Die Arme!

Ich war stets darum bemüht, meinen Hörnchen viel vom Großen Ganzen mitzugeben, Sie über die Ganzheitlichkeit von Dingen auf zu klären. Was fühle ich, was fühlt mein gegenüber? Wie geht es dir wenn ich das mit dir mache? Was ist fair, was ist unfair? All das sind Dinge, die uns im Alltag begleiten und die ich häufig mit meinen Kindern thematisiere. Als ein Resultat dieses Umgangs, ist das A – Hörnchen seit vielen Jahren selbstgewählter Vegetarier. Seit er vier Jahre alt ist, verzichtet er auf Fleisch und ist dabei so genau, dass er weder Haribo noch Käse mit tierischem Lab anrührt. Er möchte nichts essen, dass aus Tier gemacht ist – völlig klar! Ich respektiere das und sorge seit inzwischen sieben Jahren dafür, dass er ausreichend versorgt ist und immer einen Ausweichessen hat.

Auch sonst sind meine Kinder durch und durch empathische Wesen. Sie wissen wirklich gut Bescheid in der eigenartigen Welt der Gefühle und Emotionen. Eben war ich dann aber doch noch einmal überrascht. Gerade war ich dabei, Kürbisbrötchen zu formen, da kam das D-Hörnchen dazu. Er erkundigte sich nach den Zutaten, fragte nach der Hefe und bestaunte den braunen Würfel. Auf die Nachfrage, wie die Hefe es anstelle, dass das Brot immer dicker werde, erklärte ich ihm die kleine Lebensform und das “Atmen“ in dem Backwerk auf, dass das das Wachstum bewirke. Das kleine Männlein traf daraufhin fast der Schlag.

Er hatte fürchterliches Mitleid mit der Hefe und fand es ganz und gar nicht in Ordnung sie zu kneten. Als ihm dann bewusst wurde, dass die Hefe nach dem Atmen auch noch gebacken werden würde, geriet er völlig aus der Haut. Das ist Tierquälerei! Sowas ist überhaupt nicht in Ordnung und mindestens und genau so schlimm, wie Spinnen die Beine auszureißen oder Frösche tot zu treten. Es kostete mich viele Worte und einige Mühen dieses Problem zu lösen. Mitleid wird er wahrscheinlich auch morgen früh noch mit der Hefe haben, nachdem ich sie aber auf das Niveau von Champignons runter geredet hatte, war es ihm wieder möglich darüber nachzudenken, sie vielleicht trotzdem zu essen. Denn Pilze… Naja! Sind eben Pilze.

Risotto

Ab heute gehört Risotto offiziell zu den Dingen, die ich am allermeisten hasse auf der ganzen großen weiten Welt! Hier und heute für euch: das Risotto , in vier Akten.

Erster Akt: Euphorisch beginne ich damit, die Zutaten zurechtzulegen, alles zu schnippeln, die Töpfe aus den Schränken zu kramen und mir innerlich einen Plan zu machen. Mein Plan ist hervorragend! Ich werde das beste Risotto der ganzen Welt kochen, alle werden völlig aus dem Häuschen sein. An Schlotzigkeit, Sämigkeit und Bindung wird es nicht zu übertreffen sein, ich werde den Garpunkt exakt treffen und auch das unter gehobene Kürbismus wird, ebenso wie die Ziegenkäsesauce, ein Hochgenuss sein! Auf auf also, ich bin bereit! Kann doch alles nicht so schwer sein.

Zweiter Akt: ich koche hier ein wenig, koche da ein wenig und irgendwie gelingt es ganz o. k. Nach 45 Minuten bin ich der Meinung in wenigen Sekunden wäre alles fertig. Ich bereite das Finnisch, passiere die Sauce und bin zufrieden. Bis ich mir endlich die Mühe mache, die Reiskörner einmal zu kosten. Risotto muss durch sein, schlottzig und wenn überhaupt, so ganz gerade eben al dente. Mein Reis ist nach 45 Minuten allenfalls halb gekocht. Wenn auch das Risotto geschmacklich ganz o. k. ist, ist es zu diesem Zeitpunkt vollkommen ungenießbar. Meine Laune sinkt ins Bodenlose!

Dritter Akt: Ich beginne das Risotto zu beschimpfen. Nebenbei beschimpfe ich auch den Männe, denn der ist in der Küche und da hat er nichts zu suchen. Höchstwahrscheinlich hat seine blanke Anwesenheit mit dem Misslingen des Gerichts zu tun. 45 Minuten und die Scheiße ist immer noch nicht gar; was soll denn die verdammte Kacke? Wer um alles in der Welt kocht denn Risotto, wenn das sowas von in die Hose geht. Ich hasse Risotto und bin drauf und dran den ganzen Scheiß einfach in die Tonne zu kippen. Ich ärgere mich wahnsinnig über den hohen Warenwert und den völligen Verlust. Hinzukommt, dass die Kinder beginnen in Minuten Takt zu fragen, wann denn das Essen fertig ist. Ich antworte mit klugen setzen wie:“ Niemals!“ oder jagen sie einfach so wieder weg. Ich hasse Risotto so sehr! Der Männe empfiehlt mehr Flüssigkeit hinzu zu geben, daraufhin muss ich in leider töten und verkoche ihn in der Sauce. Risotto ist wirklich der letzte Scheiß!

