Quarantäne

Ab heute stehen wir unter Quarantäne. Dafür ist eine Entscheidung gefallen: Gegen Antibiotika ohne Symptome und für das durchleben dieser Pest.

Seit heute haben definitiv drei Kinder Streptokokken im Hals. D-Hörnchen IST weiterhin vollkommen symptomfrei, A-Hörnchen hat Schnupfen und ist bisher leicht angeschlagen und C-Hörnchen hat Fieber, Husten und Schnupfen. Wie bei einem Grippalen Infekt zunächst. B-Hörnchen hat (noch) nichts.

der Plan: Wer nichts hat, wird nicht behandelt. Die Symptome einer normalen Erkältung werden behandelt wie eine normale Erkältung. Und wer leidet, hoch Fiebert oder sonst welche schweren Symptome zeigt bekommt Antibiotika.

Ich bin gespannt wie lange uns diese Pest jetzt begleiten bin und hoffe,  dass wir sie damit ein für alle mal besiegen können.

Fly me to the moon

Heute haben wir, mal wieder, eine Mission zum Mond gestartet. Zumindest kam es mir so vor…

Es war Montag morgen, und nachdem Papa und A-Hörnchen endlich weg waren, sind wir verbleibenden vier in unseren Morgen gestartet. Schon beim Frühstück stellten B- und C-Hörnchen klar: Heute fahren wir Rad! Die Sonne kommt bald!

1. Akt: Es ist kalt!

„B-Hörnchen, du musst noch eine Hose über deine Strumpfhose ziehen bitte. Es ist ganz kalt.“ B-Hörnchen erscheint Minuten später mit drei Hosen an. Doppelt hält besser.

C-Hörnchen will keine 2. Hose. Plan B lautet: Regenhose drüber ziehen. C-Hörnchen steht in der Küchentür uns schluchzt:“Ich kann nicht mit Hose Fahrrad fahren!“ Die Mutter redet und überredet, versucht zu überzeugen:“ Mit der Schneehose konntest du nicht fahren (andere Geschichte…). Mit der grünen Regenhose geht das ganz einfach.“ Zweiter Anfall C-Hörnchen:“Ich mag keine grünen Hosen!“

Mutter an B-Hörnchen (inzwischen leicht schwitzend):“B-Hörnchen, wenn C-Hörnchen sich nicht gleich berappelt, dann wird das nichts mit Fahrrad fahren.“ B-Hörnchen entgegnet gelassen:“Dann ziehe ich die Hosen wieder aus.“

Mutter an C-Hörnchen:“C-Hörnchen! Du kannst jetzt entscheiden: Grüne Hose drüber oder Strumpfhose drunter! Sonst fahren wir mit dem Auto!“ Sie entscheidet sich für die grüne Hose.

Währen der gesamten Debatte hatte D-Hörnchen sich still und heimlich damit beschäftigt, die Reste vom Frühstückstisch zu vermischen und gleichmäßig in den Tisch einzureiben. Sowohl der Tisch als auch D-Hörnchen sahen sehr zufrieden aus; zumindest von der Hypothese ausgehend, dass dreckige Kinder (und Tische) glücklich sind (andere Geschichte…). Denkbar umamüsiert reagierte D-Hörnchen als die Mutter sein Spiel unterbricht, und ihn in Richtung Garderobe trägt will.

2. Akt: Ausbruch des D-Hörnchens

Das kleine Männlein, vollkommen ausser Rand und Band geraten, liegt auf dem Flur und zappelt mit allem was es hat. Dabei schreit er unentwegt:“Neeeeee, Neeeee!!“Es sabbert und es tränt was das Zeug hält. Es ist Ohrenbetäubend.

B-Hörnchen:“Mama, reichen Turnschuhe?“

Mutter:“ Nein! Es ist ganz kalt. Stiefel bitte. C-Hörnchen, du auch.Stiefel bitte!“ Die Mutter versucht hierbei das sich nach Kräften wehrende D-Hörnchen auf die Treppe zu setzen um es in seinen Schneeanzug zu stecken. Ohrenbetäubender Protest. „Neeeee!!Neeeeeee!!“ tönt es ununterbrochen.

