Udo Lindenberg 

Kennt ihr diese Listen im Kopf, auf denen Dine stehen, die man in seinem Leben gemacht haben will? Ich habe gestern einen Punkt abgearbeitet; ach was. Ich habe ihn genossen! Ich war gestern bei Udo Lindenberg, auf einem fulminanten Konzert. Dass ich ihn nun endlich live gesehen habe, macht mich um so glücklicher, weiß man doch bei Menschen um die 70 nicht so ganz genau, wie oft man die Gelegenheit noch bekommt. 

Dieser Udo ist ein Phänomen! Denn obwohl der mich und mein popeliges, bisher kurzes Leben ja gar nicht kennt, schafft er es in so vielen Liedern mein Innerstes in passende Worte zu packen und nach außen zu kehren.  Obwohl zwischen ihm, dem Schreiber all dieser Wahrheiten, und mir 40 Jahre und viele Welten liegen, erschaffen viel Lieder das dringende Gefühl in mir, genau für mich und einen Moment geschrieben zu sein. Diese Passgenauigkeit erstaunt mich immer wieder. 

Meine Lieder gestern live zu sehen war großartig, herausragend und einfach schön. Und wenn ich es hinbekommen sollte, mit 70 endlich so einen kleinen Hintern zu haben, dann weiß ich, dass ich irgendwie alles richtig gemacht habe. Wenn ich dann noch in der Lage sein sollte, 2,5 Stunden lang SO herunzuhüpfen, dass ziehe ich vor mir selbst den Hut. 

Danke Udo! 

30 Dinge

Soeben entdeckt im www: 30 Dinge, die ich vor meinem 30. Geburtstag erledigt haben soll. Es ist also aller höchste Zeit eine „drei-Jahre danach Bilanz“ zu ziehen. Lucky oder Looser sozusagen. 

1. Eine Rucksackreise! Eine Woche, einen Monat, ein Jahr – ganz egal!—Nun ja, ich war schon mal mit dem Fahrrad und ’ner Satteltasche auf großer Reise; das sollte reichen. 

2. Blutspenden gehen!—Nicht bisher. Schlimm? Ja, eigentlich schon. Irgendwie hat es sich nie ergeben. Letztlich war ich jahrelang schwanger oder stillend, was das Blutspenden ja ausschließt. Aber mein Tag wird kommen. Oder ich spende vorher Organe…

3. Lernen, wie man eine gute, selbst gemachte Sauce Hollandais macht.— Check!! Das kann ich. 
4. Eine Kreditkarte besitzen.—Nope. Brauch‘ ich nicht. 
5. Bei seinem Traumjob arbeiten. Zumindest solltest du wissen, was dein Traumjob ist und wie du dort hingelangen kannst!— Ich habe schon so oft gedacht meinen Traumjob gefunden zu haben. Inzwischen denke ich realistisch und suche allenfalls nach dem Job, der sich mit der Familie vereinbaren lässt und mich nicht zu sehr stresst. 

6. Einmal alleine vereisen. Du wirst schon sehen wieso!— Ich bin nie nie nie allein. Schon allein deswegen nicht, weil ich es nicht mag allein zu sein. Das absolute Maximum ist allein zur Uni zu fahren. Immerhin rauche ich nur deswegen so selten, weil mir selbst 7 Minuten allein vor der Tür mir selbst zu allein sind. 

7. Seinen eigenen Stil finden! Frag dich selbst: Was steht mir? Trage ich es nur, weil es gerade Trend ist? Was will ich besonders betonen?— Ich bin total der Stil. Ich habe nicht nur einen Stil, ich habe Dutzende. Mein Lieblingsstil ist der Schlafanzug. 

8. Eine Rede auf einer Hochzeit halten. —Check, und die Braut hat vor Rührung geweint.  

9. Teenie-Bilder sortieren, egal ob in einem Album oder in einer Schublade.— Jap, gar nicht so lange her. Es war ein großes Vergnügen. 

10. Sich über seine Rentenversicherung Gedanken machen.— Ups. 

11. Den Großeltern Löcher in den Bauch fragen! Über dich, deine Eltern, ihr Leben, ihre Ansichten…—Vor allem habe ich mich früher viel zu oft mit meinem Opa gestritten; wegen seiner Ansichten und jedem anderen Mist. Den wahren Wert seiner Lebenserfahrung habe ich viel zu spät erkannt.  

