Weight watchers 

Wie jedes Jahr bin ich auch in diesem Januar zu einer guten, alten Ttadition zurückgekehrt; ich habe mich im Januar bei Weight watchers angemeldet. Ganz ohne gute Vorsätze und all sowas, einfach nur weil es mir jedes Jahr gut tut! 

Zum ersten Mal habe ich mich vor drei Jahren, in der Abstillphase des D-Hörnchens, angemeldet und war schnell überzeugt. Eigentlich muss ich immer noch über mich selbst lachen, denn genau genommen bietet das Programm nichts, was ich nicht auch mit meinem Kopf könnte. Ich weiß genau was ich gutes esse, weiß genau was ich an Mist in mich rein stopfe. Ich weiß, dass Sport gut ist und kein Sport schlechter. Trotzdem nützt mir diese ganze kluge wissen gar nichts. Denn am Abend auf dem Sofa weiß ich vor allem, dass ich kaputt bin und meine geschundene Seele belohnen muss – mit Schokolade. Und so futtere ich mich Abend für Abend glücklich; oder auch nicht. 

Weight Watchers ist für mich wie ein Weckruf. Ich besuche keine Treffen oder so, alles was ich mache ist mein Essen im Handy zu protokollieren. Die App zeigt mir dann an, wieviel ich noch essen darf. Peng, das ist das ganze Geheimnis. So nutze ich das Programm wie ein Lesezeichen im Hirn. Die ersten Monate eines jeden Jahres protokolliere ich streng und verliere ein paar Kilo. Den größten Teil des Jahres zehre ich dann von den strengen Anfangsmonaten. Das regelmäßige Ins-Gedächtnis-Rufen der Mengen und die Auseinandersetzung mit Ernährung und Bewegung hält eine Weile an, so dass ich problemlos einige Monate einfach so vormochhin esse und lebe. Gegen Ende des Jahres kehrt dann der Schledrian ein. Ich scheisse auf das gesunde Leben und finde wieder jeden Tag einen guten Grud meine geliebte Schokolade zu essen. In dieser Endphase des Jahres futtere ich mir dann meine Kilos vom Vorjahr wieder rauf und so ist im Januar alles beim Alten. 

Nun heißt es auf ein Neues. Ich bin motiviert und habe Lust zu meiner gesunden Form zurückzufinden. Desillusioniert und in vollem Bewusstsein, dass ich weiß, wie ich es nutzen werde, fällt es mir leicht dem Konzern WW ein paar Euronen in den Rachen zu schmeißen. Schließlich bekomme ich ja auch was dafür: Das gute Gefühl! Zumindest ein dreiviertel Jahr lang. 

Ernährungsfragen

D-Hörnchen trinkt total gern Milch. Locker ’nen halben Liter, manchmal auch mehr. Es schmeckt ihm einfach. Kuhmilch! Milch, die für Kälber gemacht wird. Das Böse! Milch; das heißt Laktose pur, Allergene und verklebte Schleimhäute. Ganz schlimm, mit Sicherheit. Und verantwortungslos. 

A-Hörnchen ist Vegetarier. Er isst keine toten Tiere, weil er Tiere mag. Verantwortungslos, sagt meine Oma. Bekloppt, sagen andere. Fleisch ist gesund und wichtig, fördert das Wachstum und den Verstand. Fleisch ist gut für die Muskeln und grad so ein Heranwachsender braucht das gute Protein um kräftig und männlich zu werden. 

C-Hörnchen isst Fleisch. Dramatisch, ich weiß. Eigentlich baucht der Körper kein Fleisch und der faschistische Konsum von Lebenwesen ist egoistisch und wiedersagt jedem humanistischem Streben. Fleisch, und eigentlich auch tierische Erzeugnisse, sind nicht zum menschlichen Verzehr vorgesehen. Es ist verantwortungslos, der Natur gegenüber und den kommenden Generationen. 

B-Hörnchen mag gern Süßes. Sie kann es gut vertragen – denke ich manchmal. Dabei strotzen all diese Dinge nur so vor Zucker. Weißem Zucker! Unverantwortlich! Kohlenhydrate, und ins besondere eben dieser Kristallzucker, sind schlecht für die Zähne und machen dick. Sie verkleben den Organismus und machen und krankheitsanfällig und schwerfällig. Kohlenhydrate sollten, logisch betrachtet, einfach umgangen werden und der Körper in eine gesunde Ketose geführt. 

