Bowie & Goethe

Ich sitzen vor dem Haus in der Sonne. Wie an jedem guten Sonntag trage ich meinen Bowie-Hoodie, in dem ich mich pudelwohl fühle. In der Hand halte ich meine Goethe-Kaffeetasse, die macht mich schlau. Für meine Hörnchen ist Anblick vertraut und dennoch bemerkt D-Hörnchen aufmerksam, dass ich ja heute beide Lieblingssachen bei mir habe. Er erkundigt sich, ob der Mann auf der Tasse der selbe sei wie der, auf dem Pulli. Ich verneine. „Kennen die sich?“, fragt er weiter und ich wiederum kläre auf, dass der eine schon seit 200 Jahren tot ist und der andere erst seit drei Jahren.

„Dann kennen die sich jetzt zusammen im Himmel!“ erklärt das Hörnchen und schließt die Frage an, ob die sich denn mögen würden.

Gute Frage! Was sie verbindet ist das Besondere, das Kluge und das Exzentrische. Beide waren ihrer Zeit voraus, lebten in Extremen, ohne Dogmen und Zwang; na ja fast. Vielleicht würden sie sich mögen, hätten sich bei einem Glas Wein auf Auerbachs-Wolke viel zu sagen. Vielleicht aber auch nicht, möglicherweise fänden sie einander in ihrer jeweiligen Eigenheit unmöglich und würden angeregt diskutieren oder schweigen.

Oder aber es gibt gar keinen Hinnel, keine Auerbachs-Wolke, keine Auferstehung und damit auch kein Ostern. Dann sind Goethe und Bowie vielleicht einfach tot und alles was bleibt sind ihre jeweiligen Lebenswerke. Und meine Tasse und mein Pulli. Immerhin.

Beisammen sein

Grosse Feste, egal ob religiösen oder familiären Ursprungs, gehören von jeh her zur Kultur des Menschen. Zusammen kommen, gemeinsam essen und trinken und besondere Momente feiern, den Rausch der Geselligkeit erleben und die Gegenwart geliebter Menschen genießen. Menschen (zumindest die meisten) mögen das und freuen sich auf diese Ereignisse. Junge und alte kommen zusammen, kochen gemeinsam und tauschen wichtiges und lustiges aus. So, oder so ähnlich sind die Feste in Lönneberga und auch die auf den mittelalterlichen Burgen beschrieben. Viel Arbeit, viel Ertrag. Menschen mit Menschen als eigentlichen Sinn.

Geselligkeit stärkt die Gesellschaft. Erlebnisse, die Menschen gemeinsam erleben, schweißen sie zusammen. Je mehr gemeinsames eine Gesllschaft hat, je mehr gutes, wildes, lustiges und schönes sie erlebt hat, desto enger steht sie beisammen. Erfahrungen, die wir im Glück machen sind voll von Hormonen und bleiben dadurch um ein Vielfaches fester im Hirn verankert. Große Feste unserer Kindheit prägen uns ein Leben lang und so sind es gerade diese Erfahrungen, auf die wir im Erwachsenenalter zurückgreifen und mit denen wir unsere Kinder prägen. Beisammen sein ist Kultur, ist Leben.

Heute sind viele dieser großen Ereignisse zu lahmen Fressveranstaltungen geworden. Die Kinder verbinden mit Ostern keinen duftenden Hefezopf, nicht Oma und Opa und nicht ausgelassenes Beisammen sein – für die Meisen geht es um die schiere Menge an Schokolade und Geschenken. Traurig wie ich finde. Bei uns gibt es zu Ostern eine Kleinigkeit zu Baseln und etwas Süßes dazu. Nach dem Frühstück mit Oma und Opa haben alle zusammen gebastelt. Und trotz aller Bemühungen merken auch wir, wie die Kinder sich mit jedem Jahr mehr zu Konsummonstern verwandeln. Kommendes Jahr gibt es selbst gebackenes und Bauklötze.

Möhrenkuchen

Vor Jahren habe ich zu Ostern einmal Möhrenkuchen gebacken. Ich hatte damals den Eindruck es wäre den Kindern recht einerlei gewesen. Dieses Jahr baten sie aber tatsächlich in aller Form darum, wieder einen Möhrenkuchen zu bekommen; und den bekamen sie. Und da der Menne dieses Jahr an Ostern arbeiten musste, haben wir einen Österlichen Ausflug zu Papas Arbeit gemacht – mit Möhrenkuchen. 


