Metallica

Vor zwei Tagen spielten Metallica in Köln, wir sparten weder Kosten noch Kilometer und fuhren kurzerhand nach Kölle um dem Event beizuwohnen. Was soll ich sagen, es war ganz großartig!

Metallica ist ein bisschen sowas wie der Soundtrack meines Lebens, und auch wenn das immer sehr polemisch und abgegriffen klingt, trifft es für diesen Fall gut zu. Mein erstes Metallica Album kaufte ich mir mit 13. Das Black Album war es und außer „Nothing else matthers“ sagte mir keins der Stücke etwas. Mein vorrangiges Ziel war die Rebellion, und nachdem die BRAVO Metallica als wahnsinnig harte Scheiße verkauft hatte, versuchte ich sie als Mittel zum Zweck zu nutzen und ein bisschen aus der Reihe zu tanzen. Der Erfolg in Sachen Rebellion hielt sich in Grenzen, vor allem aber mochte ich die Musik wirklich und so dauerte es nur einige Taschengeld-Zyklen, bis ich nach und nach alle Alben besaß.

Von da an waren Metallica immer dabei. Alles was man als aufstrebender Rebellionsführer erleben muss, wurde von James und Co begleitet. Auf 20h Fahrten in den Urlaub verbrauchten mein Walkman und ich locker 20 Batterien, dafür hielt ich es locker durch jeden einzelnen Schlag von Lars Ulrich auf dem Sitz meines Vater mitzutrommeln. Hausarrest war laut, dann ließ ich es richtig krachen. Zum Glück liefert Metallica auch deutlich softere Töne, und so begleiteten sie auch die erste Liebe, jeden Liebeskummer und das große Glück wenn alles wieder ok war.

Auch im Erwachsenenalter riss die Begeisterung kaum ab. Nicht alle der jüngeren Alben trafen meinen Nerv, dass muss auch nicht. Dennoch ist Metallica doch viel mehr als nur irgendeine Metal Band, sie sind ein Stückchen „ich“. Nach 15 Jahren wieder ein Konzert zu erleben war berauschend. Fast jedes Lied weckte irgendwas, Momente, Erinnerungen, Emotionen; 2,5 Stunden rasten an mir vorbei. Ein großes WOW mit der ebenso großen Hoffnung, das eines Tages wieder erleben zu dürfen.

..and nothing else matters!

D-Hörnchen und ich fertigen die Einladungskarten zum Kindergeburtstag. Es ist entspannt, er malt, ich schreibe. „Mama, kannst du was von Metallica anmachen?“, höre ich das Stimmchen meines Kleinsten. Und ja! Das kann ich. Ich mache das „Black Album“ an, mein liebstes bestes Metallica-Album und wir lauschen der Musik. Gestern vor 27 Jahren ist es übrigens erschienen und immer noch ist es toll. Bei Nothing Else matters spitzt er seine kleinen Ohren und bestätigt:“Das ist schön!“

Minuten später sind die Stifte doof, die Einladungen unartig und das D-Hörnchen bekommt einen Wutanfall, wie man ihn nur mit vier oder fünf haben kann. Dicke Kullertränen liefen ihm über die roten Wangen, tief verzweifelt lag er mit dem Kopf auf dem Bastelwerk und wusste weder ein noch aus. Mir das Problem zu schildern, in diesem Moment unmöglich. Ein epischen Drama spielte sich vor meinen Augen ab und ich konnte nichts tun. Nach einiger Zeit gelang es mir den schreienden Wurm von seinem Stuhl zu lösen und nahm ihn auf den Schoß. Dort weinte er noch eine Weile wie entwurzelt weiter bis er es irgendwann schaffte mit letzter Kraft zu schluchzen: „Sing mir das schöne von Metallica, bitte.“

Und das tat ich, denn wenn ich eins auf der Welt kenne, dann die heilende Wirkung dieses kleinen Liedes. Uns so sang ich, für ihn, für mich, für James Hetfield und für die Einladungskarten. Natürlich half es, natürlich.

Übrigens war die Reihenfolge der Buntstifte durcheinander gekommen. Episches Drama, sag ich ja.

Gut zu wissen

Wusstet ihr, dass „nothing else matthers“ von Metallica während eines Telfonates entstanden ist?

James Hetfield habe mit dem Telefon in der linken und der Gitarre auf dem Schoß ein Telefonat geführt und sich mit dem Spielen auf der Gitarre die Zeit vertrieben. Hierdurch seien auch die gebrochenen E-Mol Akkorde zustande gekommen; schließlich war die Greifhand beschäftigt.

Ein zauberhaftes Lied ist es eh, aber jetzt mag ich es noch mehr. Es ist quasi eine akustische Telefon-Kritzelei.

Kill ‚em all

Der Titel des ersten Metallica Albums „Kill’em all“ bekam heute eine ganz neue Bedeutung. Wir haben Mais angepflanzt, sorgfältig in kleinen Töpfen. B-Hörnchen wollte ihn heute, da die große Kälte vorbei zu sein scheint, in den Garten pflanzen. Ich erkläre ihr, wie sie den Acker vorbereiten sollte und wo sie die 12 Löcher für die 12 Pflanzen auszuheben hätte . Danach, so bat ich sie, sollte sie mir Bescheid geben. 

Eben kam ich in den Garten. Der Acker war akkurat umgegraben und geebnet. Die Setztöpfe daneben voller Erde, ohne Mais. B-Hörnchen hatte schon mal vorgearbeitet. Alle Maispflanzen waren im Beet. Nur leider ohne Wurzelwerk- das hatte sie in den Setztöpfchen gelassen. Nun haben neue Maiskörner gesteckt. Hoffen, das ist alles was jetzt bleibt. 

