Wieviel Erziehung braucht so ein Kind?

Heute Vormittag habe ich mich viel, lang und gut mit einer Freundin über Erziehungs-Style unterhalten. ‚Unerzogen‘ als Erziehungsrichtung, Antiautoritär, Streng oder sehr autoritär? Was ist gut, wer verträgt was und was vertrage ich?

Zunächst stellte sich nun bei mir die Frage, was will ich denn erreichen? Warum erziehe ich, und wo erziehe ich hin? Well, eigentlich will ich nur glückliche Kinder. Na ja, und selber glücklich sein, das ist auch wichtig. Ich möchte, dass meine Kinder frei sind, sie sollen Entscheidungen treffen können und dürfen, Erfahrungen machen und bewerten können. Sie sollen die Möglichkeit haben alles werden zu können. Und doch brauchen wir offenbar Grenzen.

Denn wenn meine Kinder einfach ganz und gar frei und glücklich sind, dann bin ich es am Ende gar nicht mehr. Grenzen also. Grenzen nicht als Einschränkung oder als Wegnehmen von Erfahrung, sondern Grenze als Kompromiss. Als ein Kompromiss zwischen uns allen hier im Haus. In dieser nicht-WG, in der die Grossen den Kleinen etwas beibringen, und die Kleinen den Großen noch ganz Anderes. Es muss also beider Seiten Wollen beguckt werden.

Ich brauche gelegentlich meine Ruhe. Meine Kinder behaupten Diese nicht zu brauche, sie können 24/7 neben mir stehen und reden. Logo. Ich kann das nicht. Ich brauche Abends meine Ruhe. Ruhe mit mir, meinem Fernseher und meinem Mann. Aus diesem egoistischem Grund bestehe ich auf eine geregelte Bettruhe. Fair, nicht streng. Zudem halte ich Schlaf, und auch ausreichenden schlaf für etwas sehr gesundes, nicht nur für mich.

Um entspannt und mit Appetit essen zu können, brauche ich eine entspannte und appetitliche Tischsituation. Füße bleiben unter dem Tisch, Essen im Mund. Zum entspannen meiner Waschmaschine benutzen wir Teller, Gabeln, Löffel. Ich bin nicht bereit, meine Freizeit zu opfern um zu waschen und zu putzen. Ich bestimme dies, ich verlange Manieren. Nicht um meine Kinder einzuschränken, sondern weil es der Kompromiss verlangt. Sie dürfen matschen im Sand, am Wasser, mit Knete, Tusche und allem anderen, aber die Mahlzeiten sind mein. Da brauchen meine Nerven und ich in Ruhe.

Und so, oder so ähnlich verhält es sich mit einigen anderen Dingen. Zähne putzen, waschen, Haare, Medikamente. Dies sind Bereiche, in denen ich bestimme. Nicht das Kind, nicht der Trotzanfall und nicht die Wut.  Toleranz gibt es dafür in so vielen anderen Bereichen. So ist Erziehung für mich also das Bestreben, meine Kinder zu selbstständigen, glücklichen Individuen zu erziehen, die wissen wer sie sind und was sie können. Dabei muss aber der Kompromiss aus dem was sie wollen , und dem was ich brauche gewahrt werden. Gemeinsam, aufeinander achtend.

Denn so wird es auch in den ca. 70 Jahren nach meiner Erziehung sein. das Leben ist ‚gemeinsam‘. Gemeinsam mit der Clique, gemeinsam mit Kollegen, Freunden oder einer/einem PartnerIn. So muss dieses komische Ding namens ‚Erziehung‘ also auch irgendwie startklar machen, für das Leben, das danach kommt. Das lange, und hoffentlich glückliche Leben mit all den Menschen, die ich noch nicht kenne, die meine Kinder vielleicht schon kennen, und mit denen sie dann hoffentlich in der Lage sein werden, gemeinsam glücklich zu sein.

Btw., falls sich jemand entscheidet, ein Eremit zu werden toleriere ich auch das.

Fensterdeko

In unserem Küchenfenster hängen immer noch Ostereier. Heute, beim Abendessen, haben wir festgestellt, dass das ein untragbarer Zustand ist. So stellte sich die Frage, was dran ans Guckloch?

Ich habe also die anwesenden Kinder, in diesem Falle B- und C-Hörnchen gefragt, was wir denn mal ans Fenster machen wollen.