C-Hörnchen:“Maaaammmaaaa! Meine Hose klemmt! Ich kann nicht miitttt deeeeer Hooseee!“ Nur das beherzte und betont friedfertige Eingreifen der Mutter kann einen erneuten Zusammenbruch des C-Hörnchens unterbinden. Mit ein paar schnellen, geübten Handgriffen sitzt die grüne Hose.

Im Folgenden versucht die Mutter weiter irgendwie das schreiende D-Hörnchen witterungsgerecht zu verpacke; immer wieder unterbrochen von Hilfegesuchen des C-Hörnchens und Fragen des B-Hörnchens…

„C-Hörnchen, die Schuhe sind verkehrt herum, du hast Entenfüße. B-Hörnchen nein! Die Sommerjacke ist nicht warm genug. Es ist kalt. Ja, C-Hörnchen, mit dicker Jacke. Nein, Regenschirm geht nicht auf dem Fahrrad, ja, wenn das Pferd in die Tasche passt, kann es mit. Handschuhe kannst du anziehen wenn du willst. Ja ich helfe dir gleich mit deinen; doch es muss ein Finger in jeden Finger des Handschuhes. Das hat nichts mit den Pedalen zu tun, nein.Nein! Papa hat bestimmt auch noch alle Finger. Ja, der hat auch Handschuhe. Nein, noch nicht raus, bleib hier bitte, mach nur die Tür schon mal auf, es ist so warm. Nein, nicht bis zur Garage, das dauert hier noch. Die Katze hatte essen, ja. Nein B-Hörnchen, es wird eine Mütze aufgesetzt. Holst du schon mal die Helme bitte. Ja ich setzte dir deinen gleich auf. C-Hörnchen, du hast immer noch Entenfüße. Nein, es wird nicht regnen. Wirklich nicht. Heute ist noch keine Osterwiese. Nein, du sollt eben warten bitte. Ja, die Mütze geht. Du brauchst wirklich eine. Es ist kalt draussen…“

Nach nur 7 Minuten ist auch das D-Hörnchen angezogen und schreit immer noch beharrlich :“Neeeeee!!“

Mutter ist durchgeschwitzt und ohne Schuhe und Jacke. Inventur. Drei Kinder, drei Jacken, sechs Schuhe, drei Helme, drei Mützen, sechs Hand… fünf Handschuhe. D-Hörnchen Handschuh wieder anziehen.

Mutter wendet sich ab um sich nun auch endlich was anzuziehen und dieses Haus zu verlassen. Plötzlich stille.

3, Akt: B-Hörnchen macht das schon

Neben dem eben noch nach Kräften schimpfenden D-Hörnchen sitzt jetzt ein liebes B-Hörnchen und wird angehimmelt. Von ihr nimmt der auch den Obst-Quetschie den Mutter schon versucht hatte. Auch die Wasserflasche und die Banane werden dankend angenommen. Mutter sprachlos. B-Hörnchen spricht:“ Geh du nur die Räder holen. Ich mach das hier schon.“ Als die Mutter wohlwollend ihren jüngsten anschaut entgegnet der nur schroff:“ Neeeee!“ Mutter bricht auf zur Garage, mit C-Hörnche und der grünen Hose.

4. und letzter Akt: Aufbruch!

Erwartungsgemäß kommen irgendwann alle vier an der Garage, in der die Fahrräder stehen an. Satteltaschen und Rucksäcke werden verpackt. Alle Räder auf den Fußweg gestellt. Noch bevor die Mutter das nun friedliche D-Hörnchen auf dem Kindersitz des Rades hat motzt C-Hörnchen wieder über die Unmöglichkeit des Fahrens mit DER Hose. Sie motzt und motzt und bemerkt dabei gar nicht, wie ihre Beine einfach das einzig sinnvolle tun und losfahren.

Der Kindergarten ist 3,3 km entfernt. Für den Weg dorthin brauchen wir sagenhafte 45 Minuten. Drei Wutanfälle von C-Hörnchen und einen Sturz und einen fast- Sturz später sind wir endlich da. Was für ein Unterfangen.