Vierter Akt: Ich verlasse die Küche und stampfe wutschnaubend nach oben. Risotto kann mich mal am Arsch lecken. Zu meiner großen Überraschung sind die Kinder alle gut gelaunt, niemand ist dem Hunger Tod geweiht – eigentlich nicht mal ich selbst. Dennoch stresst mich das dämliche Essen ungemein und ich habe das Gefühl, wenn der blöde Reis nicht innerhalb der nächsten Sekunden durch ist, werden wir alle sterben. Der Menne übernimmt das Ruder am Herd, ich sitze maulend auf dem Sofa und schimpfe still und manchmal weniger still über den blöden Scheiß Reis. Mit etwa 1 Stunde Verzögerung ist der widerliche Fraß endlich fertig. Sowohl der Männe als auch alle vier Kinder erklären das Essen zu einem großen Genuss und loben es sehr. Ich persönlich kann es wenig genießen, es hat nicht gemacht was ich wollte, es hat mich einfach in Stich gelassen. Und mal ganz im Ernst! Ein popeliges Reisgericht, dass 2 Stunden braucht um endlich fertig zu werden – da kann ich mir auch gleich ne Pizza bestellen. Am Sonntag, um 18:30 Uhr! Das dauert dann auch 2 Stunden und macht alle irgendwie glücklich. Risotto finde ich echt sowas von scheiße!

Remoulade

Remoulade zusammenzurühren ist kein Hexenwerk. Alles was man braucht ist Ei, Essig, Zitrone, Senf, Öl und ein paar Gewürze. Denkt man so.

„Verrühren Sie das Eigelb mit Essig, Zitrone, Salz und dem Senf in einem hohen Gefäß.“

Erledigt, easy. Sieht gut aus, glibberig und so. Ich bin zufrieden.

„Stellen Sie sicher, dass das Öl und die restlichen Zutaten die selbe Temperatur haben.“

Das Öl hat Raumtemperatur, der Rest kommt aus dem Kühlschrank; na ja. Genau genommen ist mir ziemlich kalt – passt schon! *

„Verrühren sie die Zutaten im Gefäß mit einem Rührgerät und fügen Sie langsam und nach und nach das Öl hinzu. Achten Sie darauf, dass sie nicht zu stark und zu lange Rühren, da die Remoulade sonst ausflockt.“

Ok! Ich beginne, Mixer auf kleinster Stufe und gieße ganz langsam die ersten 10 ml Öl ein. Sieht super aus, die Masse stockt. 20 ml; super!! 30; Es beginnt wie Remoulade auszusehen und ich freue mich wie also ob es schneit. 40ml, es sieht so gut aus! Todesmutig mache ich den Mixer auf Stufe 2. 50ml, alles ok. 180 ml, volle pulle, Remoulade flockt.

Der härteste Gegner in meinem Leben ist die Geduld. Hab ich nicht, nicht viel, auf keien Fall aber genug.

*Der Ofen läuft, es hat 24,6 Grad in der Küche

**Geflockte Remoulade kann man retten, wenn man ein Eigelb und etwas Zitronensaft hinzugefügt und dann wirklich wahnsinnig langsam und vorsichtig rührt.

***voll lecker übrigens!

How to gesund bleib

Es wird Herbst. Wir merken das daran, dass die Hörnchen kranken und es schnieft und schnorcht. Ein bisschen Husten hier, ne Schnotternase da und irgehdwie bin auch ich nicht ganz intakt. „Obstsalat!“, beschloss das Völkchen, und Pfannekuchen dazu. Ich stimmte zu und sie legten los.

A- und C-Hörnchen gingen einkaufen und besorgten lauter gesundes Obst: Äpfel, Birnen, Pfirsich und Champignons – ein Genuss. Anschließend schnibbelten sie munter drauf los, machten den Teig für die Pannekoken, karamellisierten das Obst und brieten alles ab. Das Resultat konnte sich sehen lassen und ganz bestimmt hat es uns ein bisschen gesünder gemacht. Und ja, ich gebe es zu, die Champignons habe ich aus dem Obstsalat diskutiert. Sie wurden roh dazu nicht verspeist.

Tiramisu

Tatsächlich sieht die Sache ja mal so aus. Immer wenn ich Tiramisu sehe, denke ich: Boa Wahnsinn, sieht das gut aus, ich sterbe vor Verlangen! Dann lade ich auf, trage das Zauberzeug an meinen Platz und das Wasser läuft mir im Mund zusammen! Tiramisu; der Wahnsinn. Ein Himmelreich, ein Träumchen!!

