Zum kotzen II

Nun hat es auch das A-Hörnchen erwischt, und nicht zu knapp. Er hat heute morgen die Segel gestrichen und sein Abendessen in der Toilette Revue passieren lassen. Halb so schlimm, denkt man sich. Bei einem zehnjährigen, der selber den Weg zu Klo oder Eimer schafft. Da er in einem extrem hohen Hochbett schläft, legen wir an solch Tagen die Matratze auf den Boden. Dann komme ich leichter an ihn ran und er leichter zum Klo. Und damit ist eigentlich alles geklärt. Eigentlich! 

Seit Tagen stritten A-Hörnchen und ich um den Zustahd seines Zimmers. Ein Teppig aus Lego, Bonbons, Taschentüchern, Socken und Bastelutensilien bedeckte den Boden und ich war nicht arsch genug einfach alles wegzuwerfen. Er wiederum hing an seinen Utensilien und mochte sein Chaos. Heute morgen stand nun fest: Das Chaos muss weg – der Gedanke, er könnte versehentlich in den Haufen kotzen, lähmte mich gradezu. Außerdem war kein Platz für die Matratze. 

Tja, was soll ich noch sagen. Während ich mich durch den stinkenden Morast wühlte und nicht wesentlich gute Laune hatte lag das leidende A-Hörnchen auf seinem Sofa und sah mir zu. Schlecht ging es ihm allemal, zum Glück war er schlau genug einfach nichts zu sagen. Einen Lerneffekt erwarte ich trotzdem nicht. Wozu auch, geht ja auch so. 

Breaking bad 

Wenn Kinder sich nachts übergeben ist das nie schön. A-Hörnchen hat jedoch in der vergangenen Nacht  die mit Sicherheit dummste Variante gefunden dieses negativ-Ereignis zu celebrieren. Als in der Nacht gegen drei der Brechreiz kam, verließ das A-Hörnchen vorbildlich sein Bett. Vorbei an seinem Mülleimer und einer leeren Spielzeugkiste, schaffte er es auf den Flur. Es glückte ihm sogar noch vorbei am Abstellraum zu kommen, in dem sich neben einem Waschbecken, diversen Plastikkisten und Eimern auch das Katzenklo befindet, das zur Not als Überdruckbehälter in Frage gekommen wäre. 

A-Hörnchen aber peilte die Treppe an um runter zu kommen zum Bad. Löblich! Wenn da nicht auf der zweiten Stufe von oben hätte kapitulieren müssen. Somit ergoss sich das leidige übel auf der mit Teppich belegten Treppe, von ganz oben bis ganz unten. Er traf nicht nur die Stufen sondern auch die Wand, die Handläufe und die daran hängenden Rucksäcke und Fahrradhelme. Ein Rundumschlag, ein voller Erfolg. 

Ein Lob gilt hier dem Menne, der das ganze beseitigte während ich noch immer mit Fieber im Bett lag. 

Hospitalisiert

A-Hörnchen Fieber messen, Wadenwickel  holen, machen. B-Hörnchen Fieber messen, Medikamente holen. Runter. Noch Saft dazu, runter. A-Hörnchen verlangt Eimer, rüber. Eimer leeren; runter. Dann schnell wieder rauf. B-Hörnchen friert. Decke, Körnerkissen, runter rennen, dann wieder rauf. Bett vollgekotzt nebenan. Bett beziehen, Mund ausspülen, Waschmaschine. Fieber messen, noch mal Wadenwickel. Frisches Bettzeug von oben holen. Mittagessen wird verlangt, bei B-Hörnchen wirkt was. Pfannekuchen, würgen von oben. Spurt zum Klo – Treffer. Klo putzen, Badematte hat’s erwischt. Schnell zum Pfannekuchen. Essen. Ist mir übel oder ist das vom Kopf. Kein Stillstand, weitermachen. Wäsche waschen, Fieber messen. A-Hörnchen verlangt nach Fernsehen. Beide Hörnchen mit Saft, Salzstangen und Decken vor den Fernseher geparkt. A-Hörnchen nickt ein, will wieder ins Bett. Taumelnden Riesen die Treppe runter geschafft, Körnerkissen und Ibu. Schnell zum B-Hörnchen rauf. Keine weiteren Katastrophen bitte. Ist es wirklich erst halb vier?!

K-Aufgaben

Heute habe ich ein Seminar zum Thema Zeitmanagement besucht. Kern des ganzen war es unter anderem, die Dringlichkeit von Aufgaben zu kategorisieren; etwa nach diesem Schema:   

Tatsächlich finde ich die Vorgehensweise recht sinnig und verknüpft  damit, dass man sich auch beim ausführen von C- oder P-Aufgben wenigstens dessen bewusst sein soll, dass es eine solche ist, könnte es tatsächlich gut sein. 

Seit etwa einer halben Stunde nun weiß ich aber, dass eine entscheidende Aufgabenart fehlt. Die K-Aufgabe. Nämlich der Moment, in dem das Kind kotzt, man alles stehen und liegen lässt, und versucht zu retten was zu retten ist. 

MagenDarm in the House. Schon wieder.