Mein Vorschlag war folgender:

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Wollten sie nicht. Der Vorschlag der Mädchen war einfacher und gut nachvollziehbar:

B-Hörnchen fordert: Einen kleinen, blauen Fluss, in dem drei Seepferdchen hintereinander her schwimmen. Mit einer Sonne darüber.

c-Hörnchen wünscht sich eine Wiese mit einer Eule drauf und eine Gabel da drin. Und ein Pferd auf der Wiese und darüber noch eine große Gabel.

Klaro. ganz logisch… Meinen Entwurf dazu seht ihr…

Seit sieben Jahren

Da mein A-Härnchen aktuell ganz schön angeschlagen ist, und wir aber trotzdem was einkaufen mussten, habe ich ihn heute zusammen mit D-Hörnchen in den Fahrradanhänger gestopft. Süß. Und passte so grade eben noch.

Zum ersten Mal habe ich A-Hörnchen mit 9 Monaten in diesem Hänger transportiert. Also vor etwa sieben Jahren. Und von Anfang an gab es ein beherrschendes Thema. A-Hörnchen quatscht und Mama sagt als Imme gleiche Antwort lautet:“Ich verstehe dich her vorn nicht!“ In der Tat habe ich zum einen recht miese Ohren. Zusätzlich kommen Helm, optional Mütze und Strassenverkehr hinzu. Alles was in meinem Temporallappen ankommt ist:“ Grrrschschrrrghk.“

Heute ist er also nach einer wahnsinnig langen Zeit das erste Mal eingestiegen und siehe da, kaum an der ersten größeren Straße angekommen quatscht es mich wieder voll. Ich dachte echt ich falle vom Rad. Da hat er in sieben Jahren nicht gelernt, dass ich…. oh man!!

Nach fest kommt ab!

Mein A-Hörnchen kam gestern mit einem Fläschchen Scribtol in die Küche. Man müsse ´sau-doll`draufdrücken und es komme trotzdem nichts raus.

Pah, entgegnete ich. Du bist bestimmt nur nicht stark genug. Er lachte schon; ich dachte noch ich wäre schlauer. Ich hielt das Fläschchen lässig über das kleine Schälchen, in das  Scribtol sollte, und zeigte meinem Söhnchen mal, was doll drücken ist.

Nun, also. So eine Flasche Scribtol ist so aufgebaut, dass da ein dicker Flaschenbauch ist, daran mündet dann ein kurzer Flaschenhals. In diesen ist das Teil mit der Öffnung fest eingesteckt. So tricky mit vielen Riffeln und so, damit auch ja nichts raus kommt oder daneben geht.

Ich drücke also und dann ging es ganz einfach. Zu einfach. Dieser trickyge Flaschenhals war kurzerhand explodiert und hatte das Scribtol überall im Umkreis von 2m hingespritzt. In einer Küche von ca. 2×3 Metern ein voller Erfolg.

Toll Mama, super das du so stark bist. Aber neben Kraft ist vielleicht ein bisschen Hirn auch mal ganz gut.

Reifenpanne

Gestern war Freitag der 13., und obwohl ich gar nicht an sowas glaube, kam ich mir gestern vor wie im falschen Film.

Das Wetter war herrlich und so ging ich mit B-, C- und D-Hörnchen so wie zwei von meiner Freundin (1 & 6) zu unserer Garage. Der Einfache Plan: Zwei mal Fahrrad, ein mal Fahrradanhänger für die Einjährigen und dann los Richtung Spielplatz. Also auf auf!!

Motiviert machte sich C-Hörnchen daran, ihr Fahrrad aus der Garage zu rollen. TipTop. Es folgte B-Hörnchen und die Erkenntnis, dass ihr Vorderreifen platt ist. Tränen und Trallala; nach einigem Trösten und Gutzureden sollte es dann der Roller werden. Nun gut.

Fahrradanhänger musste nur kurz und knapp vom Zieh- zum Schiebevehikel umgebaut werden. Deichsel ab, Bugrad… weg! Nichts also mit Umbau. Irgendein schlechter Mensch hatte tatsächlich unser Vorderrad aus dem Anhänger geklaut. Ärgerlich und so dreist! Aber halb so schlimm, haben wir doch ein zweites Vorderrad.