Dann nehme ich den ersten Löffel, voller Vorfreude, lasse es mir langsam auf der Zunge zergehen und nach einigen Sekunden stelle ich fest: Urgs! Tiramisu; mag ich ja gar nicht. Also, was heißt nicht, zumindest dieses hier mag ich nicht. Vielleicht war der erste Löffel nur nix – und dann nehme ich den zweiten. Der ist dann auch nix und schnell kapituliere ich vor dem vermeintlichen Lecker. Meistens zerlege ich es vorher noch in seine Einzelteile, um die nicht-schmeckende Komponente ausfindig zu machen. Ohne Erfolg, ich mag sie alle nicht.

Es ist ein Rätsel, mein Hirn weigert sich die Information: „Mag das nicht“ anzuerkennen und so tappe ich immer wieder in die böse Falle. Ab heute male ich mir schwarze Striche auf den Arm, als Erinnerung!

Essen

„Was wollt ihr essen?“. Jede Woche die selbe Frage; und jede Woche die selben Antworten. „Keine Ahnung “ oder „Nudeln“. In ausgefallenen Wochen schlägt noch jemand Pfannekuchen vor.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht gern koche. Prinzipiell mag ich es. Mit Zeit und so. Das all abendliche Abwurschteln jedoch ist mitunter eher unattraktiv. Noch schlimmer die Tatsache, dass das Volk gern murrt. Also, nicht dass sie es besser könnten oder Ideen hätten – aber motzen! Das könne sie alle. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zu scharf, zu süß, zu heiss. Zu flüssig, zu dick oder zu doof. Zu körnerig, zu stückig. Was man an essen alles aussetzten kann; erstaunlich!

Letzte Woche habe ich dann verkündet, eine Woche lang Nudeln mit Ketchup zu servieren. Mir wurde das glatt reichen, meine Ansprüche sind gering. Und plötzlich kam Bewegung in das Trauerspiel. Tränen flossen und es wurde beschwichtigt. Mal sehen, vielleicht hat ja die Androhung gereicht.

Kochen 

Aus der Serie „A-Hörnchen kocht“ präsentiere ich dieses Mal: 

Limettenbrot mit   karamellisiertem Obstkompott und Limetten-Honig-Joghurt an Früchten der Saison. 

Einkauf, Rezept und Durchführung lagen beim Hörnchen; ein wenig durfte ich helfen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Es war lecker, sah toll aus und er hat sechs Personen sat bekommen. Zu allem Überfluss war es auch noch weitestgehend gesund – zumindest nicht schrecklich ungesund. Ich bin stolz auf meinen Großen. Zudem finde ich, dass Kochen eine total sinnige Freizeitbeschäftigung ist. Viel besser als Handy, Computer, chillen oder kleine Geschwister taktieren. 

Möhrenkuchen

Vor Jahren habe ich zu Ostern einmal Möhrenkuchen gebacken. Ich hatte damals den Eindruck es wäre den Kindern recht einerlei gewesen. Dieses Jahr baten sie aber tatsächlich in aller Form darum, wieder einen Möhrenkuchen zu bekommen; und den bekamen sie. Und da der Menne dieses Jahr an Ostern arbeiten musste, haben wir einen Österlichen Ausflug zu Papas Arbeit gemacht – mit Möhrenkuchen. 


Hier das Rezept für Interessierte:

Der Teig

375 g geriebene Möhren

250 g Mehl

2 TL Backpulver

250 g Zucker

1 TL Zimtpulver

250 ml Öl

6 Eier ( am besten vom Eierauspusten am Tag zuvor)

200 g gemahlene Mandeln

Gefüllt ist der Kuchen mit:

200g Frischkäse

200g Puderzucker

Zitronensaft nach Bedarf 

Und überzogen mit lecker Marzipan. 

Großer Staatsakt 

Kochen find ich gut und durch das tägliche Kochen für die Familie bin ich auch gut in Übung. Ja, ich denke ich kann ganz gut kochen. Heute habe ich mich selbst übertroffen. Auf meiner Arbeit sind Koch und beide Küchenhilfen erkannt und so bin ich todesmutig als Suppentante eingesprungen. 50 Essen und 60 belegte Brötchen galt es zu bewältigen. Ich entschied mich für Kartoffensuppe mit Mettenden. Überschaubar Aufwand und gute Gelingchancen. Und zu legte ich los.

Schibbeln und schälen und braten und brutzeln; und da ich ein sehr strukturierter Mensch bin, alles nach Plan. Schnibbeln von 9-9.45 Uhr, danach Töpfe auf den Herd, Öl erhitzen und alles vorbereiten bis 10. Anbraten und Löschen des Ansatzes bis 10.30 Uhr, nebenbei Brötchen schmieren. Kartoffeln schälen bis 11.00. Zwischen 11 und 11.40 Uhr Kochen der Kartoffeln und während dessen Vorbereitungen für die Essensausgabe treffen. 11.40 – 11.55 Uhr abschmecken und stampfen der Suppe, 11.55 Uhr umfüllen in die Wärmebatterie und ab 12.00 Ubr Essensausgabe.   

Was soll ich sagen; Planung ist alles! Hat gut funktioniert, hat gut geschmeckt und genug war es auch. Zugegeben, es war ein wenig mehr als genug, aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Und Suppe ist ja eh am 2. Tag noch besser!