mir nicht mehr einfangen. Und das obwohl ich artig Hände wasche und all sowas. Pah! Kann ich mir wahrscheinlich auch schenken. Keine Ahnung wie lange das jetzt so gehen soll..! Hat hier wer Erfahrungswerte? 

Season opening 

Was lange überfällig war, ist heute endlich eingetreten. Ein Kind ist krank geworden; nach all meinen Erfahrungen etwa zwei Monate zu spät. Aber nun ist ja alles gut. Grade als Ima und Opa bei uns zu Besuch waren geschah es, das D-Hörnchen erbrach den gesamten Tag in unsere Küche. Ganz hervorragend abgepasst, denn alle Hörnchen waren in unmittelbarer Nähe und konnten somit ungehindert die fein-verträufelen Kotz-Erreger einatmen.

Einer amtlichen Epidemie steht somit nichts mehr im Wege. Heute Nacht bekommen es zwei weitere Hörnchen, morgen dann ich. In der Nacht darauf das letzte Kind und wenn alle wieder gesund sind bekommt es der Menne. Der bekommt es nämlich am strategisch klügsten, genau dann wenn wieder Luft ist sich auszuruhen. Ich hingegen bekomme es im Chaos und muss mir im schlimmsten Durchfall die Toilette mit zwei kotzenden Kindern teilen. Herrlich! 

Ich seht, ich bin voller Vorfreude und muss kaum erwähnen, dass ich morgen an der Uni ein Referat halten muss. Das ist nämlich ebenfalls eigenartiger Teil einer ordentlichen Epedemie. Timing ist eben alles. 

Zu früh gefreut 

Letzte Woche telefonierte ich mit unserem Kinderarzt; nur um etwas wegen A-Hörnchen’s Asthma zu besprechen. Im Gespräch erwähnte er, dass wir uns ja diesen Winter wenig gesehen haben und ich sagte euphorisch:“Ja! Dieses Jahr sind alle fit, der Kelch ist an uns vorüber gegangen.“ Mahnend sprach der Doktor, ich solle so etwas niemals sagen

aber es war zu spät. 

Letzte Woche Mittwoch bekam B-Hörnchen Fieber. Donnerstag hatte C-Hörnchen Halsweh. Samstag morgen kotzte das A-Hörnchen und bekam Fieber. Gestern, am Montag schien einmal kurz alles still; bis heute das B-Hörnchen wieder fieberte, und ich D-Hörnchen krank aus der Kita holte. Wir sind verflucht. Ich hätte etwas so dummes niemals sagen dürfen. Nun sind wir verflucht. 

Das ist dann wohl besser so 

Hier ist malwieder das Chaos ausgebrochen. B-Hörnchen Grippe, A-Hörnchen hat Magen Darm. Ich habe das Gefühl ununterbrochen von einem zum anderen zu laufen; getrieben von der Angst es a) auch zu bekommen und b) die Kleinen nicht beschützen zu können. Es ist nicht schön, ganz und gar nicht. 

So saßen wir (noch) gesunden im Wohnzimmer und C-Hörnchen brachte es auf den Punkt:“ Es wäre wohl besser wenn D-Hörnchen und ich bei Oma schlafen! Sonst werden wir auch noch krank!“ Gesagt getan, nach kurzer Schützenhilfe hatte das Hörnchen Oma am Telefon. Fix hatte sie sich und den Bruder eingeladen und ich habe zumindest eine Sorge weniger. Was für ein kluges, umsichtiges Kind. 

Unnützes Wissen XV

Wusstet ihr das…

…Menschen, die am Capgrass-Syndrom leidet, glauben, dass nahe Verwandte durch identisch aussehende Doppelgänger ersetzt wurden? Manche glauben sogar, dass unbelebte Objekte, wie Stühle oder Uhren, durch exakte Kopien ausgetauscht wurden.

Ich finde ja, in manchen Situationen wäre es geradezu eine Erleichterung einfach zu glauben, die Person wäre eine andere, als man dachte. Vielleicht sollte ich mir diesen Defekt episodisch zulegen. 

Unnützes Wissen XI

Wusstet ihr…

… was Hellenologophobie ist?

Bei dieser wunderbaren Angsterkrankung hat der Betroffene Angst vor der griechischen Sprache und griechischen Fachausdrücken. Sicherlich im Alltag weniger dramatisch, ein Jura-oder Medizinstudium würde ich aber eher nicht anstreben.