Gewitter im Kopf

Beim Aufstehen zog es bereits auf.

Tiefe, schwere Wolken, die bedrohlich

Langsam aber entschlossen

In meinem Kopf zuzogen

Mit nur einem Ziel.

Der Druck steigt schnell

schon ein Atemzug reicht aus um zu erkennen

dass sie wieder da ist,

mit all ihrer Schönheit und all ihrer Macht

Brachial und gemein,

angetreten um ungefragt bei mir zu sein.

Gewitter im Kopf

unglaubliche Schmerzen

Auf Tabletten folgen Tropfen

Und der Scheiss hört nicht auf.

Rostige Nägel ins Gehirn geschlagen,

ein Brennen wie von 2 Million Scoville

Und kein Gedanke mehr möglich

alles wie Brei.

Und was soll ich sagen,

ich geh jetzt einkaufen.

„Show Must Go on“ sagte Freddy so schön.

Nur er ist schon tot

Und muss nicht mehr in der verkacken Schlange,

im Supermarkt stehn‘.

Die Leiden der jungen Mama

Heute war Kopfschmerzen. Nachmittags musste noch der Großeinkauf erledigt werden und so schleppte ich mich in den Bioladen meines Vertrauens. Ich lud meinen Einkauf in den Wagen und ignorierte die diversen antiautoritär erzogenen Kinder (zugegeben, böses Paradoxon). Am Ende packte ich einen Schokoriegel in den Wagen, schließlich muss ich mich belohnen.

An der Kasse piepte es 96 mal bevor die nette Kassiererin als letztes das kleine Stück Glück nahm. Glucksend und kichernd sagte sie:“Na, gönnst du dir mal was?“, und zog verschwörerisch guckend den Riegel über den Piepser. Ich gluckste kichernd zurück:“Hihi jaa, hihi und den esse ich gleich heimlich im Auto..!“ und dachte dabei halblaut sowas wie „man, halt die Fresse, viel lieber würd ich mir’n Bier aufmachen oder was rauchen und jetzt laber mich nicht wegen dem verkackten Schokoriegel voll“. Nach dem Bezahlen schleppte ich meinen Einkauf zum Auto, lud ihn in den Kofferraum und ließ mich murrend auf den Fahrersitz fallen. Im Abgang aus dem Geschäft trällerte sie mir noch ein „lllaaaaaas es dir schneeeeckeeeeennnn!“ hinterher, es hallte noch in meinem schmerzzerfressenem Kopf.

Mein Riegel sag gut aus. Knusprig und weiß und süß. Mein Hirn machte einen kurzen Freudensprung, aua. Dann biss ich rein. Meine Zähne glitten durch Butter bei 10 Grad. Binnen einer Sekunde waren meine Zähne belegt, kein Schmelzen, kein Genuss. Der Geschmack war eine Mischung aus purer Kakaobutter und einem Hauch Kaffeefilter. Kein Süß. Obwohl objektiv nichts dafür sprach, biss ich wieder rein. Gleiches Resultat. Abartig. Wie ein Schokoladen-Zombie aß ich den Rest des Dinges, schwer enttäuscht und in der steten Hoffnung es würde besser werden. „lllaaaaaas es dir schneeeeckeeeeennnn!“, hallte es in meinem Kopf. Probiert die denn ihre eigenen Produkte nicht? Zu den Kopfschmerzen habe ich jetzt zumindest auch noch Magenschmerzen; und schlechte Laune. Elende Ökos.

*Dieser Aktikel ist sarkastisch gemeint und soll keine Bevölkerungsgruppen oder Lebensmittel diskriminieren.

Der Sinn im Schmerz

Schmerz ist eine unserer wichtigsten Empfindungen. Er warnt uns, zum Beispiel vor heißen Herdplatten, bremst uns wenn wir es im Sport übertreiben und kann sogar dafür sorgen, dass unser Seelenwohl wieder hergestellt wird. Den Herzschmerz, Trauer und Verlust präsentieren sich uns als schmerzliche Verletzungen, die einen dazu bewegen, das Problem so gut es geht zu verarbeiten. Unter der Geburt sorgt der Schmerz dafür, dass besonders starke Emotionen, und damit eine besonders starke Bindung zwischen Mutter und Kind möglich ist. Es ist also ganz klar, Schmerz macht Sinn. An Tag drei von schlimmster Migräne, habe ich mich heute damit befasst herauszufinden, was denn der Sinn dieser Migräne ist. Was soll sinnvoll daran sein, tagelang einsam, mit Medikamenten vollgepumpt und unter größtem Leid im Bett zu liegen?

