Schallfieber

In den letzten Jahren haben meine Hörnchengut und verlässlich geschlafen. Somit hat mein Körper sich erlaubt, nach Jahren der Entbehrung, endlich wieder ein gesundes Schlafbedürfnis zu entwickeln. Ich schlafe extrem gern und viel. Störungen waren selten und bildeten die absolute Ausnahme.

Gestehen Abend war ich noch unterwegs. Ich trank ein bisschen Bier und kam gut gelaunt, nicht allzu spät nach Hause. Gegen Mitternacht fiel ich ins Bett und war schnell komatös. Diesen Zustand konnte ich erfolgreich aufrecht erhalten bis etwa 0.20 Uhr. Zu diese Zeit begann nämlich das A-Hörnchen laut und vernehmlich im Treppenhaus zu sterben. Bald darauf stand er neben meinem Bett, laut jammernd, brüllend. Tatsächlich hatte er Fieber bekommen, lautes Fieber. Er kroch zu mir ins Bett und verstarb dort laut weiter, nach 30 Minuten übergab er sich – laut. Anschließend lag er weiterhin laut und deutlich im Bett und litt. Er litt bis 2.00 und ging dann endlich wieder. Morgens gegen 5.30 wiederholte sich das Schauspiel. Krank, laut, kotzen, Bett. Er wecke seine kleinen Geschwister und trieb mich an den Rand des Wahnsinns.

Ja! Das Kind war krank. Und ja! Kranke Kinder gehören zu Mama! Aber WARUM muss man so laut krank sein? Warum muss es jeder hören können? Ich für meinen Teil bin im Eimer. Sowas kann ich nicht mehr ab.

Schamesröte

C-und D-Hörnchen sind zur Zeit unausstehlich. Was auch immer C-Hörnchen anfasst, D-Hörnchen will es auch. Wohin immer C-Hörnchen geht, D-Hörnchen folgt. Was auch immer D-Hörnchen sagt, C-Hörnchen verbessert.  Was immer er tut, sie findet es falsch; und umgekehrt. 

Trotz alledem verbindet die beiden ganz viel. Sie können nicht ohne einander und schlimmer noch, sie können nicht miteinander. Es ist verhext. Und die Haupt-Leidtragenden in dieser Geschichte sind dieser Tage definitiv die Nachbarn. Alle paar Minuten geht die Hörnchen-Sirene los. Und eins haben beide gemeinsam: Sie sind ohrenbetäubend laut. Und da alles Schimpfen und alle Diplomatie nichts nützen, bleibt mir nichts übrig als mich still und leise zu schämen. 

Puppentheater 

Gestern beschlossen wir heute, am Sonntag, einen Ausflug in den IndoorSpielplatz zu machen. Ich fragte eine Freundin, ob sie mit ihren Kindern mitkommen wollte. Sie erklärte mir, dass sie schon Karten für’s Puppentheater hätten, und somit keine Zeit. Ich verhöhnte sie; wer will denn ins Puppentheater. Haha…

Nun sitze ich hier. 12% Sauerstoff, dutzende Kindergeburtstage, 278 Dezibel. Obwohl ich gegen Mittag noch duschen war, sehne ich mich schon jetzt nach einem Bad. Schlecht erzogene, schwitzige Kinder fressen unsere Salzbrezeln, versuchen D-Hörnchens Trinkflasche zu entwenden und eben sickerte Cola bedrohlich auf meinen Socken zu. Der Müllei neben mir fällt ständig um und unersättliche Kinder fressen Pommesteste vom Boden. Durch das Klettergerüst robben verloren gegangene Dreijährige, die sicherlich schon mehr als ein mal Pipi in die Hose gemacht haben. Der pure Gedanke an das, was meinen Kindern an den Hände klebt, lässt mich erschaudern. Mich, als eigentlich bakteriologisch unerschrockener Person. 

Puppentheater. Wie geil ist denn Puppentheater?! Ich wünscht‘ ich wär‘ im Puppentheater!!!

Augenblick verweile,

Ein Tag wie ein Marathon; ohne etwas geschafft zu haben. Ein krankes A-Hörnchen, Kinderarzt, viel Besuch, Handwerker, Haushalt, Kinder, Kochen, Kekse. Irgendwie war immer was, meine Ohren fühlen sich maltritiert. Und dann:

Plötzlich Stille. A-, B- und C-Hörnchen spielen friedlich im Oben. Und das D-Hörnchen sitzt vor mir am Tisch und telefoniert glücklich mit dem TipToi Stift. Herrlich; Augenblick verweile, du bist so schön! 

Bitte nicht schreien!!

Heute im Bus!!

D-Hörnchen und A-Hörnchen saßen ganz vorn auf dem 1. Sitz, ich stand daneben. Der Bus wartete noch einigen Minuten auf die richtige Minute und mein D-Hörnchen motzte genervt etwas rum. Unter Umständen hat er sogar drei Mal aufgeschrien, weil er nicht hat im Bus rumrennen durfte.

Da dreht sich der Fahrer um und sagt zu mir:“Nicht schreien bitte!“ Ich hielt das zunächst für einen Scherz und antwortete:“Wenn Sie mir sagen wo man ihn ausstellt, mach ich das!“ Da verdunkelte sich die Miene des Fahrers und er teilte mit, dass er nicht fahren könne mit einem schreienden Kind (mein Kind war inzwischen leise!). Ich erwiederte, dass er sicher in Rube fahren könne und erklärte das Thema für beendet. 

Tatsächlich war mein Baby lieb und still und alles war gut. Was bleibt ist die Frage, ob der uns wirklich rausgeschmissen hätte wenn D-Hörnchen gequakt hätte. Irre!!! Der Mann war so überzeugend unfreundlich, dem hätte ich alles zugetraut.