Lustig was plantschen

Meine Hörnchen lieben das Schwimmbad. Ich nicht. Da meine Hörnchen aber auch vieles nicht mögen, an dem sie im Alltag nicht vorbei kommen (Brokkoli zum Beispiel), habe ich es heute auf mich genommen und bin mit ins Schwimmbad gefahren. Juhhuuu!

Alles in einem beginnt es schon damit, dass alle so arg unbekleidet sind. Ich gucke mir nicht gern manschen an, von denen so viel raus guckt; mein Fehler ohne Zweifel. Hinzu kommt der Fakt, dass ich noch viel ungerner so viel von mir rausgucken lass, da ist Badeanzug nicht optimal. Was soll es aber, nutzt ja alles nix. Also rein in die schicke Klamotte.

Ist man dann erst einmal umgezogen, beginnt der Spaß erst richtig. Manch einer geht zunächst duschen, viel zu viele tun das leider eher nicht. Und so stehen sie da. Fast nackt, dicht an dicht und aalen sich in der trüben Brühe. Selbst wenn ich wollte, ich kann gar nicht anders als mit ununterbrochen vorzustellen, was in diesem Wasser alles treibt. Pipi, keine Frage. Haare, viele viele Haare von allen Stellen des Körpers. Schweiß, Eckremente, Pflaster. Reste halb abgespulter Krusten und natürlich der eine oder andere Fingernagel. Von Speichel und Nasentotz ganz zu schweigen… Und wenn Mensch erst mal lange genug im Wasser war, behinnt die Haut sich so herrlich zu krisseln. Überflüssige Hornhaut entfernt sich dann fast wie von selbst. Herrlich!!

Als Highlight eines jeden Schwimmbad-Besuches gibt es dann blaue Lippen und schlotternde Knie meinerseits. Auch wenn es im Bad enorm warm ist und die Brühe angenehme 32 Grad hat, ist es eine Frage der Zeit, bis ich meine Körperwärme restlos abgegeben habe. Heute endete es nach erst stolzen 3,5 Stunden im Whirlpool (Wasser, schlimm noch mehr ja). Man sprach mich besorgt auf meine blauen Lippen an, währen ich bibbernd in der Furzbrühe hockte. Ein Genuss. Also wickelte ich mich bebend vor Kälte in Hoodie und Handtuch und verbrachte die letzten 1,5 Stunden auf einem Liegestuhl damit, Menschen zu studieren.

Einziger Lichtblick: Die nette Dame an der Kasse wollte dem Menne 1 Erwachsenen und 5 Kinder abziehen; ich bin offenbar in der Blütezeit meines Lebens angekommen. Zarte 15 und keinen Tag älter. So sieht das aus.

Gewitter im Kopf

Beim Aufstehen zog es bereits auf.

Tiefe, schwere Wolken, die bedrohlich

Langsam aber entschlossen

In meinem Kopf zuzogen

Mit nur einem Ziel.

Der Druck steigt schnell

schon ein Atemzug reicht aus um zu erkennen

dass sie wieder da ist,

mit all ihrer Schönheit und all ihrer Macht

Brachial und gemein,

angetreten um ungefragt bei mir zu sein.

Gewitter im Kopf

unglaubliche Schmerzen

Auf Tabletten folgen Tropfen

Und der Scheiss hört nicht auf.

Rostige Nägel ins Gehirn geschlagen,

ein Brennen wie von 2 Million Scoville

Und kein Gedanke mehr möglich

alles wie Brei.

Und was soll ich sagen,

ich geh jetzt einkaufen.

„Show Must Go on“ sagte Freddy so schön.

Nur er ist schon tot

Und muss nicht mehr in der verkacken Schlange,

im Supermarkt stehn‘.

Vom Glück gesunde Kinder zu haben 

Die letzten drei Tage hat das A-Hörnchen im Krankenhaus gelegen. Mit seinen neun Jahren war er alt genug Nachts allein zu bleiben und zu jung um tagsüber solo zurechtkommen. Somit haben wir uns aufgeteilt, einer hier, einer da. Schichtübergabe zu Hause; dann was das Hörnchen jeweils eine Stunde allein. Nach wenigen Stunden im Krankenhaus dachte ich regelmäßig verrückt zu werden – trotz bester Nachbarn und einer vielversprechenden Diagnose. Zu jeder Zeit war klar, dass er bald wieder gehen könnte und keinen bleibenden Schäden haben wird. 

Nach drei Tagen Expedition ins Reich der kranken Kinder stelle ich mehr denn jeh fest, wie dankbar ich bin vier gesunde Kinder zu haben. Wie entsetzlich muss es sein sich über Monate in so einer Klinik aufzuhalten. Sich aufteilen zu müssen und keine Privatsphäre zu haben. Und dann dieses ständige warten, diese Ungewissheit. Wie zermürbend und Kräfte zehrend muss es für die betroffenen Eltern sein, sich über Monate zwischen Krankenhaus, Haushalt, Job, gesunden Kindern und krankem Kind aufzuteilen. Nach nur drei Tagen fällt unsere Bilanz mies aus. Der Haushalt ist zum Erliegen gekommen , die drei Kleinen sind zu kurz gekommen und wir großen sind emotional platt.

Meine Gedanken sind bei den ernsthaft kranken Kindern und ihren Familien. Das was sie leisten ist unglaublich stark und grausam zugleich. Ich ziehe meinen Hut! 

Ich tue mir sehr leid

Aktuell gibt es nicht viel zu sagen. Alles ist wie immer. Nach den Ferien kommen die Krankheiten, nach den Krankheiten werde ich krank. Bis heut Mittag dachte ich noch, ich hätte mich verlegen und ein bisschen Schnupfen. Der Versuch, die Symptome mit Bewegung an der Luft  zu vertreiben, ich war ordentlich laufen, endete im ersten Schritt in der Badewanne und im zweiten auf dem Sofa. Heldenhaft 

Aus verlegenem Verlegen wurden Gliederschmerzen, und aus dem Schnupfen entwickelten sich zahlreiche andere Probleme. Schei**e ist das. Ich muss arbeiten. Die Uni brüllt mich förmlich an. Aber nein, ich werde dann mal fröhlich vor mich hin sterben. Bin nicht sonderlich hart im nehmen, leide wie ein Mann. Aber jeder kann ja irgendwas. Schnieff!!