Hier das Rezept für Interessierte:

Der Teig

375 g geriebene Möhren

250 g Mehl

2 TL Backpulver

250 g Zucker

1 TL Zimtpulver

250 ml Öl

6 Eier ( am besten vom Eierauspusten am Tag zuvor)

200 g gemahlene Mandeln

Gefüllt ist der Kuchen mit:

200g Frischkäse

200g Puderzucker

Zitronensaft nach Bedarf 

Und überzogen mit lecker Marzipan. 

Was ich ganz doll lieb habe

Eben spricht das D-Hörnchen mit noch recht viel Müsli im Mund: „Mama, weißt du wen ich ganz doll lieb habe? Oma! Und Opa!“ Ich bestätige und füge hinzu, dass Oma und Opa wirklich ganz doll lieb seien. Da blickt mich das Hörnchen an und sagt mit verträumtem Blick: 

„Und Ostereier!!!“ 

Ich finde auch man muss Prioritäten setzten im Leben. Manchmal sind es definitiv die Ostereier, die einem den Tag retten. Ostereier sind schon toll. Sie sind treu und zuverlässig, machen glücklich und kommen einem nie blöd. Ostereier machen das was man von Ihnen erwartet und sehen in aller Regel ansprechend aus. Ostereier sind klasse! 

In diesem Sinne, frohe Ostern und dicke Eier!!!

Kurze Zündschnur 

Wer Ostereier anmalt, der muss auch Ostereier aufhängen. Das ist vollkommen logisch und zu keinem Zeitpunkt zu bezweifeln. Großspurig hatte ich meinen Kindern angepriesen, ich wäre die größte, die beste und überhaupt die hervorragendste Person für solche Aufgaben. Alle waren glücklich zufrieden und ungemein beruhigt. Heute Nachmittag war es dann soweit: die Eier sollten ins Fenster! Kein Problem, das war allen klar. Und so machte ich mich ans Werk…
Zahnstocher in viele Teile zerbrochen, Faden dazu und der Auftrag war klar. Fusseligen Faden mit spitzen Fingern an winzige Stückchen Zahnstocher binden und diese dann in die ausgefransten Löcher der Eier verschwinden lassen. Das ganze zu Ketten von etwa 3-4 Eiern verbinden und dabei immer freundlich lächeln. Soweit die Theorie. 
Die Realität sagt etwas anderes, etwas vollkommen anderes! Bei all den tollen Dingen, die ich kann, eins habe ich überhaupt nicht: Geduld! Ich habe überhaupt gar keine Geduld, nicht ein einziges bisschen. Wenn mir etwas nicht sofort gelingt, dann werde ich zur rasenden Wildsau, zum Derwisch. Ich werde dann ungehalten, gemein und vor allem meistens auch sehr laut. Ich neige dazu die Dinge, die mir eben nicht gelingen, kaputt zu machen, zu entsorgen oder einfach an die Wand zu werfen. Eins war völlig klar, all das sollte ich mit den Eiern meiner Kinder besser nicht machen. Und so versuchte ich tatsächlich zwei Eier lang die Geduld zu behalten, und den Schein aufrecht zu erhalten, ich wäre die Geduld in Person. Dann gelang es mir nicht mehr. Die Blockflöte des C-Hörnchens in Verbindung mit der Trommel des D-Hörnchens und den lauten Stimmen von A- und B- Hörnchen brachten mich fast um den Verstand. Dazu diese Eier! Diese widerlichen, brüchigen, anspruchsvollen, nervtötenden, dämlichen Eier! Vorlaut und herausfordernd glotzten Sie mich aus ihren Eier Augen an und sprachen aus jeder Pore:“Du schaffst es ja eh nicht!“ 

Ich habe es geschafft! Es hat lange gedauert, es hat mich alle Nerven gekostet, und ich habe ein bisschen geschrien. Ich habe nicht viel geschrien, wirklich nur ein bisschen. Und ich habe nichts, überhaupt gar nichts kaputt gemacht! Ich bin ein Genie. Ich bin die Geduld in Person und habe kein bisschen übertrieben als ich gesagt habe, dass ich solche Sachen wirklich richtig gut kann.

