So gut ich kann

A-Hörnchen schreibt heut eine Englischarbeit. Er ist gut vorbereitet und alles sollte gut klappen. Beim Frühstück fragte ich ihn, ob er eigentlich vor einer Arbeit aufgeregt wäre oder Angst hätte. Er sah mich überrascht an und sagte:“Nee! Gar nicht!“ Ich erläuterte noch, dass manchen Menschen Angst hätten zu versagen, da führte er fort:“ Mama! Ich mach das genau so gut, wie ich es kann. Und besser wäre es dann ja eh nicht geworden!“ 

So ist es wohl, großartig, wenn man das so sehen kann. Ich persönlich bin immer entsetzlich aufgeregt; und mache es dann so gut, wie ich es eben in diesem Zusand noch kann. Ein wenig von seinem Selbstvertrauen könnte mir da auch nicht schaden. 

1000er Faltbuch

Gesten Abend war ich auf dem Elternabend vom großen Hörnchen. Die Mathelehrerin berichtete, dass die Kinder zum Beginn des 3. Schuljahres ein ‚1000er Faltbuch‘ fertigen sollten, um sie auf den Zahlenraum bis 1000 einzustellen. Die Mutter eines lieben Mädchens, direkt neben mir, griff in den Ordner ihrer Tochter und förderte ein wunderschön, akkurat gefaltetes kleines Heft zu tage. Die Lehrerin lobte, wie schon das Kind diese Arbeit ausgeführt hatte. Motiviert vom Lob griff auch ich in den Materialordner meines Sohnes.

Ich griff in etwas gnüddeliges. Dann zog meine Hand einen knüddeligen Haufen heraus. Mein Sohn hatte offenbar etwas weniger Motivation sich diesem Thema zu nähern. Das Büchlein war kaum ausgefüllt und wenig gefaltet. Der Lacher der anderen Eltern war auf meiner Seite und auch die Lehrerin konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Und ich nahm die Situation als mein ganz persönliches Lob. Nur zu gut kann ich mein Hörnchen verstehen. ICH hätte da auch keine Lust zu gehabt.

Ich legte ihm sein Heftchen wieder in den Ordner  und machte eine kleine Notiz dran:

„Toll, wie gut du schon falten kannst. Mama:“