Langeweile 

A-Hörnchen leidet sehr. Ihm ist langweilig. Keiner seiner Kumpel hat Zeit zum Daddeln. Er hat zu Ende gechillt und kein Bock was zu machen. Lesen ist assi, kein Bock den Legosatz zu Ende zu bauen, kein Bock auf alles. Ein Drama. 

Also für ihn, nicht für mich. Da verendet das Kind beinahe vor lauter Untätigkeit, in einem Zimmer, das mit Spielzeug vollgestopft ist. Alles so langweilig. Und wie gern würde ich ihm lachend sagen:“Langeweile ist gesund und beflügelt deinen Kopf!“. 

Denn so ist es ja angeblich. Der Leerlauf im Kopf macht und kreativ und treibt uns an; zumindest so lange er nicht chronisch wird. Gehirne mögen es durchaus einmal herunterzufahren und zu gammeln, angeblich. Leider klingt das alles in Theorie weit attraktiver als in Echt. In Echt hasse ich es auch wie die Pest, nichts zu tun zu haben. Ich werde davon irre, drehe mich in mir selbst im Kreis und werde nicht kreativ sondern aggressiv. Mein Hirn verstopft und beginnt verzweifelt gegen die Schädeldecke zu schlagen. „Los!!! Animier mich!“, scheint es ununterbrochen zu schreien. Und alles was ich ihm vorwerfe lehnt es gelangweilt und stuhr ab. Langeweile ist quälend und grässlich! Und ich bin mehr als froh fast nie Zeit für sie zu haben. Denn dann würde ich verrückt werden. 

Ich bin frei

Ich sitze in der Küche und habe in Dauerschleife den Titelsong der Eiskönigin im Ohr: Ich bin frei.. Ich bin freeeiiii… Nerv. Aber genau so ist es. Nach endlosen Wochen bin ich zum ersten Mal frei. Ich habe nichts zu tun, keine Aufgaben zu erledigen, niemanden zu betreuen. Ich bin vollkommen frei. Was ich alles tun könnte..!

Ändern wir den Satz etwas ab: Was könnte ich tun? Denn so sieht es aus. An die lange und intensive Prüfungsphase reihten sich die Ferien mit den Hörnchen. Wenigstens drei Monate am Stück war ich jeden Tag voll beschäftigt, ohne Atempause. So mag ich das. Nun habe ich keinen Schimmer was ich tun soll. Das Haus ist ok. Nicht blitzeblank aber… Ich putz doch jetzt nicht die Fenster wo ich zum ersten Mal frei habe. Meine Kaffee-Damen sind arbeiten und haben somit keine Zeit. Ich habe nichts einzukaufen, was wirklich dramatisch ist. Habe sogar das Auto vor der Tür und weiß nicht wo ich hinfahren soll. Langweilig. Und . Doof. So eine Vollbremsung tut mir nicht gut.

Das Dümmste ist, dass selbst das Naheliegenste wie Lesen, Fernsehen (haha, um 10.00 morgens..) oder Laufen gehen mich grad nicht locken können, da ich so angekotzt von sob sob sob bin, dass ich das kaum genießen könnte. Aber jetzt weiß ich es! Ich warte einfach motiviert von jetzt, 8.50 ihr bis 14.50 Uhr bis ich ENDLICH meine Kinder abholen kann. Und bis dahin checke ich 978 mal meinen Facebook-Account und meine Mails. Herrlich, das wird ein Fest. Klasse so ein freier Tag.

 

Kotz

Zäh wie Kaugummie

Es gibt Tage, an denen fühle mich mich in meine Schulzeit zurückversetzt. 

Seit gefühlten 4 Stunden sitze neben D-Hörnchen auf dem Fußboden. So lange ich keine Anstalten mache mich zu bewegen oder etwas sinnvolles zumachen, spielt er ganz toll. Sobald ich aber eben genanntes auch nur andenke, klebt er an mir. 

Für den vorangegangenen Absatz habe ich zum Beispiel 30 Minuten gebraucht. Und die gefühlten 4 Stunden waren in Wirklichkeit 45 Min. und allein bis zum Mittag liegen noch 4 echte vor mir. 

So wie früher in der Schule halt. Die Stunden zogen sich, kein Ende in Sicht und kein Sinn zu erkennen. Und sobald man was sinnvolles tat, hatte man den Lehere am Ars…