Eine wahrhaft gute Mutter 

Auf dem Rückweg vom Kindergarten war es arg kalt und ungemütlich. Es begann zu regnen und es stürmte. C-Hörnchen fuhr eisern mit ihrem Roller. Bald klagte sie über kalte Finger. Ihre Handschuhe waren nass und machen die Sachen nur noch schlimmer. 

Einige Meter dachte ich es würde schon gehen. Dann realisierte ich, dass der Weg mit dem D-Hörnchen auf dem Laufrad und den 100 Pfützen ewig dauern würde. Nach kurzem Zögern zog ich meine warmen Socken aus und gab sie dem C-Hörnchen als Handschuhe. 

Soviel sei gesagt: Ihre Hände waren in der folgenden halben Stunde kuschelig warm. Meine Füße weniger. 

Immer wieder

Heut morgen lief ich zügigen Schrittes hinter C- und D-Hörnchen her. C-Hörnchen fuhr Roller und D-Hörnchen mit dem Laufrad. Ich konnte nicht genug von dem Bild bekommen und fotografierte fleißig. Und dann fiel es mir auf: Ich habe das jedes Mal. 

Bei jedem Hörnchen das diesen großen Schritt in die Selbstständigkeit getan hat, war ich vollkommen verzaubert und konnte nicht genug von dem Anblick bekommen. Bei aller Anhänglichkeit und Klettigkeit bin ich doch jedes Mal irre stolz auf meine kleinen, automobilen Hörnchen. Es ist schlicht erstaunlich, wie dieses winzige, eben doch noch vollkommen hilflose Wesen sich plötzlich allein und fast sicher in dieser Welt umherbewegt. 

  

  

  

   
    
  

Kleine Menschen, kleine Räder

Plötlich kann mein D-Hörnchen Laufrad fahren. Gestern war es plötzlich da, und seit dem will er nichts anderes mehr. Verrückt!

Heute war ich dann voller Euphorie und wollte mit ihm zum Altglascontainer. Altbekannte Strecke; haben sie alle irgendwann als Trainingstrecke genutzt. Mit dem Rad, ohne Kind, etwa 7,3 Minuten. Zu Fuß, ohne Kind, etwa 15 Minuten. Mit einem gut trainiertem 2,75 jährigem auf dem Laufrad etwa 30 Minuten. Und mit einem zweijährigen, der seit gestern fährt…

Also, nach 45 Minuten war ich steif gefroren. Der Rucksack und die Tasche voller Altglas wurden nach Ca. 60 Minuten so schwer, dass alles nur noch weh tat. Nach 75 Minuten wollte D-Hörnchen nicht mehr fahren. Von nun an trug ich Rucksack, Tasche und Laufrad und an der anderen Hand hatte ich das laufende D-Hörnchen. Nach 90 Minuten kam ich halb ohnmächtig vor Schmerzen am Container an. B- und C-Hörnchen saßen lethargisch am Straßenrand und hätten sicher zeitnah Almosen bezogen. 

Den Rückweg bestritten wir mit dem Bus. Und ich gebe zu, dass das vielleicht etwas viel verlangt war.