Als Auslöser für Migräne kommen Umbrüche und Abweichungen in Frage. Anhaltender Stress, Emotionen, Schlafmangel, aber auch banales wie Gerüche, Lautstärke oder Lichtblitze. Ebenso kann es die Ernährung, Alkohol, Nikotin oder Mangel an etwas sein. Versucht man also die Migräne als eine Art Bremse oder Warnung des Körpers zu klassifizieren, kann ihr einziger Auftrag der Ruf nach einem Leben in der Norm sein. Keine Abweichungen, keine Aufregung. Um kein Risiko einzugehen, lohnt es sich, ein Leben nach Plan und in den als gesund vorgegebenen Bahnen zu führen. Gutes Essen, regelmäßiger Schlaf, keine Gifte. Geregelte Verhältnisse, kein Stress und bloß nicht aus der Reihe tanzen.

So, du Migräne! Jetzt hör mir mal zu! Ich werde mich dir nicht beugen! Gesundes Essen, geht klar. Schlafen tuh ich gern und auch einen Job, der mir Spaß macht und mich nicht negativ stresst, nehm ich gern. Aber ich werde mich nicht der Angst vor dir beugen! Ich werde ausgehen wenn es unvernünftig ist, ich werde ein drittes Bier trinken, wenn mir danach ist und ich werde zu viel rauchen wenn ich denke, dass es hilft. Ich werde mein Leben leben und mich nicht aus Angst vor dir ein einen Käfig aus Angst und Vorsicht sperren lassen.

Schmerz als Warnsystem kann ich verstehen, und auch den Denkansatz, eine Erkrankung wie Migräne, als Warnung oder Regulationssystem zu betrachten kann ich bedingt nachvollziehen. Wenn aber die vorzunehmenden Vorsichtsmaßnahmen ein freies Leben einschränken und ich am Ende nur noch damit beschäftigt bin, krankhaft gesund zu sein, um ja nicht krank zu werden, dann sind es schlussendlich Unzufriedenheit und Angst, die mich schneller niederringen als es eine dumme, lieblose Migräne jemals geschafft hätte. Leck mich!

La vida es un pero

Prinzipiell verstehe ich den menschlichen Organismus gut. Ich bin mit den Funktionen der Ein- und Ausgänge vertraut, durchblicke Energiezufuhr und Verwertung und kann recht zuverlässige Vorhersagen über so manchen Prozess machen. Ich weiß was unsere Organe können und was so passiert, wenn es nicht mehr klappt. Auch hirnanatomisch bin ich im Bilde. Ich weiß, warum ich bei der Arbeit rauche, zu Hause jedoch nicht. Ich weiß warum Schneeflocken, die zart auf meiner Jacke liegen bleiben, mich euphorisch hopsen lassen, und ich weiß wie Kaffee wirkt. Eine winzige Kleinigkeit bleibt mir jedoch ein Rätsel.

Wieso gibt es Migräne?

Unregelmäßig, manchmal alle zwei Wochen, manchmal drei Monate lang nicht, schleudert sie mich rücksichtslos zu Boden. Auslöser? Selbst nach jahrelanger Recherche unbekannt. Heute habe ich den Wind in Verdacht, vielleicht habe ich auch schief geschlafen, schlecht gegessen oder mich dem kosmischen Gleichgewicht entzogen. Selbst medizinisch ist dieses Schmerz wenig erforscht. Als Uraschen kommen zu enge oder zu weite Blutgefäße in Frage. Oder andere Sachen. Behandeln kann man mit verschiedensten Medikamenten; in der Regel wirken sie eh nicht. In 18 Jahren Migräne habe ich 100 Ärzte, 200 Medikamente und 500 Fachleute konsultiert, die auch schon mal Kopfschmerzen hatten. Helfen konnte keiner.

An Tagen wie heute lässt es einen verzweifeln. Wir Menschen verpflanzen Organe, klonen alles mögliche, reparieren Embryonen im Mutterleib und können Gemütszustände mit lustigsten Präperaten ändern. Wieso um alles in der Welt kann keiner was gegen dieses Aua machen. Das habe ich nicht verdient. Mitleid erwünscht, ich nehme auch Kekse.

Ein Neurologe könnt ihr helfen

Seit der Pubertät leide ich unter Kopfschmerzen. Viele Jahre lang habe ich versucht sie zu ignorieren, eine Hebamme war es, die mir 2007 zum ersten Mal die unsichere Diagnose „Migräne“ gab. Seit dem habe ich diverse Ärzte und Mittel ausprobiert. Alles blieb ohne ernsthaften Erfolg, das meiste sogar ganz ohne. Selbst über die Ursache ist man sich uneinig. Spannungen, Stress oder doch die Hormone? Mir ist es fast egal, denn keine der infrage kommenden Ursachen kann ich ganz ausschalten. 

