Feriengaudi

Meine drei Großen sind (wie schon in den letzten Jahren) in den ersten zwei Wochen der Sommerferien tagsüber im Feriencamp des Arbeitgebers meines Mannes. 

Auf einem weitläufigen, wunderschönen Gelände verbringen die Hörnchen ihre Tage zwischen urigen Wohnzelten. In diesem Jahr ist das Thema ‚Kinderzirkus‘, was sich bei der großartigen Umgebung anbietet. 

Und nun Dauerregen.  Dauer Dauer Dauerregen und mein Mutti-Hirn läuft heiß. Was sollen die Armen Kinder den ganzen Tag tun, werden die da auch nicht kalt; nass werden sie bestimmt. Und wird das auch nicht doof. Soll ich sie lieber zu Hause (bei Muttiiii) lassen?

Und nachher werde sie strahlend ankommen weil es bestimmt ganz ganz toll war! Und nass werden sie sein. Och manno!

Interne Umbaumaßnahmen

Mein C-Hörnchen ist drei Jahre alt und wird im Juli vier. Im vergangenen Jahr war sie so drei, wie man nur drei sein konnte. Laut, frech, trotzig, rasend vor Wut, impulsiv, verständnislos, gnadenlos niedlich und total toll. Mit aller Macht hat sie sich vor vielen Monaten daran gemacht, das ‚ich‘ in sich zu finden, und die Mama ‚Mama‘ sein zu lassen.

In der Tat habe ich keine Ahnung, wie oft ich in den vergangenen Monaten zu ihr gesagt habe:“Geh wieder ins Bett“ oder „Nein, mit Springseil im Bett darf man nicht schlafen.“ Endlose Diskussionen und Schreianfälle über das korrekte Benutzen von Zahnbürste und Ampel sowie Debatten um nächtliches Aufstehen oder früh-morgendlichen Terror trieben uns an den Rand des Wahnsinns; aber sie ist ja nun mal drei.

Und nun plötzlich wird mein kleines Mädchen scheinbar vier. Sie wird jeden Tag selbstständiger. Plötzlich hat sie Verständnis für den kleinen Bruder und akzeptiert was ich sage; zumindest gelegentlich. Sie lässt mit sich reden und hatte schon seit ein paar Tagen keinen schweren Wutanfall mehr. Im Gegenteil. Sie verbalisiert Missstände und umschifft den Wutanfall somit aktiv.  Mein Baby wird groß. Und ich?

Ich werde erleichtert. Hat sich das alles doch gelohnt? Das viele Verständnis, die viele Konsequenz? Das viele Zweifeln an sich selber? Puuu! Wieder eine Trotzphase überlebt. Und die letzte schaffe ich auch noch. Bevor ich es dann mit vier Pubertären aufnehmen muss.

Fensterdeko

In unserem Küchenfenster hängen immer noch Ostereier. Heute, beim Abendessen, haben wir festgestellt, dass das ein untragbarer Zustand ist. So stellte sich die Frage, was dran ans Guckloch?

Ich habe also die anwesenden Kinder, in diesem Falle B- und C-Hörnchen gefragt, was wir denn mal ans Fenster machen wollen.

Mein Vorschlag war folgender:

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Wollten sie nicht. Der Vorschlag der Mädchen war einfacher und gut nachvollziehbar:

B-Hörnchen fordert: Einen kleinen, blauen Fluss, in dem drei Seepferdchen hintereinander her schwimmen. Mit einer Sonne darüber.

c-Hörnchen wünscht sich eine Wiese mit einer Eule drauf und eine Gabel da drin. Und ein Pferd auf der Wiese und darüber noch eine große Gabel.

