Mathematik 

Mein A-Hörnchen ist klug, dass weiß ich genau. Er begreift komplexe Zusammenhänge schnell und kann sie weiter denken. Auch soziale Gefüge durchblickt er schnell und kompetent. In der Schule hat er Freude an Märcheninterpretationen und Satzgliedern, er mag es zu konjugieren und hat ein gewisses Sprachtalent. Wo sein Hirn völlig blockiert ist bei Mathe. 

Es ist nicht so, dass er es nicht kann. Leider weigert sich aber jede Zelle in seinem Kopf dagegen, die Inhalte zu behalten. Nach 5 Jahren Schule kann er das kleine 1×1 kaum. Na ja, die 5er und auch die 2er Reihe kann er – halbwegs. Er tut sich schwer mit dem Multiplizieren und regelmäßig gibt er an nicht dividieren zu können. Gemeinsam bearbeitet ist er durchaus in der Lage auch komplexe Aufgaben zu lösen, es wirkt fast als wäre es lediglich eine tiefe, innere Abneigung. Mathe geht nicht. 

Ich selbst war in Mathe immer schlecht. In der Mittelstufe schlecht, in der Oberstufe sehr schlecht. Im Studium erschloss sich mir dann endlich die kleine Welt der Mathematik. Alles ist logisch, nichts kommt hinzu, nichts geht verloren. Mathe folgt einfachen Gesetzen, weit nachvollziehbarer als Jambus und Anapest, viel logischer als Genitiv und Imperativ und alles Male einfacher anzuwenden als das Plusquamperfekt. Mathe ist easy – wenn man dem Hirn erlaubt den einfachsten und logischsten Weg zu gehen. Ohne Schleifen, Umwege oder Deko. Mathe ist im Takt und etwas spröde. Mathe muss man mögen. Wenn einem das nicht gelingt, hilft es allenfalls weiter es zu akzeptieren. Wie ein etwas zu kalt eingerichtetes Hotelzimmer. Es ist wie es ist – und schön mach ich es bei mir zu Hause. 

Quadratzahlen 

A-Hörnchen sollte heute das gemeinsame Merkmal der Quadratzahlen des 1×1 herausfinden. 

Er hatte dieses Raster

 
 und starrte auf die Zahlen. Was sollten die gemeinsam haben? Verzweifelt mutmaßte er, vielleicht würden sie eine geheime Zahlenreihe ergeben. Oder die Lösung käme erst zutage, wenn er die Zahlen durch entsprechende Buchstaben ersetze. Nein, das war es alles nicht. Das Hörnchen war ratlos. 

Ich sagte die Zahlen langsam nach einander auf:1×1, 2×2, 3×3,… Ihm fiel nichts auf. Alles sind einstellige Zahlen unter 10. Alles sind einfache Aufgaben, die er auswendig weiß,… In diesem Stil ging es noch etwas weiter. Langsam verzweifelte er. 

Ich versuchte das banale Phänomen zu erklären. Und dann, endlich die erlösende Erkenntnis: Vor und hinter dem Mal-Zeichen steht immer die selbe Zahl. Und ? Was soll das bringen? 

Ich geb auf!!