Zombiealarm

Es ist erstaunlich, was man nach fast sechs Wochen Ferien morgens um sieben in den Kinderzimmern findet. Meine morgendliche Runde startete ich im Zimmer des B-Hörnchens. Nach ausgiebigem Rütteln und Schütteln gelang es mir den Zombie aufzusetzen. Ich bat sie sich anzuziehen und ging nebenan zum A-Hörnchen. Der wurde zwar zögerlich und schlecht gelaunt wach, sprang dann aber zügig an. So ging ich abermals zum B-Zombie und fand sie an der Bettkante sitzend. Die Beine verkeilt, die Arme fast am Boden. Der Oberkörper zusammengesunken, ihr Kopf weit nach links abgekippt. Der Mund war leicht offen; sie schlief. 

Ich ging nach oben um die Kleinen Hörnchen zu wecken und hatte beim C-Hörnchen Glück. Sie stand, ebenso wie das A-Hörnchen, missmutig aber auf. Das D-Hörnchen war wie im Koma. Ich weckte ihrn liebevoll und er brummte etwas wie: „Noch schlafen..“ Wie eine Made wand er sich im Bett immer der Decke nach. Sobald er Kontakt hatte zerrte er am entsprechenden Zipfel seiner Decke und stammelte weiterhin: „Noch schlafen!“ Ich versuchte es eine Weile ihn zu wecken; erfolglos. Somit begann ich ihn irgendwie aus- und wieder anzuziehen wobei er sich weiterhin in wobbeligen Bewegungen seiner Decke hinterher bewegte. Als er fertig angezogen war, stellte ich ihn schlafend neben das Bett. 

Das C-Hörnchen fand in nach dieser Episode verzweifelt im Bett mit einer Hose kämpfend. Sie hatte sich in eine Leggins gequält und dann festgestellt, dass sie die Unterhose vergessen hatte. Sie hatte die Leggins wieder ausgezogen und dabei auf links gedreht. Nachdem sie dann die Unterhose anhatte gelang es ihr nicht die linksradikale Hose wieder unter Kontrolle zu bekommen. Armes Kind. Wer hat nur erste Tage nach den Ferien erfunden. 

Wunschbeitrag III

Heute gilt der Wunschbeitrag meiner Schwester, die mich als Jungmutter bat, etwas über Schlafen und Babys zu schreiben. 

Babys zum schlafen zu bringen ist ganz einfach: Man braucht einfach tiefe innere Ruhe, Gelassenheit und Zeit. Also, um es auf den Punkt zu bringen: Alles das, was man nach Monaten ohne Schlaf und Erholung, in einem Gaushalt mit zwei kleinen Kindern nie hat. Nun gibt es verschiedene Wege, mit  diesem Dilemma zu umgehen. 

1. Man schafft die genannten Voraussetzungen. Alle Termine absagen, Telefon & Klingel aus.  Kiffen und Yoga; alles easy. 

2. Man kompensiert alle negativen Einflüsse. Also zB. setzt du dich auf einen Petzy-Ball, schaltest den Föhn ein und schaukelst dich die ganze Zeit kräftig, während du das Baby auf dem Arm hältst und singst. 

Oder du fährst es im Auto. 

Oder du lässt es Milch trinken zum schlafen,… 

Die Frage ist halt nur, wie sinnvoll das ist. 

3. Du arrangierst dich mit deinen individuellen Bedingungen. Das Baby gewöhnt sich an Geschwister, du scheisst auf deinen Haushalt und schläfst immer, wenn Baby schläft. Du probierst alles mögliche aus und versucht den optimalen Konsens zu finden. Und schneller als du gucken kannst, ist das erste Jahr rum und so langsam ist schon wieder an Schlaf zu denken. Ganz easy eigentlich. 

4. Du ferberst dein armes Kind und verpasst ihm einen Schaden für’s leben. Dann hast du jetzt deine Ruhe, kannst aber,  wenn das Kind 12 ist zum Therapeuten rennen. 

Warten warten warten

Was für ein herrlich-unbekanntes Gefühl. Ich habe ausgeschlafen!! Unglaublich, total und absolut ausgeschlafen. Bis elf Uhr! 

Es ist ganz und gar wundervoll. Was ich vor zehn Jahren beinahe als ‚zeitig aufstehen‘ bezeichnet hätte, ist nach jahrelanger Schlafentzugsfolter wie … wie … Wie Schlaf nach jahrelanger Schlafentzugsfolter. Ich fühle mich neugeboren, resistent und erholt. 

Und dabei ist es ja nichtmal so, dass ich in all den Jahren nicht die Gelegenheit gehabt hätte. Nein nein, nur leider hat mein mütterlicher Trieb mich auch dann, wenn alle Hörnchen weg waren und ich lange auf war, um spätestens acht aus dem Bett getrieben. Wer weiß denn, ob man nicht irgendwo gebraucht wird. Also mit Kaffee bewaffnet nebens Telefon  und gewartet. Dass was passiert, oder sie endlich alle wiederkommen. Tja, und wenn alle hier waren, und der Menne mich liegen ließ, dann habe ich es halt genauso gemacht, nur ohne Telefon. Bis heute. Heute habe ich mein Hirn überlistet, es off-line genommen und mich von den letzen Jahren erholt. Trefflich, dann kann ich ja ab morgen wieder acht,fünf Jahre warten… ob was passiert. Oder irgendwann dann: Warten, ob wer nach Hause kommt.