Klette

Das A-Hörnchen hätte gern noch etwas länger bei Oma bleiben können. Und das C-Hörnchen hatte den ganzen Nachmittag, bis nach dem Abendessen, bei Mieke spielen können. Wollt‘ ich aber nicht. Denn heute bin ich eine Klette, eine Glucke, eine Mama, die nicht teilen kann. Heute will ich sie alle um mich haben, den Wirbel und den Wind spühren und mein geliebtes Chaos inhalieren. 

Viel zu wenig bekomme ich mit von meinen Kleinen. Viel zu oft sind sie weg – verabredet, in der Schule, beim Sport oder oder oder. Mama bekommt immer die Randzeit. Morgens schlecht gelaunt am Frühstückstisch und Abends schlecht gelaunt beim zu Bett gehen. Heute will ich alles. Mein Kinder-Rückgewinnungsplan: Matsch und Feuer im Garten. Unwiederstehlich für meine Hörnchen, und so musste ich sie nicht mal direkt zwingen zu Hause zu bleiben. Zugegeben, leichtere Manipulation muss erlaubt sein. 

Sonntag to go 

Heute ist Montag und da das doof ich, denke ich lieber an Sonntag. Denn gestern, da hatten wir es schön! Unser Garten hat uns beschenkt und alles war so, wie ich es immer wollte. Gemeinsam mit den Hörnchen habe ich geerntet, im strömenden Regen. Buschbohnen gab es, einen ganzen Eimer voll. 


Zum Abend haben die Hörnchen ambitioniert Bohnen geschnibbelt und das besonders ambitionierte C-Hörnchen hat sogar ihren Finger filitiert. Das bisschen Blut war schnell vergessen und so gab es bald eine tolle Pfanne mit höchst-eigenen Bohnen und Kartoffeln. Denn die waren letzte Woche gut; eine ganze Schubkarre voll haben wir ausgebuddelt. 

Und weil es so schön war, haben wir noch schnell die restlichen Beete in Schuss gebracht. Grünkohl und Kürbis kommen, besonders cool sind die Erbsen und dann habe ich noch ein Feld mit einer Überraschung. Denn das was da wächst sieht zwar nett aus, ich habe aber keine Ahnung mehr was es ist. 

Kürbis
Erbsen
Überraschung

Baby-Grünkohl

Ihr seht also, wir avancieren zu qualifizierten, autarken Selbstversorgern. Einkaufen war gestern; ach nee. Da war ja Sonntag. Was mich in Wirklichkeit freut, ist das gemeinsame machen und wurschteln im Garten. Wir mit uns, nach unseren Regeln. Voll gut. 

Ein Domizil 

Seit ein paar Tagen haben wir nun ein neues Domizil; unseren Kleingarten. Seit ein paar Tagen sind wir nun kräftig am buddeln und am werkeln. Heute haben wir unsere erste echte Mahlzeit eingenommen, Miraculi, und ein wenig gefeiert. Nun wissen auch alle Nachbarn, dass wir da sind, denn dank BassBox schallte Elsa’s „Ich lass los“ durch die Gärten.  Es ist herrlich und schon nach diesen wenigen Tagen ist klar, dass diese kleine Oase, dieses kleine „weg“ ein Geschenk des Himmels sind.  

Pläne haben wir schon ganz viele; umsetzten werden wir nichtmal einen Bruchteil. Immerhin haben wir das Stück Welt mit Kartoffeln, Gurken und Bohnen an Bord übernommenen. Wenn es gut geht kommen Zwiebeln, Erbsen, Kürbis, Salat und Grünkohl dazu. Und wenn nicht, dann eben nicht. Dann haben wir a) gut zu tun gehabt und b) immer noch einen place be.