Und wie bei einer echten Mondmission brauchte es für den Rückweg nicht viel. Nach nur 10 Minuten kommen D-Hörnchen und die Mutter wieder zu Hause an. Glücklich und erschöpft.

Der Bäcker

Ich habe zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen eine Haushaltshilfe die mich im Haushalt unterstützt. Ihr Name ist Rebecca.

Als ich vorhin das top aufgeräumte Zimmer von A-Hörnchen lobte, beteuerte C-Hörnchen (3 Jahre alt)  dass ihr Zimmer auch toll aufgeräumt sei. Der Papa fragte, ob sie das denn auch selber gemacht hätte. C-Hörnchen antwortete prompt:“Nein! Der Bäcker war da!“

Papa war verwirrt, und C-Hörnchen auch. Die hatte nämlich wirklich geglaubt, der Bäcker käme um bei uns aufzuräumen. Hihi

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

„Das Gras wächst nicht schneller

wenn man daran zieht!“

Dieses Afrikanische Sprichwort steht derzeit auf meiner Terassentür geschrieben. Verschieden Erwachsene haben seit dem nach der Bedeutung gefragt; andere haben es einfach hingenommen. Eben hat mich B-Hörnchen verblüfft.

Ich habe ihr den Text vorgelesen. Sie hielt kurz inne und stellte dann kurz und bündig fest:“

Ja. Wenn man dean zieht, dann reißt es ab, oder zerbricht oder man reißt die Wurzel heraus, dann kann man es nicht mehr gießen. Mit Gras muss man einfach normal sein.“

Wie schlau sie ist!! Wenn das die vielen vielen Erwachsenen wüssten, die zerren, ziehen und formen, was wäre es schön. Leider sind ins besondere viele Eltern nicht weise genug es zu befolgen. Kluges, kluges Kind!

Kleines Rätsel



Was haben…

– vier Zahnbürsten

– drei Zahnputzbecher

– 0,5l Seife

– Zwei Tuben Zahnpasta

– der Inhalt zweier Tuben Zahnpasta

– etwa 100 Feuchttücher

– 5l Wasser

– 20g Hautcreme (ca.)

– ein leerer Cremetopf

und

– eine halbe Rolle Klopapier

gemeinsam?

Sie alle schwammen in meinem Waschbecken. Etwa von Mittag bis Abend. Und als ich es fand stand neben mir ein kleines, süsses C-Hörnchen und trällerte zuckersüß:“ Darf ich jetzt fernsehen?“

Menschenjunges

„Mög‘ es noch Wiesen und Bäume und Maikäfer geben,
wenn Du im Maikäfersammelalter bist.
Mögen auch allezeit Nägel, Murmeln, Strippe, Litze,
Kleister, Brausepulver, Buntstifte und Feuerstein,
Schraubenzieher, Isolierband, Knete und Lakritze
Reichlich in deinen Hosentaschen vorrätig sein!“

Mit diesen treffenden Worten beschreibt Reinhard Mey in `Menschenjunges´ziemlich perfekt und treffend das, was ich heute morgen fand.

A-Hörnchen, fast acht Jahre alt, beschwerte sich jämmerlich über seine VIEL ZU SCHWERE Jacke. Ich nahm die Jacke und staunte nicht schlecht. Bestimmt 2-3 kg Jacke, an einem Menschlein von knapp 1,20m, nicht ganz gut.

Den liebevoll zusammengesammelten Inhalt der Tasche legten wir gemeinsam andächtig auf die Treppe vor dem Haus. Das Resultat nur einer Tasche zeigt das Bild, in einer weiteren steckten Schlüssel, Asthma-Inhalatior und ein Telefon. A-Hörnchen war in grosser Sorge; schließlich wäre boshaften Mamas stets viel daran gelegen, Schätze verschwinden zu lassen.

Wenn er gleich kommt wird alles noch da liegen, wo er es zurück gelassen hat. Und ich habe mich heute jedes mal über das Häufchen Leidenschaft gefreut, wenn ich das Haus verlassen habe. Hoffentlich bleibt ihm diese Hingabe für´s Detail erhalten.

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