Human Rights

Der 10. Dezember ist seit 1948 der „Tag der Menschenrechte“. Etwas genauer hingeschaut, beginnt die Geschichte der Menschenrechte nicht 1948 und noch genauer hingeschaut, sind wir vielerorts noch heute weit entfernt von dem, was die Human Rights deklarieren.

Die ersten Menschenrechte wurden im Jahr 538 v.C. von den Persern erlassen. Im sogenannten Kyros Zylinder, einer Tonrolle, sind sie eingebrannt und deklarieren Freiheit für alle Menschen der bekannten Welt, Freiheit der Sklaven sowie eine freie Wahl der Religion. Diese weitreichende und liberale Erklärung war in der Antike nicht üblich und konnte sich nicht durchsetzen. Zwar haben beispielsweise auch die Römer Rechte für die Menschen verlesen, jedoch galten die nur für den freien Menschen. Die jenigen, die keine Bürgerrechte hatten, waren von den Menschenrechten ausgenommen. Hiervon Betroffen waren natürlich Sklaven aber auch Frauen und Kinder.

Die Christen verfassten die 10 Gebote als Leitlinie für menschliches Miteinander, jedoch gab es auch hier große Ausnahmen. Sklaven waren zwar zur Einhaltung der Gebote angehalten, standen jedoch nicht unter ihrem Schutz. Außerdem war die „Vertreibung und Ausrottung von Völkern anderen Glaubens“ gewollt und legitim. Allgemein ging man bis ins Mittelalter von einer naturgegebenen Verteilung der Menschen in Freie und nicht Freie aus. So war es nur logisch, dass einige Über andere verfügten und diese, Unfreien eben ohne Rechte waren.

Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts setzte sich der Engländer Thomas Hobbes mit dem Begriff der Freiheit und dessen Bedeutung für den Menschen neu auseinander. Er kam zu dem Schluss, dass der Schutz des Menschen beim Staat läge und hiervon keine ausgeschlossen sind. Ein Staat, der die Sicherheit seiner Menschen nicht sichern könne, müsse seine Legitimation verlieren. Hobbes erschuf den Gedanken der Gewaltenteilung zwischen Legislative, Judikative und Exikutive und machte hiermit noch deutlicher, wie sehr der Schutz der Menschen unabhängig und gleich für alle vom Staat sicher gestellt sein müsse.

Im Zuge der Aufklärung deklarierten etliche Staaten ihre Menschenrechte. Als bekannteste Fassung wurde 1789 in Frankreich die „Erklärung der Menschenrechte“ erlassen, die durch den Marquise de La Fayette in Zusammenarbeit mit Thomas Jefferson, einem der Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, erstellt wurde. Zahllose Philosophen haben davor und danach über die Freiheit des Menschen, seine Gleichheit und seine Rechte gedacht und geschrieben. Ein jeder Krieg brachte neue Verletzungen der Menschenrechte und nach jedem wurden sie neu verfasst.

Die 1948 erlassenen UN-Menschenrechtskonventionen sind das Resultat der Menschenrechtsverletzungen des 2. Weltkrieges und noch heute werden sie diskutiert und angepasst. Erst seit 1979 ist die „Beseitigung der Diskriminierung der Frau“ in den Konventionen enthalten und seit 2010 gibt es ein Recht auf sauberes Wasser. Die Todesstrafe beweist nach wie vor an vielen Orten der Welt, dass eben nicht alle Menschen gleich sind und während man über Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit diskutiert,

ersaufen im Mittelmeer weiter Menschen,

verhungern sie im Jemen,

werden sie in halb Afrika von Waffen erschossen, die unser sauberes System zur Verfügung stellt,

fliehen, fürchten und verstecken sich Millionen. Ungleich, unfrei und alles andere als brüderlich.

Nazifizierung

Unbedingt will ich noch was dazu sagen, zu den entsetzlichen Aufmärschen, den Protesten. Der bizarren Selbstdarstellung der Rechten, den Linken und all dem, und selbst nach dem 10. Ansatz kommt nur Frust. Ist denn alles gesagt? Nazis sind Nazis, sie scheisse zu finden ist nicht Links sondern Logisch. Menschlichkeit wird groß geschrieben, nur leider oft falsch verstanden. Die Entwicklungen in Deutschland sind so besorgniserregend wie vorhersehbar, die Geschichte wiederholt sich und warum habe ich nichts gemacht? Und was übrigens sollte man denn machen um das aufzuhalten, was da passiert. Sarrazin lesen eher nicht, das ist klar.

