Prag III

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich auf eine Reise vorzubereiten. Man kann Reiseführer lesen, Routen vorbereiten, Preise und Öffnungszeiten recherchieren oder sich mit örtlichen Gegebenheiten vertraut machen. Eine andere Möglichkeit ist es jedoch, das alles nicht zu tun.

So kommt es vor, dass man an Reisetag drei sehr davon überrascht ist, dass genau vor der Haustür der Prag Marathon stattfindet und es in der ganzen Innenstadt von Sportlern und Pressevertretern wimmelt.

Auch die Feststellung, dass genau die Dinge, die man begucken möchte, geschlossen haben, weil sie das Samstags immer haben, ist … denkbar. Ich glaube fest daran, dass der judische Friedhof sehenswert ist, jedoch nicht am Samstag!

Um den Tag nicht zu verschenken, beschlossen wir Metro zu fahren, irgendwo rein, irgendwo raus. Das Viertel, das wir fanden, war toll! Eine Mischung aus Moderne und Plattenbau, echte Tschechen und keine Touristen. Erst viel später, als wir schon lange wieder im Trubel der Innenstadt waren, googelten wir aus Interesse die No-Go Areas von Prag – einen der einschlägigen Stadtteile hatten wir am Morgen ausgiebig bestaunt.

Vorbereitung ist alles, ganz klar. Aber ohne geht es auch – das haben wir bewiesen. Am Nachmittag haben wir noch den Petrin-Hügel besucht, Prag von oben war imposant.

Auf dem Rückweg ließen wir uns treiben, bestaunten allerlei und verfuhren uns am Ende unglaublich mit der Straßenbahn. Für effektiv drei Haltestellen brauchten wir 1,5h und die nette Tschechin, die wir 50m vor dem Ziel nach dem „right train to the Charlsbridge“ fragten konnte bis zuletzt nicht verstehen, wieso wir nicht einfach eben um die Ecke laufen.

Sommer, Sonne, … Kreischalarm!!!

Ich weiß, dass ich jedes Jahr um diese Zeit bitterlich klage, über die vielen Termine und all das zu tun. Jedoch ist das Leid auch in diesem Jahr so groß, dass ich nicht drum herum komme an dieser Stelle zu jammern und zu jaulen und um etwas Mitleid zu betteln. 

Vier Kinder zu haben ist toll. Ich liebe es und habe es noch nicht eine Sekunde bereut. Nein, wirklich! Die vier sind das beste was mir jeh passiert ist und was auch immer noch kommt, ich mache es gern für sie. Eine einzige Kleinigkeit gibt es, die mir jedes Jahr die Ohren bricht: Der Partymarathon im Sommer; und genau genommen auch der im Winter. Denn was mit einem Kind so idyllisch klingt, Sommerfest, Kita-Übernachtung, Bastelnachmittag; wird mit vier Kindern und zwei Jobs zur Zerreißprobe. Denn egal wie man es dreht, in die wenigen Wochen zwischen Oster- und Sommerferien passen keine vier Sommerfeste, Abschlussfeste, Theateraufführungen und Bastelnachmittage. Seit Wochen kann ich freitags nicht arbeiten, weil jeden Donnerstag ein Kind in der jeweiligen Institution übernachtet und ich somit jeden Freitag ein übernächtigtes Blag zu Hause habe. Ich backe mir die Finger krumm für die vielen Feste und bekomme Wunde Ohren von den Elterngesprächen. Zudem ist natürlich die Schule an den jeweiligen Terminen geschlossen geschlossen geschlossen. Eine Hatz die sich in den kommenden Jahren noch viele Male wiederholen wird. Und so langsam dämmert es mir: eine gute Lösung gibt es nicht. Also heißt es wieder einmal: Augen zu und durch!! 

Sportlerin des Monats

Meine Sportlerkarriere ist arg angeschlagen. Das erklärte Ziel zum Sommer 2017 lautet: Triathlon. Das Training allerdings krankt etwas. Nun, genaugenommen bin ich es, die nicht ganz fit ist. 

Vor etwa sechs Wochen habe ich mir den kleinen Zeh gebrochen. Klingt albern, ist aber zum Laufen echt hinderlich. Da war nix zu machen. Über vier Wochen war alles was an meinen Füßen funktioniert hat olle, ausgelatschte, offene Turnschuhe; an Laufschuhe war nicht zu denken. 

Auch auf meinem geliebtem Rad lief nur das nötigste. Selbst das Radfahren tat weh. Als mich dann vor drei Wochen auch noch ein fiebriger Infekt niederstreckte war es ganz aus. Inzwischen bin ich schon wieder einige km gefahren; sportlich geht aber anders. Die Lunge pfeift und irgendwie bin ich ganz schön am prusten. Fieber ist nichts für erwachsene! 

Bleibt das Schwimmen. Schnell abgehakt; dank frischer Tätowierungen ist das Schwimmbad noch für mindestens zwei Wochen tabu. Darauf kommt es nun aber auch nicht mehr an. 

Triathlon 

Ich liebe die Herausforderung. Meine neuste Idee lautet: Triathlon. Klingt verrückt, oder? Ist es auch. Aber irgendwie habe ich begonnen zaghaft Blut zu lecken. Die angestrebte Disziplin wäre ein sogenannter ‚Olympischer Triathlon‘ mit nur 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen. 

 Laufen gehe ich eh, weitestgehend regelmäßig und gern. Fahrräder liebe ich heiß und innig, das sollte kein Problem sein die alte Liebe aufblühen zu lassen. Bleibt das schwimmen. Heute waren wir im Bad und ich habe festgestellt, dass ich es zwar irgendwie noch kann, von 1,5 km (das sind 60 Bahnen) aber wirklich weit entfernt bin. Was also tun. Was mir fehlt ist ein zweiter Bekloppter, der sich berufen fühlt den Quatsch mit mir anzugehen. Was mir nicht mehr fehlt zu meinem Glück: Ein tolles Fahrrad! Das hoffe ich gefunden zu haben. Mein Papa hatte früher ein altes pinkes Rennrad und das gibt es noch. Ich kann es kaum erwarten den Kellerfund zu sichten und herauszufinden ob es nochmal gangbar zu machen ist. 

Für heute ist mein Soll erfüllt; sechs Studnen Schwimmbad mit vier Kindern und Magenschmerzen. Das ist mindesten so viel wert wie 60 Bahnen schwimmen.