Klaro. ganz logisch… Meinen Entwurf dazu seht ihr…

Sonntag

Es war Sonntag. Ich war zu faul. Zu faul schon um aufzustehen, zu faul Frühstück zu machen. Zu faul was anzuziehen, zu faul was sauber zu machen; auch mich. Zu faul im Garten zu spielen. Zu faul was zu machen. Zu faul was zu unternehmen. Zu faul einfach nur zu Hause zu sein. Zu faul für Mittag. Zu faul. Auch eigentlich zu faul die Kinder zu versorgen und zu faul den Blog zu schreiben. Am Ende dann doch alles erledigt. Und jetzt kann ich endlich ungeniert und ohne Stress faul sein. Hach…

Angrillen

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Heute Abend einfach nur die erfreuliche Tatsache, dass wir bei anfänglich 16 Grad angrillen konnten.

Na ja, einfach so wäre es ja zu einfach gewesen. Nach dem Kindergarten habe ich mit B-, C- und D-Hörnchen den Gärten auf Vordermann gebracht. Schnell mal eben den Dreck vom letzten Sommer aus dem Grill gekippt; zusammen mit ca. 20l Wasser… Schnell mal eben Kräuterbutter versalzen und Fleisch aufgetaut. Und ganz fix vergessen das Fladenbrot zu kaufen. Zack Zack ging das. Perfekt… Als der Menne um 16.45 Uhr von der Arbeit kam war alles fast fertig.

Der Menne war verwundert aber erfreut und begrüßte mich mit den Worten:“ Hast du nicht einen Augenarzt-Termin mit A-Hörnchen?“

Dahin die Ruhe. A-Hörnchen war nach der Schule gleich zum Spielen zum Nachbarskind. Wie eine Irre bin ich losgeschossen, hab ihn pottendreckig eingeladen und bin losgerast. Pünktlich um 17.15 Uhr waren wir da. Um 17.16 Uhr im Sprechzimmer, um 17.35 Uhr wieder raus und exakt genau um 18.00 Uhr zum essen zu Hause.

Besser hätte ich es auch nicht planen können 🙂

Der Bäcker

Ich habe zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen eine Haushaltshilfe die mich im Haushalt unterstützt. Ihr Name ist Rebecca.

Als ich vorhin das top aufgeräumte Zimmer von A-Hörnchen lobte, beteuerte C-Hörnchen (3 Jahre alt)  dass ihr Zimmer auch toll aufgeräumt sei. Der Papa fragte, ob sie das denn auch selber gemacht hätte. C-Hörnchen antwortete prompt:“Nein! Der Bäcker war da!“

Papa war verwirrt, und C-Hörnchen auch. Die hatte nämlich wirklich geglaubt, der Bäcker käme um bei uns aufzuräumen. Hihi

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

„Das Gras wächst nicht schneller

wenn man daran zieht!“

Dieses Afrikanische Sprichwort steht derzeit auf meiner Terassentür geschrieben. Verschieden Erwachsene haben seit dem nach der Bedeutung gefragt; andere haben es einfach hingenommen. Eben hat mich B-Hörnchen verblüfft.

Ich habe ihr den Text vorgelesen. Sie hielt kurz inne und stellte dann kurz und bündig fest:“

Ja. Wenn man dean zieht, dann reißt es ab, oder zerbricht oder man reißt die Wurzel heraus, dann kann man es nicht mehr gießen. Mit Gras muss man einfach normal sein.“

Wie schlau sie ist!! Wenn das die vielen vielen Erwachsenen wüssten, die zerren, ziehen und formen, was wäre es schön. Leider sind ins besondere viele Eltern nicht weise genug es zu befolgen. Kluges, kluges Kind!

Kleines Rätsel



Was haben…

– vier Zahnbürsten

– drei Zahnputzbecher

– 0,5l Seife

– Zwei Tuben Zahnpasta

– der Inhalt zweier Tuben Zahnpasta

– etwa 100 Feuchttücher

– 5l Wasser

– 20g Hautcreme (ca.)

– ein leerer Cremetopf

und

– eine halbe Rolle Klopapier

gemeinsam?

