Oh Tannenbaum 

Was gibt es schöneres, als das liebliche Stimmchen eines Dreijährigen wie er voller Hingabe „Oh Tannenbaum “ singt. Einen glücklichen, zufriedenen, ausgeglichenen Dreijährigen, der es kaum erwarten kann sich der  Welt mitzuteilen und jedem zu sagen: 

„Ich bin wach!!!!“ 

Morgens um 5.15 Uhr. 

Denn es ist so, jeder Magen-Darm-Infekt beginnt unerwartet und plötzlich mit Erbrechen oder Durchfall und endet ebenso unerwartet und grausam mit einem final ausgeruhtem Kind. Als fürsorgliche Mutter habe ich natürlich in der Kita schon gesagt, dass er bis Montag nicht kommt. Und somit wird der Zwerg ab heute 5.15 Uhr all seine viele neue Energie dafür kanalisieren, mir meine zu rauben. 

Der Sieben-Punkte-Plan

Nachdem in den vergangenen Jahren endliche Magen- und Darmwellen durch unser Haus geschawappt sind, gibt es inzwischen gewisse Abläufe zur Nacht, die fest eingehalten werden müssen. 

1. Waschmaschine & Trockner sind leer und startklar. 

2. An den Betten stehen Schüsseln

3. In jedem Bett sind so wenig Stofftiere wie irgendwie möglich. 

4. Die Teppiche werden, sofern möglich, aus dem direkten Schussfeld gerückt. 

5. Vor dem Bett liegen keine Spielsachen. 

6. Im Bett des betroffenen Hörnchens liegt eine zusätzliche Wassersichte Unerlage. 

Der wichtigste Punkt aber, ist Punkt 7:

7. Ich esse so viel Schokoalde wie ich schaffe. Denn so gute Chancen davon nicht dick zu werden habe ich nie wieder. 

Season opening 

Was lange überfällig war, ist heute endlich eingetreten. Ein Kind ist krank geworden; nach all meinen Erfahrungen etwa zwei Monate zu spät. Aber nun ist ja alles gut. Grade als Ima und Opa bei uns zu Besuch waren geschah es, das D-Hörnchen erbrach den gesamten Tag in unsere Küche. Ganz hervorragend abgepasst, denn alle Hörnchen waren in unmittelbarer Nähe und konnten somit ungehindert die fein-verträufelen Kotz-Erreger einatmen.

Einer amtlichen Epidemie steht somit nichts mehr im Wege. Heute Nacht bekommen es zwei weitere Hörnchen, morgen dann ich. In der Nacht darauf das letzte Kind und wenn alle wieder gesund sind bekommt es der Menne. Der bekommt es nämlich am strategisch klügsten, genau dann wenn wieder Luft ist sich auszuruhen. Ich hingegen bekomme es im Chaos und muss mir im schlimmsten Durchfall die Toilette mit zwei kotzenden Kindern teilen. Herrlich! 

Ich seht, ich bin voller Vorfreude und muss kaum erwähnen, dass ich morgen an der Uni ein Referat halten muss. Das ist nämlich ebenfalls eigenartiger Teil einer ordentlichen Epedemie. Timing ist eben alles. 

Dem Ende ganz nah

So verbrachte ich also denVormittag   mit mit dem fiebernden D-Hörnchen auf dem Sofa. Auch B-Hörnchen war es alles andere als gut und die Zeit kroch so dahin. Irgendwann brachte ich das D-Hörnchen zu Bett, als mich entsetzliche Magenkrämpfe überrollten. Unter größter Anstrengung schaffte ich es noch das kleine Hörnchen zu Bett zu bringen und das B-Hörnchen gen Zimmer zu schicken. Dann sackte ich theatralisch neben der Kloschüssel zusammen. Ich dachte das Ende stünde direkt bevor. Zwischen den Attacken rief ich den Menne auf der Arbeit an:“Die Welt geht unter, rette die Kinder!“  

Als mein Mann etwa eine Stunde später neben meinem Bett stand, waren die Schmerzen fast Geschichte. Eine weitere Stunde Schlaf später waren sie wie nie dagewesen. Schamesrot kam ich runter, entschuldigte mich für meine Unzulänglichkeit und versuche deutlich zu machen, dass ich WIRKLICH dachte .. Das war’s. Was immer das war. Was immer mich da töten wollte, es hätte es fast geschafft. Und das sagt eine Frau, die vier Kinder zur Welt gebracht hat.  

Kaffee Kotze Küchentisch

TAKE 1 gestern 22.30 Uhr

C-Hörnchens Bett voller iiihhh und Bäh. C-Hörnchen duschen, Bett abziehen etc.

TAKE 2 gestern 22.35 Uhr

Mitten in Take 1 erwacht das D-Hörnchen und hat das oben genannte reproduziert. D-Hörnchen duschen, Bett abziehen etc.

TAKE 3 gestern 23.30 Uhr

ca. 5 kg Wäsche ausspülen und dann die WaMa anschmeißen. Zum 4. Mal an diesem Tag. Frische Eimer bereit stellen und das 3. paar Wechseldecken beziehen.

