Öffentlicher Personennahverkehr

Eines der liebsten Themen des Deutschen ist das Thema „parken“. Strassensanierungen, Innenstadtausbau, Städtebauplanung; immer ist das Abstellen des geliebten Vehikels das Thema Nummer eins. Nun will ich nicht alles schlecht reden. Auch wir haben ein Auto und bewegen es mehr oder weniger regelmäßig. Größere Einkäufe, längere Wege oder eben das miese Wetter sind die Beweggründe das Kfz zu halten – trotz enormer Kosten und einer schlechten Umweltbilanz.

Und schon hier nähern wir uns des Pudels Kern. Wie so oft mangelt es uns an Alternativen. Mit der Bahn in die City zu fahren kostet und sechs ein halbes Vermögen; mit dem Auto ins Parkhaus zu fahren ist wesentlich günstiger. Auch größere Ausflüge waren zwar theoretisch mit der Bahn machbar, faktisch ist der Anschluss oft so schlecht, dass ich mich nicht durchringen kann. Auch in Sachen Fahrradfreundlichkeit ist unsere Stadt nur teilweise vorn mit dabei. Auch wenn ich fast alle Wege mit dem Rad erledige, tue ich dies in der Regel nicht, weil es hier so angenehm ist.

Ich möchte noch einmal auf den Öffentlichen Nahverkehr sehen, der in den letzten Tagen fast so heiss diskutiert wurde, wie das Thema parken. Kostenlos soll er sein, eine gute Alternative für jeden. Über die Finanzierungsmodellelässt sich streien; natürlich kann ich mit meinen Mitteln nicht überblicken, was geht. Was ich aber überblicken kann ist, dass eine Welt, in der der ÖPNV eben nicht jedem zugänglich ist – weil er schlicht euer ist – keine richtige sein kann. Und so lange Menschnen Haftstrafen absitzen müssen, weil sie ihre Bahnfahrkarte nicht zahlen können, kann da ja irgendwas nicht stimmen. So geschehen, immer wieder, nicht nur in Bremen. Mobilität geht jeden etwas an und darf in ihrem Komfort und ihrer Nutzbarkeit nicht nur die Bedenken, die sich den Luxus erlauben können, über Parkhäuser nachzudenken.

Ich hasse Parkhäuser!

Auf nimmer Wiedersehen 

Heute geht eine Ära zu Ende die fast 10 Jahre angedauert hat. Ich habe den Kindersitz von meinem Fahrrad abgebaut und mich damit von etwas befreit was ich allenfalls drei Wochen lang mochte. 

Als das A-Hörnchen neun Monate alt war haben wir voller Stolz und Ungeduld einen Kindersitz für’s Fahrrad angeschafft. Die ersten Touren waren berauschend, endlich wieder Rad fahren, die Ernüchterung folgte schnell. Der Sitz auf meinem kleinen Rad machte wenig Spaß. Ein Rucksack wäre unmöglich gewesen, schnell traten mich die Füße der Kinder beim Treten. Noch mieserabler war das Fahren mit dem später dazu erworbenen Fahrradanhänger für zwei Kinder. Die Sperrige Kiste war schwer zu ziehen. Radwege zu eng, Verkehr zu stark. Hohe Kantsteine und eng geparkte Autos minimierten das Fahren auf’s wesentliche: Ankommen! 

Es war frustrierend. Das Fahrrad war immer mein Fortbewegungsmittel Nr. 1, jedoch ließ sich keine gute Lösung finden. Hundert mal liebäugelte ich mit diesen schicken, praktischen Lastenfahrrädern, ließ mich aber immer vom Preis abschrecken. Tja, und nun ist es geschafft. Das D-Hörnchen kann das Nötigste mit dem Rad erreichen, der Rest ist Training. Seit eben ist der verhasste Sitz ab. Nach 9 Jahren und drei Monaten, nach Hunderten Kilometern und mindestens tausend Nervenzusammenbrüchen meinerseits. Ich werde ihn nicht vermissen; außer vielleicht als Kofferraum. 

Das Wunder der Mobilität

Grad fuhren wir mit dem Auto und A-Hörnchen erzählte seinen Geschwistern, dass in Wirklichkeit die ganze Welt sich bewegen würde, und nur wir stünden. 

Die Mädels waren berechtigt skeptisch und argumentierten mit Parkenden Autos und festgewachsenen Bäumen und angebauten Ampeln. Der kluge, große Bruder müsse falsch liegen. 

Da holte der Bruder tief Luft und sagte zu seinen Schwestern:“ Guckt mal auf den Boden. Bewegt der sich?“ Beide schauten zum Boden des fahrenden Autos und wurden ganz still. „Nein! Der bleibt immer gleich.“ Sprach der kluge Bruder und die Mädels schauten nur weiter erfürchtig raunend zu Boden. 

Glücklicherweise hatte die Welt sich schon fünf Minuten später so weit weiter bewegt, dass unser Haus bei uns angekommen war.