Ich selber weiß manchmal nicht was ich essen soll. Verzichte ich auf Kohlenhydrate, denke ich an Brot. Lebe ich vegan, denke ich an Käse. Ich trinke gern mal Milch und mag gelegentlich ein Ei. Ich liebe Süßes und manchmal ist eine Steak toll. Was ist denn eigentlich  aus dem Grundsatz der ausgewogenen Ernährung geworden? Ist denn wirklich alles so schlecht? Ich bleibe dabei, mit Gemüse allein bekomme ich meine Kinder nicht groß! Zucker in Maßen macht nicht krank und dick und gut ausgewählte tierische Erzeugnisse sind nicht faschistisch. Und diese ganzen Dogmen was das Essen angeht machen erst recht krank. Denn was kann es denn gesünderes geben als einen ordentlichen Appetit und Lust auf gutes Essen?! 

Schwere Entscheidung 

C-Hörnchen ist nun auch vegetarisch. Nicht wegen der Tiere, sondern wegen der tollen Sojawurst, die A-Hörnchen immer bekommt. 

Während sie dabei war sich zu entscheiden ob sie es nun wirklich werden sollte, half ich ihr auf die Sprünge indem ich aufzählte, welche Lebensmittel alle aus Tieren sind und welche sie weiter essen würde. 

„Würstchen gibt es dann nicht mehr. Und Salami auch nicht. Und Hamburger mit echtem Tier und Hot Dog mit Bockwurst. Und…“

…C-Hörnchen sinnierte weiter

„… Mensch darf ich dann auch nicht mehr. Das  ist ja auch aus Fleisch.“

Natürlich, das stimmt auffallend, wo wir doch sonst regelmäßig überalterte Großeltern essen. Oder nervige Nachbarn. 

Post-Apokalyptische Plätzchen 

Heute wollen wir mal wieder backen. Da ja inzwischen jedes Kind weiß, dass Weißmehl ungesund, gefährlich und fast tödlich ist, haben meine Kinder vorgeschlagen, ohne böses Mehl zu backen. 

Die Lösung a’la Kind: Butter, Zucker, Vanillezucker und Ei. Bestimmt ein Hochgenuss. Und jetzt, wo das elende Fest geschafft ist, und alle wieder glücklich und entspannt sind, macht das Backen auch gleich doppelt so viel Spaß. Und dann noch so gesund!!!

Gut gewollt und gut gekonnt

Mein Mittagessen steht aktuell unter keinem guten Stern. Nachdem der Versuch einen Burger zu essen ja gestern mächtig in die Hose ging, habe ich mir gestern Abend so einen fertigen, ollen Salat gekauft. Ja, ich weiss; soll man nicht machen, mach ich auch sonst nicht und mach ich auch nicht wieder. Denn als ich das Ding eben öffnete, schlug mir der unwiderstehliche Duft verdorbener Eier entgegen. Getoppt wurde das Ensemble von einigen glibberig-welken Paprikastückchen und ebenso wabbeligen Salatblättern. Nein danke! Ich verzichte auf meinen pseudo-gesunden Salat und bringe ihn dem Schweineladen gleich zurück.

Vorher muss ich aber was essen, mein Magen hängt in den Kniekehlen! So tiegere ich also durch die Küche, auf der suche nach einer Alternative. Und was macht mein Kohlenhydrat- und fettliebender,  dummer Körper in Zusammenarbeit mit meinem willensschwachen Hirn? Er schiebt eine Tiefkühlpizza in den Ofen.

Na toll. Und ich schauen willenlos ergeben zu. Ja! Und ich esse sie sogar, wie ausgeliefert. Vollkommen übervorteilt von der Angst meiner Innereien zu verhungern, stopfe ich also das Ding in mich und denke dabei noch: Immerhin besser als der olle, gammelige Salat!!

Low Carb

Im Urlaub haben sich meine Damen je ein Glas „Möweneier“ ausgesucht. Aus Marzipan, mit Schokolade. Heute am Esstisch, als C-Hörnchen in eins rein biß, kam es dann zu folgendem Gespräch:

Mama:“Was ist da eigentlich drin?“

C-Hörnchen:“Vogelei!“

Mama:“Ja, aber welcher Geschmack?“

C-Hörnchen (leicht entnervt):“Vogelei-Geschmack!!“

Mama:“Ja, aber das ist ja kein echtes Ei, das ist ja ein Bonbon, das aussieht wie ein Ei.“

Schweigen bei den Damen. Verwirrt drehen sie das Bonbonglas in alle Richtungen, bis C-Hörnchen eine Möwe auf dem Etikett findet. „Das sind echte Eier von dem Vogel hier! Und da kommt auch die Schokolade raus!“

So muss es sein! Schokolade ist in Wirklichkeit ein Produkt, das sich in den unbefruchteten Eiern von Möwen bildet. Es ist somit, wie auch Hühnereier, eiweißreich und nicht voller Kohlenhydrate. C-Hörnchen goes Low Carb.