Gerade wird es schnell, habe ich das Gefühl. Polizei und Justiz halten sich gegenseitig die Augen zu und machen sich selbst zum Gespött. Selbst wenn ich bisher Vertrauen in unser Rechtssystem gehabt hätte, langsam ist es aus. Während sogenannte Linke beim einkaufen hochgenommen werden, festgehalten und entwürdigt werden (#G20), geben sich die Nazis zwar alle Mühe auch Ärger zu machen, bewirken aber genau nichts. „Hitlergruss macht unsichtbar“ twittert es durch meine Timeline und es wird deutlich, dass das einfach alles nicht lustig ist. Nein, genau genommen ist es zum fürchten. Menschn werden gejagt und verletzt. Reaktionen sind kaum da, das System Staat hält sich vornehm raus. Das ist sowas von 1938! Vor allem aber ist es ein klares Zeugnis von Billigung und stillschweigendem Zuspruch.

Die Intensität und Plakativität, mit der die Braunen inzwischen vorgehen, zeigt deutlich wie weit fortgeschritten der Nazifizierungsprozess schon ist. Ein Gruß, ein Symbol, ein dummer Spruch; all das wird kaum noch wahrgenommen. Die Polizei interessiert es erst recht nicht mehr. Erst jetzt, wo wieder einer starb, beginnt es Wellen zu schlagen, kleine, zaghafte. Bundesfamilienministerin Giffey brachte es heute morgen recht gut auf den Punkt: Wir müssen schon jetzt an die Zeit nach dem Großen Aufschrei denken, an die Zeit wenn die stündlichen Meldungen aufhören, die Demos nicht mehr besucht werden und die Twitteraccounts sich wieder mit Kitas, Fußball, Job und Urlaub beschäftigen. Denn auch dann geht das alles weiter seinen Gang, Nazis bleiben Nazis, suchen neue Nazis und werden bessere Nazis. Das alles geschieht im Verborgenen. Und wenn man es dann das nächste Mal sieht, wenn wieder etwas passiert, das schlimm genug ist, ist es schlimmer und fieser als jeh zuvor. Für alle die, die keine Nazis sind heißt es also auch in Zeiten der Ruhe, aufmerksam und laut zu bleiben, nicht nachzulassen und immer wieder daran zu denken, dass Menschlichkeit eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Das Land…

D-Hörnchen spielt mit seinen Autos. Ein Auto ist wütend und geht nach Chinesien. Das nächste will ihn mal zeigen was ne Harke ist und geht nach Englischland. Übrig bleibt D-Hörnchen’s Lieblingsauto. Es fährt einsam und verlassen drei mal um den Bauernhof, auf dem die Autos leben, und sagt dann:

„Ich gehe in das Land, in dem die Autos noch in freier Wildbahn leben!“

Ist das nicht eine herrliche Vorstellung? Wilde Autos, die zufrieden an freiwachsenden Zapfsäulen nuckeln. Keine Straßen, keine Parkhäuser. Nur Autos. Hach! Mein D-Hörnchen hat wirklich einen Sinn für Romantik!

Im Grunde aber hat er recht. Gehen wir doch auch; in das Land, in dem Menschen noch leben wie Menschen. In der wir nicht eingebunden und unterjocht sind von Sysemen, die wir uns nicht ausgesucht haben, und die nur dem einen Zweck dienen; nämlich dem, den Reichen immer reicher und den Armen immer ärmer zu machen. Gehen wir… nach …. Ist das frustrierend!

Bio-Burger

Mein Fernseher zeigt mir grad ein Bericht über Bio-Burger bei McDonalds. Ich habe einen Knoten im Kopf. 

Vor einigen wenigen Jahren habe ich mich mal aus lauter Interesse bei MCD beworben und bin sofort genommen worden. Nachdem ich eine endlose Masse an Papieren, Erklärungen und Verträgen unterschrieben hatte, begann mein Arbeitsverhältnis mit dem Burgerladen. 

Um es vorweg zu nehmen, ich habe drei Tage ausgehalten und dann mit Pauken und Trompeten hingeschmissen. Keine Uhr am Arbeitsplatz, rein reaktives Agieren, überall Verbrennungen und wechselnde, sich widersprechende Anweisungen. Schlechte Bezahlung und viel viel Stress und Äger nicht zu vergessen. 

Nein nein, MCD ist nicht Bio. Und selbst wenn das Rindfleich von ’nem Bio-Bauernof kommt; ein Laden der seine Mitarbeiter beschissen behandelt ist nicht Bio –  sondern scheisse.