Alter! 

Im Rahmen der musikalischen Früherziehung habe ich heute mit dem A-Hörnchen gute Musik auf You Tube geguckt. Wir haben Metallica gehört und Nirvana und The Offspring und Guns’n Roses. Das Hörnchen war begeistert und ließ sich gern in meine Helden einweisen. Das sind James und Kirk, Das ist Kurt Cobain, der ist leider tot. Und dann kamen Axel und Slash. Ich erzähle alle möglichen Dinge von früher und irgendwann begann das Video zu „November Rain“. 9.07 Minuten ganz großes Kino lagen vor uns und ich war ganz aus dem Häuschen. 

Nach den ersten Minuten des Epos war die Trauung vollzogen und dann passierte es: Die Braut und der Bräutigam küssten sich. A-Hörnchen bekam große, ja sehr große Augen. Er lief ungemein rosa an und wertete sich dann angeekelt vom Computer ab. Alles was noch kam war ein gepresstes: „Alter!“ Das war er, der wohl peinlichste Moment in seinem bisherigen Leben. Alles meine Schuld, ich gebe es ja zu. Dabei wollte ich ihm nur Gutes tun. Nach diesem pikanten Zwischenfall war seine Lust auf Mamas alte Musik gegessen und ich sah von meinem ursprünglichen Plan, ihm die Aerosmith-Trilogie von Amazing, Crying und Crazy vorzuspielen ab. Alicia Silverstone und Liv Tylor im Liebestaumel hätten ihn wahrscheinlich getötet. 

Through the never 

So ein guter Abend! ARTE zeigte mir „Through the never“, den Metallica Konzertfilm von 2013. Was für ein Himmelreich  für meine Ohren. Es war so gut! Zwei erstaunliche Feststellungen habe ich nebenbei gemacht. 

1. E-Gitarren haben keine Kabel mehr. Als ich Metallica zuletzt (und zum einzigen Mal) live gesehen habe, von 10 Jahren in etwa, hatten Bass und Gitarren lange Kabel, die zu dieser gewissen Art der Bewegung auf der Bühne geführt haben. Eine Mischung aus entfesseltem Ballett, klassischem Drama und Pogo mit angezogener Handbremese. Alles vorbei; keine Kabel mehr! 

2. Ich habe in meiner Jugend ganze Arbeit geleistet. Obwohl ob in den letzten Jahren nur noch selten Metallicas Gesamtwerk konsumiert habe, ist mir alles wie ins Hirn gebrannt. Gut gemacht!! Nun wird es ausgesprochen Zeit für ein neues Konzert. Mit Hirn, ohne Kabel. 

And nothing else matthers 

Als ewig gestriger Metallica-Fan gehört das Intro von ‚Nothing else matthers‘ für mich noch immer zu den schönsten Dingen die man meinem Ohr anbieten kann. Schon der erste Ton sorgt für tiefe Entspannung und ich bin weg. Als ich es zum ersten Mal live gehört habe quittierte mein Hirn es mit einem Weinkrampf. 

Als mein A-Hörnchen vor zwei Jahren begonnen hat Gitarre zu lernen, äußerte ich den Wunsch, dieses Lied einmal von ihm gespielt zu bekommen. Bislang war er stundenlang mit einzelnen Noten  und Kinderliedern beschäftigt. Die für ‚Nothing else matthers‘ notwendigen Töne waren jedoch immernoch in weiter weiter Ferne. Gesten Abend kam mein Hörnchen runter und wolllte mit etwas vorspielen. Ich setzte mich und erwartete Pippi Langstrumpf; zum 300. Mal. Dann spielte mein Sohn mir ‚Nothing else matthers‘. Er hat sich die Melodie selber zusammengesucht, viel probiert und am Ende bis auf Kleinigkeiten einen Volltreffer gelandet. So wunderschön habe ich das Lied noch nie gehört; und werde ich es warscheinlich auch nie wieder hören! 

Tage wie dieser

Heute ist arsch. Irgendwie klappts nicht mit mir und leben. 

Staubsaugen; das Rohr reißt ab. Beim abstauben der Bilder fallen sieben von acht runter. Als ich den Kaktus anhebe, fällt er mir auf die Hand und aus den Cake Pops wurden unappetitliche Klumpen. Als ich diese mit Schokolade überziehen wollte, klumpte diese aus. Alle Schrott. Alles Mist. 

Da hilft nur eins: Ganz laut S&M; von Metallica. Das hilft, das sagt mir: Alles ist gut! Leider nur ganz kurz; Ende des ersten Liedes stürmte ein Hörnchen meine Einsamkeit. Mmmmpf…!

…and nothing else matters

Noch gar nicht lange ist es her, das hat mein A-Hörnchen schrecklich gelitten, weil die Saiten seiner Gitarre einfach nicht so wollten wie er. Inzwischen hat das Hörnchen die Oberhand gewonnen.

Heute morgen überraschte er uns an der Geburtstagstafel mit einem wunderschönen „Happy Birthday“. Er hat den Bogen raus und seine Finger haben sich mit seinem Gehirn verbündet. Ist das toll!!

Vorhin habe ich ihm dann eins meiner Lieblingslieder vorgespielt: Nothing else matters von Metallica. Und nun darf ich darauf hoffen zu meinem Geburtstag (im Dezember) auch ein Ständchen von ihm zu bekommen. Sollte das klappen werde ich sicher für einige Stunden nicht aufhören können zu weinen. Aber Stolz und Glück sind ja im allgemeinen gute Gründe zum weinen.