Auch dieses stellte sich nach weiteren minimalen Umbauten am Hänger als platt heraus.

Vor der Garage warteten immer noch fünf Kinder in freudiger Erwartung und meine liebe, geduldige Freundin,…

Der Bollerwagen! Nehmen wird den. Ich muss kaum erwähnen, dass auch der sich nach schnellem Check als Platt herausstellte. So standen wir da mit unserem Talent und latschten dann mal los. Argh!! Danke doofer Tag!

Der Bäcker

Ich habe zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen eine Haushaltshilfe die mich im Haushalt unterstützt. Ihr Name ist Rebecca.

Als ich vorhin das top aufgeräumte Zimmer von A-Hörnchen lobte, beteuerte C-Hörnchen (3 Jahre alt)  dass ihr Zimmer auch toll aufgeräumt sei. Der Papa fragte, ob sie das denn auch selber gemacht hätte. C-Hörnchen antwortete prompt:“Nein! Der Bäcker war da!“

Papa war verwirrt, und C-Hörnchen auch. Die hatte nämlich wirklich geglaubt, der Bäcker käme um bei uns aufzuräumen. Hihi

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

„Das Gras wächst nicht schneller

wenn man daran zieht!“

Dieses Afrikanische Sprichwort steht derzeit auf meiner Terassentür geschrieben. Verschieden Erwachsene haben seit dem nach der Bedeutung gefragt; andere haben es einfach hingenommen. Eben hat mich B-Hörnchen verblüfft.

Ich habe ihr den Text vorgelesen. Sie hielt kurz inne und stellte dann kurz und bündig fest:“

Ja. Wenn man dean zieht, dann reißt es ab, oder zerbricht oder man reißt die Wurzel heraus, dann kann man es nicht mehr gießen. Mit Gras muss man einfach normal sein.“

Wie schlau sie ist!! Wenn das die vielen vielen Erwachsenen wüssten, die zerren, ziehen und formen, was wäre es schön. Leider sind ins besondere viele Eltern nicht weise genug es zu befolgen. Kluges, kluges Kind!

Kleines Rätsel



Was haben…

– vier Zahnbürsten

– drei Zahnputzbecher

– 0,5l Seife

– Zwei Tuben Zahnpasta

– der Inhalt zweier Tuben Zahnpasta

– etwa 100 Feuchttücher

– 5l Wasser

– 20g Hautcreme (ca.)

– ein leerer Cremetopf

und

– eine halbe Rolle Klopapier

gemeinsam?

Sie alle schwammen in meinem Waschbecken. Etwa von Mittag bis Abend. Und als ich es fand stand neben mir ein kleines, süsses C-Hörnchen und trällerte zuckersüß:“ Darf ich jetzt fernsehen?“

Menschenjunges

„Mög‘ es noch Wiesen und Bäume und Maikäfer geben,
wenn Du im Maikäfersammelalter bist.
Mögen auch allezeit Nägel, Murmeln, Strippe, Litze,
Kleister, Brausepulver, Buntstifte und Feuerstein,
Schraubenzieher, Isolierband, Knete und Lakritze
Reichlich in deinen Hosentaschen vorrätig sein!“

Mit diesen treffenden Worten beschreibt Reinhard Mey in `Menschenjunges´ziemlich perfekt und treffend das, was ich heute morgen fand.

A-Hörnchen, fast acht Jahre alt, beschwerte sich jämmerlich über seine VIEL ZU SCHWERE Jacke. Ich nahm die Jacke und staunte nicht schlecht. Bestimmt 2-3 kg Jacke, an einem Menschlein von knapp 1,20m, nicht ganz gut.

Den liebevoll zusammengesammelten Inhalt der Tasche legten wir gemeinsam andächtig auf die Treppe vor dem Haus. Das Resultat nur einer Tasche zeigt das Bild, in einer weiteren steckten Schlüssel, Asthma-Inhalatior und ein Telefon. A-Hörnchen war in grosser Sorge; schließlich wäre boshaften Mamas stets viel daran gelegen, Schätze verschwinden zu lassen.

Wenn er gleich kommt wird alles noch da liegen, wo er es zurück gelassen hat. Und ich habe mich heute jedes mal über das Häufchen Leidenschaft gefreut, wenn ich das Haus verlassen habe. Hoffentlich bleibt ihm diese Hingabe für´s Detail erhalten.

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