TAKE 4 0.00 Uhr

Mommie goes to bed. Wecker auf 3.00 Uhr stellen um Wäsche umzufüllen in den Trockner. Erkenntnis: haben zu wenig Bettzeug.

Take 5 3.00 Uhr

wie geplant wird Wäsche gestopft, nebenbei die Katzen aus dem Haus werfen. Ab ins Bett

Take 6 7.30 Uhr

Der Menne ist inzwischen mit A- und B-Hörnche aus dem Haus. D-Hörnchen erwacht mit einem Schrei. Ich bin zunächst hoch erfreut, weil er nach etwas zu Trinken verlangt. D-Hörnchen trinkt, auch C-Hörnchen kommt dazu. Es ist kurz ganz friedlich. Keine Probleme, keine Sorgen, keine Körperflüssigkeiten.

Ich ziehe D-Hörnchen an, er protestiert, aber das ist normal.

Take 7 8.00 Uhr

Wir gehen nach unten, ich freue mich auf Kaffe. Auf der Treppe fliegen plötzlich ca. 1000 L Trinken aus dem D-Hörnchen. 12 Stufen kontaminiert. Holz, unbehandelt. Ich voll, er voll. Dann kommt C-Hörnchen und latscht noch durch. Noch während ich putze kommt der 2. Anlauf und bedeckt den Teppig.

Vomex. D-Hörnchen bekommt Vomex – gegen Erbrechen. Das hilft bestimmt. Alles wird gut. Mama umziehen, Hörnchen umziehen, WaMa an. Treppe notdürftig.. egal.

Take 8 8.30 Uhr

Mit dem D-Hörnchen im Tagetuch habe ich das Frühstück bereitet und Kaffeeee gemacht. Alles wird gut. D-Hörnchen bekommt jetzt was zu trinken, Vomex wirkt bestimmt schon. C-Hörnchen mag frühstücken. Alles bleibt drin; oben und unten.

Take 9 8.40 Uhr

Ein weiterer unglaublicher Ausbruch des Iiiieehhbaahhh macht sich in Küche und Esszimmer breit. Mir geht die Kleidung aus. Mir geht der Atem aus. Mir geht alles aus. Vomex ist scheisse!!

Kaffee kalt. Putzen, D-Hörnchen schreit, C-Hörnchen geht zum Glück was spielen; ich Fuchs habe sie in B-Hörnchens Zimmer geschickt. Ich seh‘ schon, das wird nicht mein bester Tag. WaMa an.  Gut, dass die Sonne scheint.

Mommie goes to bed

Kein Ende in Sicht

Zur Stunde fehlt mir jeder Humor. Weiterhin besteht mein Dasein aus Waschen und Wischen. C- und D-Hörnchen sind arg undicht und ich bin es leid. Nachdem ich heut Vormittag fast Grund zur Euphorie sah, ergossen sich zum Nachmittag etliche Nudeln auf den Teppig und zu viel Kot an zu viele andere Stellen.

Ich dachte wirklich, in Sachen Krankheiten und Pflege haut mich nichts mehr um. So viel habe ich in über 10 Jahren Pflege in, an und aus Menschen kommen sehen. Aber das heute übertraf alles. Bäh!!! Wirklich Bäh!! 

Nun denn. Mal sehen was die Nacht bringt. Und der morgige Tag. Und wann es der nächste bekommt.  

Uff!!

Gerade ist das hier kein Zuckerschlecken. Fieber, Durchfall und Erbrechen haben C- und D- Hörnchen fest im Griff. Waschen, Duschen, Wickeln, Putzen und Umziehen haben somit den Menne und mich fest im Griff. Und irgendwie muss man fast von Glück sprechen. Ich hatte heute meinen ersten Arbeitstag im neuen Job und konnte somit nicht zu Hause bei Kotzlowski und Co bleiben. So blieb mir zumindest die eine oder andere Fontäne erspart. Was mich begleitete war das schlechte Gewissen.

So ist es! So ätzend wie kranke Kinder sind, so gut wie mein Mann das alles macht; letztlich finde ich es immer wieder eine unendliche Katastrophe, nicht bei meinen armen, kleinen, kranken Kindern zu bleiben und die in die Hände eines anderen zu geben. Ganz in echt brauchen kranke Kinder nur eins: Mama!!!

Nach zwei Tagen MagenDarm und einer fast durchwachten Nacht bleibt das Bange Warten auf das was kommt und ein allgemein angekotztes Gefühl. Bin ich alle!!!

Mutti-Rätsel

Was bedeutet das folgende Szenario:

Dutzende Handtücher, eine Bettdecke, mehrere Kuscheltiere und Schmusetücher, Bettbezüge sowie Garnituren Kleidung hängen zum Trocknen in der Sonne. 

Eine Matratze liegt auf dem Dach. 

Auf dem Tisch steht Fencheltee, Knäcke und NuxVomica. 

Die Waschmaschiene läuft. 

Mehrere Eimer stehen im Haus verteilt.