12. Lernen, sich auf die eigenen Instinkte zu verlassen!—Check. Ich mag die Dinger inzwischen und kann mich ziemlich gut auf sie verlassen.  

13. Freiwilligenarbeit leisten!—Check! Ich habe mich eine zu kurze, aber tolle Zeit in der aufsuchenden Arbeit auf den Platten unserer Stadt versucht. Bis ich schwanger wurde und mir das Unterfangen zu heikel wurde. 

14. Das Kinderzimmer für die Eltern “frei” geben. Auch wenn es irgendwie beruhigend ist, das alte Kinderzimmer im Originalzustand zu wissen, deine Eltern können sich vielleicht den lang ersehnten Hobbyraum daraus zaubern.— Frei geben; niedlich. Ich war noch nicht vom Hof, da war es schon in Gebrauch. 

15. Nach New York fliegen!— Ich würde so gern; aber wer zahlt das? 

16. Gesünder leben! Bis jetzt war Gemüse nur die lästige Beilage vom Braten? Probier mal andere Rezepte aus!—Wenn man meine Kinder fragt, lebe ich viel zu gesund. Und die müssen es wissen. Grad heute habe ich wieder versucht die armen Kreaturen mit Bohneneintopf zu vergiften. 

17. Eine teure Handtasche kaufen! Quasi als Investment Piece fürs ganze Leben.— Scheiss drauf. Von dem Geld flieg ich lieber nach New York

18. Eine Familientradition kreieren! — Haben wir. „Große-Kinder-Urlaub“, „Familiensommerfest“ und „Weihnachten“ erfunden. Ach nee, eins gab’s schon vorher. 

19. Einen Klassiker lesen. Wie wäre es mit “Hamlet”, “Das Parfum” oder doch “Buddenbrooks”? —Ich kann die ersten 10 Seiten von Goethes Faust auswendig. Reicht das? Ich war am Grab des Altherren und habe seinem Gingko gehuldigt.  Ich liebe klassische Literatur und habe viel gelesen. 

20. Geld spenden—Check

21. Gedanken darüber machen, was man sich vom Leben noch erwartet.— Mache ich viel zu oft. Vor allem Nachts wenn ich eigentlich schlafen sollte. Und dann mache ich mir Gedanken darüber, wie ich den nächsten Tag schaffen soll, wo ich doch so müde bin. 

22. Ein Instrument lernen!— Ich kann Blockflöte. Nix zum Angeben, aber ein Instrument. Früher wollte ich immer gern Kontrabass spielen. Heute hätte ich Lust auf Schlagzeug. Dann sähe ich aus wie Bela B. 

23. Die Problemzonen und Schokoladenseiten deines Bodys kennen- und liebenlernen!— So ein Quatsch. Worüber soll ich dann jaulen; lieber ernähre ich mich noch gesünder und sporte gewaltig durch. 

24. Ein Hobby suchen, das du ein Mal die Woche ausübst.— Gern. Auch gern öfters. Ich mag Hobbies; zumindest meine eigenen. 

25. Ein smartphonefreies Wochenende verbringen!—Nö. Hab ich ja früher oft genug gemacht. 

26. Ausmisten, aber so richtig!—Check. Ist noch gar nicht lange her. Wo sechs Menschen leben ist der Platz oft rar. 

27. Die Namen aller wichtigsten Politiker kennen! —Wer bestimmt denn wer wichtig ist? Ich … kenne Leo Tolstoi

28. Einmal so richtig viel Kohle bei einer coolen Partynacht mit deinen Mädels auf den Kopf hauen!— Lieber haute ich früher die Kohle fremder Männer auf den  Kopf, als mein sauer verdientes Geld auszugeben. Da bin ich viel zu geizig!! Heute gehe ich selten aus, und wenn dann reichen drei Bier. 

29. Entdecken, wie sehr ein Saunagang entspannt.— 1000 mal probiert, 1000 mal ist nichts passiert. Ist ok, nett. Aber nicht mehr. Außerdem sieht man da meinen Bauch. 

30. Geld anlegen! Die ferne Zukunft kommt ja doch irgendwann— Angelegt … Ausgegeben!! Zukunft muss warten. 

Nach Abschluss meiner Bilanz komme ich zu dem sicheren Schluss, dass der Mensch, der das alles beschlossen hat, nicht ‚ich mit 29‘ war. Komische Vorstellungen von dem, was wichtig ist. Und warum bitte bis 30? Bin ich denn etwa schon tot?