Waschnüsse 

Da ich unser Waschmittel plötzlich nicht mehr vertrug, habe ich es zum Anlass genommen grundlegend etwas zu verändern. Anstatt weitere konventionelle Waschmittel mit Parfum und Tensiden auszuprobieren, suchte ich nach einer nachhaltigen Lösung. 

Mein erster Blick fiel auf Waschnüsse aus Indien. Die Nüsse wachsen am Soap-Nut Baum und ihre Schalen enthalten extrem viel des waschwirksamen Stoffes Saponin. Die Schalen der Frucht würde man einfach zur Wäsche geben, waschen, fertig. Die Wirkung sei sowohl reinigend als auch schwach desinfizierend. DasErgebnis  solle überzeugen. Interessiert las ich noch ein wenig weiter. 

Die Produktion der Nüsse, also Anbau, Ernte und Weiterverarbeitung finde zu ganz und gar nicht fairen Bedingungen statt. Da der Bedarf so rapide angestiegen sei, sei der Preis für die Nüsse massiv angestiegen, so dass die Einheimischen auf billige, konventionelle Waschmittel zurückgreifen müssten, die dann direkt am Fluss gebraucht würden. Ohne Klärung und Filter versteht sich. Bedenkt man dann noch, dass die Nussschalen nach dem Knacken und Verpacken noch verschifft und  weitertransportiert werden müssen, vergeht mir die Lust. 

Manchmal ist es so schwer alles richtig zu machen. Je mehr man denkt, desto komplizierter werden die einfachsten Dinge. Wer nicht denkt dem nichts passiert… Oder so. Ich habe mich jetzt für ein Baukasten-Waschmittelsystem einer einheimischen Firma entschieden. Etwas teuerer, dafür abbaubar, natürlich und aus der Region. Ich denke das ist mein persönliches Optimum. Außer ich habe was überlesen oder nicht bedacht…