Von großen Kindern

Die Lebensphase, In der ich mich befinde, würde ich als so etwas wie qualvoll überlastet bezeichnen. Ich bete Durchhalteparolen an mich selbst herunter und versuchen nicht den Kopf zu verlieren. Wenn nicht Uni dann Arbeit und wenn beides fertig ist warten die Kinder   Sind die am Abend im Bett quält mich mein Kopf mit einem beispiellosem Denkmarathon. Erholung ist bitter nötig und rar. 

Heute sind die zwei kleinen Hörnchen bei Oma und Opa. Und ich fiese Unter-Mama habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Eine Stunde Baden gegen eine Stunde Fernsehen. Und so kommt es, dass ich mitten am Tag mutterseelenallein in der Wanne liege, zufrieden nichts tue und A- und B-Hörnchen zwei Treppen über mir auf dem Sofa hängen und glotzen. Egal. Und doch irgendwie cool. 

Der Pakt mit dem Teufel

Zunehmend erkenne ich: Große Kinder stellen uns Eltern vor ganz andere Herausforderung als Kleine. 

Kurz nach Schulschluss klingelte das Telefon. A-Hörnchen. Hörnchen wolle noch mit zu Kumpel. „Klar!“ sage ich, und denke das war’s. Da verlangt der Kumpel nach mir. 

Er erklärt, es handele sich aber um ein Geheimtreffen. Auf meine Nachfrage erläutert er weiter: Mama ist arbeiten, Opa ist da. Mama sagt er darf keinen Besuch wenn Opa da ist. Aber Opa sagt, wenn er seine Ruhe hat ist es ihm recht. 

Nach kurzer Bedenkzeit (etwa 1,7 Sek.) beschließe ich, den Deal einzugehen. Ich halte dicht, er hält dicht. 

Richtig? Falsch? Ich dachte es wäre gut, ein vertrauter Ansprechpartner zu sein. Ich vertraue außerdem den Jungs. Alles wird gut sein. Aber wie ist das? Müssen Mütter sich verbünden? Oder darf ich auch einen Pakt mit dem Teufel eingehen?