Eggy day 

Es Ostert und was liegt da näher als Eier auszublasen? Und bevor es hier an meine grüne Seele geht, die Eier wurden und werden natürlich alle weiterverarbeitet. Rührei, Kuchen,… Hier verkommt kein unbefruchtetes Baby-Huhn. Die ganze Aktion jedenfalls ein voller Erfolg und in diesem Jahr mit erstaunlich wenig Verlusten. 19 von 20 konnten bemalt und konsumiert werden. Nur ein einziges fiel den kleinen Patschen des D-Hörnchens zum Opfer. 

Ich mag es inzwischen sehr meinem kleinen Trupp bei diesen Aktionen einfach nur zuzusehen. Die Großen assistieren den Kleinen. Keine Rangkämpfe, kein Geschrei. Es ist wirklich toll zu beobachten, wie die Bande einfach so gut miteinander läuft und sich lieb hat. Und so bohrte B-Hörnchen Löcher in D-Hörnchens Eier, A-Hörnchen in die des C-Hörnchens am Ende, nach 19,67 Eiern, waren alle zufrieden. Ich saß am Tisch, gab den Einweiser und trank Kaffee. Noch vor wenigen Monaten wäre das so undenkbar gewesen. Zu klein die Kleinen, zu ungestüm die Großen. 

Osterhasi und Nikolausi

Der Menne kommt von der Arbeit; C-Hörnchen rennt auf ihn zu ruft:“Papa, Papa! Der Nikolaus war heute da!!“ Papa guckt verdutzt. Aus dem Hintergrund ruft A-Hörnchen:“Osterhase!! Es – war –  der – Osterhase!!“ 

C-Hörnchen stampft enpört auf und schreit:“Ich hab das nur verwechselt! Die Worte hören sich so genau gleich an!“ Und ja! Je mehr ich drüber nachdenke, die Worte Osterhase und Nikolaus gleichen sich erstaunlich!! Und eigentlich ist es doch alles das Gleiche: Pseudochristliche Kommerz-Ereignisse, die von 80% der Bevölkerung begangen werden weil es ein weiterer Grund ist Geld in die Maschinerie zu Pumpen.

Osteressen 

Unser Osteressen waren heute selbstgemachte Nudeln. Es war das erste Mal, dass wir Nudeln gemacht haben. Der Teig wie folgt:

500g Mehl (das was da war)

300g Weichweizengrieß (Hartweizen war nicht da…)

8 EL Olivenöl 

250 mal Wasser

2 TL Salz 

Liebevoll von A-Hörnchen, mir und der Knetmaschiene geknetet. 

   Ausrollen und zuschneiden in Handarbeit  


  Zwischenlagern am Ofen

  
    Erfolgreiches Kochen im größten Topf

  Das Resultat war super. Also , für den ersten Versuch auf jeden Fall. Und da alle Hörnchen geholfen haben, waren es  für sie die Besen Nudeln der Welt. 

Objektiv betrachtet waren sie etwas glitschig, zu fad und zu grau. Aber gut.. Wir üben ja noch. Wer hat Tipps..?

Frohe Ostern

Ich wünsche euch allen Frohe Ostern und dicke Eier!  Hier fällt das kleine Weihnachten eher schmal aus. Christlich betrachtet ist Ostern mit recht egal und auch aus kommerzieller Sicht mag ich es wenig. Zwar haben wir aufwendig geschmückt, jedoch fallen die Geschenke eher in den Bereich der Aufmerksamkeiten. Die Hörnchen haben heute morgen Knete (Gummi nicht Geld) gesucht und jeder bekam ein paar wenige Süßigkeiten. Mein Credo ist, dass sie zu Ostern etwas bekommen, was sie eh hätten brauchen können: Knete, Tusche, Baselutensilien. 

Die Hörnchen tragen es mit Fassung. Die Kleinen wissen ja eh nicht was andere so bekommen. Die Großen sehen inzwischen durchaus was in anderen Haushalten so investiert wird und ich durfte vor zwei Tagen mitanhören, wie A-Hörnchen seinem Einzelkind-Freund erklärte, dass er so wenig bekommt, weil seine Eltern ja schließlich immer vier Geschenke kaufen müssten. Und da, so erklärte er weiter, käme es ja am Ende auf das Gleiche oder sogar noch mehr Geld raus. Der Freund stimmte zu und das Thema war gegessen. Ostermontag sind sie dann verabredet um die großen Lego-Pakete des Freundes gemeinsam aufzubauen.