Hin und wieder zurück

Der Urlaub führte uns zum Herkules in Kassel. Eine beeindruckende Anlage mit vielen vielen Stufen und jeder Menge Regen. Voller Motivation begannen wir das Monument zu begutachten, bestaunten jeden Winkel und glaubten nicht was wir sahen. Ich war aufrichtig und ehrlich beeindruckt, und die Hörnchen waren es auch. Wir starteten oben und wollten es zumindest bis zur Teufelsbrücke, unten in der Parkanlage schaffen. Nach 45 Minuten waren wir noch nicht unten und das D-Hörnchen fragte zum ersten Mal, wann wir wieder undrehen würden. „Bald“ sagte ich und er war zufrieden.

Viel später hatten wir alles wesentliche bestaunt und die wunderschöne Brücke gefunden. Es regnete immer noch, ein kalter Wind wehte. Als wir aufbrachten war der kleiner Kerl eigentlich schon im Eimer. Der Aufstieg begann. Stufe für Stufe schleppte er seinen kleinen Körper die 150 Höhenmeter hinauf. Ich trug ihn mit warmen Worten, auch das C-Hörnchen feuerte ihn mächtig an. Nach 2/3 wurde der Regel beißend kalt und immer stärker. Die pure Verzweiflung stand dem kleinen Jungen nach 539 Stufen ins Gesicht geschrieben. Er kämpfte, ich kämpfe mit ihm. Am Ende waren es 781 Stufen runter und 781 Stufen rauf, die er mit seinen 60 vom Stummelbeinchen erklommen hatte – in einer klatschnassen, vollgesogenen Schneehose, wie wir am Auto feststellten.

Hier ein paar Eindrücke vom Herkules:

Mehr Brücken

Mehr Brücken braucht Bremen und breitere Straßen. Und eigentlich auch mehr Straßen, viel mehr. Die Stadt steht vor dem Kollaps, etliche Haupverkehrsadern sind chronisch so überlastet, dass kürzeste Wege 90 Minuten und mehr dauern. Ein neuralgischer Punkt hierbei sind die Weserquerungen, von denen es nur drei gibt. Auf allen drei Strecken geht nix, fast immer. Neue Brücken also.

Ich bin dafür, natürlich! Oft genug will ich nur eben über die Weser, auch per Rad, und muss dafür einen 4km Unweg in Kauf nehmen. Dass ein Plus an Straßen und Brücken jedoch das Problem an sich langfristig löst, kann ich mir nicht vorstellen. Sind denn nicht das eigentliche Problem die zu vielen Auto? Brauchen wir wirklich breitere Straßen, mehr Spuren und all das? Eigentlich nicht, es fahren genug Autos und die Umwelt dankt jede vermiedene Fährt. Ein Großteil der Fahrten könnte vermieden werden, wenn es nur attraktiver wäre die Öffis oder das Rad zu benutzen. Auch Fahrgemeinschaften wären eine Option. Die Frage ist also die, wo es denn hakt? Was bringt Tausende dazu, täglich endlos lange im Stau zu stehen und das auch noch zu einem immens hohen Preis? Hätte ich was zu sagen, wären es einige simple Punkte, die ich verändern würde.

Öffentliche Verkehrsmittel würde ich kostenlos anbieten. Ein Großteil der Betriebskosten ist eh subventioniert, spart man dann die Kosten für Ticketverkauf, Automaten, Kontrolleure und den dazugehörigen Verwaltungsapparat ein, würde es laut Studienlage gut aufgehen. Einfach, fair und eine deutliche Motivation.

Die Stadt würde ich viel fahrradfreundlicher gestalten. Mehr Raum, bessere Radwege, ein Plus an Sicherheit und gern mehr Brücken um Umwege zu umgehen. Die Anschaffung von Fahrräder sollte gefördert werden, zumindest aber könnten Krankenkassen und Arbeitgeber Anreize schaffen.

Park and Ride-Lösungen müssen besser ausgebaut werden. Auch die Möglichkeit ein Fahrrad im Zug mitzunehmen oder es am jeweiligen Bahnhof sicher abzustellen wären für viele Menschen sicherlich ein Anreiz.

Zu guter Letzt würde ich gemeinsam mit Schulen und Kindergärten nach Lösungen suchen, den unglaublichen Kinder-Lieferverkehr einzuschränken. Vielleicht der härteste Brocken; gegen Eltern in Rage kommt keiner an.

Übrigens, ich habe nix zu sagen. Dem entsprechend, vergesst alles was ich gesagt haben.

Motivatives Loch

Pfffffff;

öfffffff… Ich fühle mich wie ein fast leerer Wasserschlauch, oder ein Luftballon, der 6 Wochen unter dem Bett gelegen hat. Ich hänge hier so ab, kollabiere fast vor Langeweile auf neinem Stuhl und kann mich zu nix durchringen. Nix. Gar nix. Es ist nicht mal so, dass ich faul bin. Ich hab einfach zu sehr keine Lust. Motivation alle.

Und was war das noch gleich, was ich jetzt eigentlich tun sollte? Ach ja. Ein Seminar vorbereiten. Im Dezember, da werde ich an der Uni ein paar Tage ein Seminar halten. Für Studenen. Der Titel?

Motiviert Studieren. 

Haha. Da bin ich ja überaus geeignet. Da weiß ich ja wovon ich spreche. Wie wäre es mit

Motiviert Kaffeesieren.  Oder

Motiviert Telefonieren. 

Ach, was denke ich denn darüber nach. So wie es aussieht kommt es ja eh nicht zu Stande. Denn empirische Forschung hat ergeben, dass Seminare sich nicht von selbst schreiben, selbst dann nicht, wenn man Teekannen anglotzt.

Einen Versuch war es wert.

***EDIT*** Ich fleißiges Bienchen hab den Ars** noch hochbekommen und sagenhafte 1,5 Stunden durchgearbeitet!!***

Baby-Klo

Gestern Abend sprach es aus dem D-Hörnchen:“Ich muss Klo!“ Ich schnappte mit in ordentlichem Tempo den jungen Herren, der bis dahin Windeln trug, und rannte über zwei Etagen zum Klo. Oben angekommen war es zwar zu spät, beim D-Hörnchen aber, war der Ehrgeiz geweckt. Da wir ja grad etwas schwierige sanitäre Verhältnisse haben, holte ich das Töpfchen und zeigte es dem D-Hörnchen. 

Vollkommen entzückt taufte er den Topf sein ‚Baby-Klo‘ und stieg noch gestern Abend etwa 3000 Male drauf. Mal mit – mal ohne Hose, mal richtig- mal verkehrt herum; immer ohne Erfolg. Beim Zähne putzen dann ging das Pipi in die Hose. Egal. Der Wille zählt. 

Heute morgen machte er mit ungebrochenem Willen weiter. Das Baby-Klo stand hoch im Kurs. Bis dann das Aa kam. Aa in Hose fand der Herr doof. Und so verlangte er dann doch wieder nach seiner Windel. Das Baby-Klo liebt er weiter, zum Glück geht das ja auch mit Windel!