first love

„Mama, hast du noch alte Sachen von früher?“, Fragte mich das A – Hörnchen vor ein paar Tagen. Und ja! Ich habe noch alte Sachen von früher. Unendliche Massen alter Sachen von früher, vornehmlich aus den Jahren 1995 bis 1997. Und so stiegen wir heute auf den Dachboden um in der alten Zeit herum zu forsten und mal zu gucken, was die Mama so getrieben hat als sie 12 oder 13 Jahre alt war.

Die Suche ging schnell und so standen wir ruckzuck vor drei wirklich großen Kisten, voll gestopft mit Kram. Zugegeben ein klein wenig hatte ich vergessen was dort alles drin ist. Uns erwartete eine wahre Flut aus Take That- Fan Artikeln. Neben einiger Kilo Videocassetten, Audio Kassetten, Postern und Zeitungsartikeln fanden wir natürlich auch die obligatorischen Bravo- Autogrammkarten, Briefmarken, Klebe- Tattoos, Bügelbilder und Song-Books. All das Zeug war fein säuberlich sortiert, die einzelnen Blätter ein geklebt, in den Ordnern hatte ich Inhaltsverzeichnisse angelegt. Auch diverse Panini Alben, Sticker Alben und sündhaft teure Fanzeitschriften fanden sich, so dass ich mich schnell fragte, wie ich das überhaupt finanziert habe? Nun ja, Prioritäten muss der Mensch setzen und so habe ich das eben finanziert – weil es das allerwichtigste auf der Welt war. Einige Minuten später schmunzelte ich sehr; hätte ich in meinem späteren Leben die Schule mit einer solchen Sorgfalt behandelt, mein Abi hätte sicherlich nicht die Note 3,6 gehabt! Nun gut, man kann nicht alles haben. Prioritäten muss man setzen, und auch später hatte ich diese deutlich formuliert. Wie dem auch sei, wir gruben weiter und fanden neben einem Take That Kopfkissen, 25 T-Shirts, dieversen Mützen und Caps, einen Rucksack, einer Reisetasche, einem Duschgel, Schmuck, dutzender Schlüsselanhänger und zwei Jacken auch die damals unglaublich begehrten Take That- Barbie Puppen. Leidenschaft und Hingabe, ja das konnte ich schon immer gut. Was ich in dieser Zeit an Zeit, Geld, Gehirnsschmalz und Emotionen ausgegeben habe und diesen Kult gerecht zu werden… Es ist unglaublich!

Wie alles im Leben endete diese Phase recht abrupt im Sommer 1997. An die Stelle von Mark, Robbie, Gary, Jason und Howard trat der erste echte Freund. Für alberne Schwärmerei, Poster und Zeitungsartikel war nun keine Zeit mehr. Ein neuer Lebensabschnitt begann und auch dieser endete, sowie viele andere es bereits taten und noch tun werden. Ich bin wahnsinnig gespannt, was mich in den kommenden Jahren erwartet. Welche Teenie- Idole gehuldigt werden, welche Poster aufgehängt und welche Konzerte wir gemeinsam besuchen werden. Wenn meine Kinder ähnlich begeisterungsfähig sein, wie ich es war oder wird sie all das völlig kalt lassen? Ich werde es erleben, und wenn ich mir überlege, dass der Wahnsinn bei mir mit zwölf Jahren begann, dann ist es gar nicht. Mehr lange hin. Überhaupt gar nicht mehr!