Da es in den vergangenen Tagen wieder einmal sehr fies war, ging ich abermals zum Arzt. Zum ersten Mal schlug man mir nun vor zum Neurologen zu gehen. So telefonierte ich mich heute morgen durch die Stadt. Die erste Praxis bot mir einen Termin in Dezember an. Ich lehnte dankend ab und telefonierte weiter. Eine halbe Stunde später rief ich erneut in der ersten Praxis an. Dezember klang inzwischen himmlisch! Einen Neurologen zu finden, der ein so altes Problem behandelt, ist eine hohe Kunst. Natürlich verstehe ich, dass es nicht akut ist und dass es viel schlimmere Dinge gibt. Aber 6 Monate… 

Mein großer Wunsch während der Schulzeit war es Medizin zu studieren. Ich bin mir sicher, ich wäre eine gute Ärztin geworden. Ich liebe den Körper und seine Funktionen. Ich hätte dieses Studium voller Leidenschaft  absolviert und wäre für diesen Traum überall hingegangen. Leider ist das System „Uni“ anders aufgebaut. Und so hinderte mein schlechtes Abi mich an der Medizin. Bis heute finde ich das traurig und nicht zu verstehen. Wie kann ein Land, dass so einen Ärztemangel hat, willigen Menschen Steine in den Weg werfen. Die Eignung für einen Beruf zeigt sich nicht über die Note im Abi. Und umgekehrt zeigt die Note im Abi nichts über den Abiturienten. Ich habe neben der Schule viel (25 Std.) gearbeitet und war schon zu Hause ausgezogen. Ich führte ein selbstständiges Leben und hatte leider wenig Zeit für die Schule. Aber was genau sagt das nun über meine Eignung für ein Studium aus? Gar nichts! Und deshalb wäre es so sehr an der Zeit, etwas an diesem System zu ändern. Ein besser Arzt wird nicht, wer während der Schulzeit von dominanten Eltern zu Höchstleistungen gedrillt wurde und ein besserer Jurist ist man dadurch ebenfalls nicht. Chancengleichheit ist an der Reihe. Und das gilt im übrigen auch für die geschundenen Kreaturen, die mit 18 Jahren so gar keine Lust auf ein Studium haben. Alles ist möglich und Schulnoten sind nunmal für den Arsch. 

Gewitter im Kopf

Seit etwa zehn Jahren leide ich regelmäßig an Migräne. Nicht regelmäßig genug um mich darauf vorzubereiten, und zu regelmässig um es zwischendurch ganz zu vergessen.

Schön ist das nie, aber dieses Mal will es mich töten!! Zudem, dass es mir wirklich den Schädel weg sprengt, haben alle Kinder Ferien und der Menne ist arbeiten. Keine Ruhe, keine Pause. Vor lauter Tabletten bin ich schon ganz kirre…Auto fahr ich heut nicht mehr. 

Wie sagt doch Gimli: Atmen! Einfach weiter atmen! Das ist der Trick. 

Vollgedröhnt 

Gestern Abend zeichnete sich Unglaubliches ab. Die Kita ist noch offen, und das D-Hörnchen schon wieder gesund. Somit schien ich gute Chancen zu haben, heute – also jetzt- lernen zu können, da ich morgen einen kleinen aber pikanten Test an der Uni schreibe.

Noch im Bett sprach ich meine Freude offen aus, worauf mein doofer Mann sagte:“Ach, morgen bist dann Du krank.“ „Ach quatsch!“ Sagte ich noch, „ich fühle mich super!“ Sprach ich noch- und schlief ein.

Heute morgen, als der Wecker piepte, fühlte mein Kopf sich sonderbar an. Alles war laut. Beim verlassen des Schlafzimmers stellte ich auch fest, dass alles hell ist. Mein Schädel wär kurz vor der Explosion, der Nacken brannte. 

Nun, kurz um. Der Feiund heißt Migräne und kann aber, nach guter, alter Erfahrung, mittels einer kleineren Dosis starker Tabletten und Tropfen auf das Maß eines ordentlichen Katers gedämpft werden. Nun kann ich zwar nicht mehr Auto fahren, aber bestimmt klappt es ganz besonders toll mit dem lernen. 

Today: Mombie

Grad ist das Muttie alle. Schon als ich gestern Abend um 19.30 Uhr beim Fernsehen mit den Hörnchen eingeschlafen bin, ahnte ich: Ich brüte was aus. Dieser unglaubliche Schlafmarathon führte sich fort bis heute früh 9.30 Uhr. Dann kam die Erkenntnis: 

Wenn auch ich heue keine Mutti sein kann; ich muss ein Mombie sein!! Denn am Ende, das ist ganz klar, interessiert es so manch einen hier einfach nicht, ob es Mama Scheiße geht oder nicht. Was soll’s also. Ibu rein, und los geht’s. 

Ich hasse das. Ich brauch ne Nanny. Ich brauch ne Putzfee. Ich brauch nen Leibarzt. Ich brauch.. Ich brauch… Ich brauch mein Bett!!