Sie alle schwammen in meinem Waschbecken. Etwa von Mittag bis Abend. Und als ich es fand stand neben mir ein kleines, süsses C-Hörnchen und trällerte zuckersüß:“ Darf ich jetzt fernsehen?“

Schule, Noten und die Frage nach dem Warum

„So, jetzt ist es passiert, dacht‘ ich mir, jetzt ist alles aus,
Nicht einmal eine 4 in Religion.
Oh Mann, mit diesem Zeugnis kommst du besser nicht nach Haus,
Sondern allenfalls zur Fremdenlegion.
Ich zeigt‘ es meinen Eltern nicht und unterschrieb für sie,
Schön bunt, sah nicht schlecht aus, ohne zu prahl‘n!
Ich war vielleicht ‘ne Niete in Deutsch und Biologie,
Dafür konnt‘ ich schon immer ganz gut mal‘n!“

aus: Zeugnistag – Reinhard Mey

Mein A-Hörnchen geht auf eine sehr moderne, fortschrittliche Schule. Jahrgangsübergreifender Unterricht (1/2 & 3/4), flexible Grundschule von 3-5 Jahren, Einschulungen zum Halbjahr, freies Arbeiten, flexibles Arbeitstempo, Konsequente Notenfreiheit bis zur 4. Klasse,… Die Kinder lernen aktiv und selbstständig, es wird viel Wert auf An- und Entspannung gelegt. Kleine lernen Mathe von Grossen, und Grosse lernen noch ganz andere Dinge von Kleinen.

Die Lehrer haben in vielen Jahren zu diesem Konzept passendes Unterrichtsmaterialien entwickelt. Jeder soll machen wie er kann, kein Vergleich, kein Wettbewerb, kein Druck. Und der Plan ging auf. Aktuell ist die Schule unter den letzten 20 zur `Besten Schule Deutschlands`.

Und nun gibt es ab dem Sommer 2015 plötzlich neue Zeugnisse in Bremen. Einheitlich sollen sie sein und ganz neu. In je 20 Unterpunkten werden Deutsch und Mathe auf Skalen von 1-10 bewertet. Der Schüler, der in unserem Fall zuvor eine ausführliche, schriftlicheBeurteilung erhalten hatte, bekommt jetzt zum Jahresende einen Durchschnittswert. Eine blöde Zahl in einer blöden Skala. Null aussagekräftig (Der Lehrer bildet zu je 20 Unterpunkten einen Mittelwert aus 20 weiteren Unterpunkten; diese werden dann für je Deutsch und Mathe zu Gesamtmittelwerten gerechnet welche wiederum addiert und durch 2 geteilt werden), aber wer nach der 4. Klasse eine 10 hat kommt aufs Gymnasium. Der Rest halt nicht. Darum scheint es zu gehen. Was man auf den 1. Blick kaum erkennt: Das vorgegebene Ziel für Klasse 1 sind drei Punkte. In Klasse 2 sind es fünf und in 3 dann sieben. Erst in der 4. Klasse sieht der Inhaber des Zeugnisses also einen Erfolg. In den ersten Jahren, in denen er Motivation und all so Dinge entwickeln soll, sieht er nur das fast leere Schema.

Deutlicher war es auch nie, dass Sachunterricht, Kunst, Sport, Englisch und all das andere was man so lernt, vollkommen unwichtig sind. Deutsch und Mathe, allein die sind es, die in der 4. Klasse über die Zukunft meiner Kinder entscheiden sollen. Pfui!!

Letztlich passt dieses konservative Konzept rein gar nicht zu der modernen Schule. Es sei ein Fortschritt für viele Schulen, das Notenbild von 1-6 zu verlassen. Ja, sicher. Aber für die jenigen, die schon weit über der Tellerrand hinausgesehen haben, ist es ein herber Rückschritt. Zurück zu Einheit und Gleichheit. Zurück zur Bildungselite…