Stopp, schwere Not!

Das Prüfungsamt hat heute einen Anschlag auf mein Leben verübt. Ich lag gerade auf der Liege der Betriebsärztin meines neuen Arbeitgebers und bekam den einen oder andern Liter Blut abgenommen. Da ich bis spätestens heute die Nachricht vom Amt erwartete, zu wann meine Abschlussarbeit nun genehmigt werden würde, und bisher nicht gehört hatte, hatte ich heute morgen eine E-Mail an meinen Sachbearbeiter geschrieben um Klarheit zu bekommen. Die Antwort kam und war erschütternd! 

Ich wäre noch gar nicht zulassungsfähig. Mit würden noch vier Module, das seien zwei Semester, fehlen! Ich wiedersprach deutlich aber es half nichts. Keine Prüfungen aus den betreffenden Semestern im System; ich war geliefert. 

Nachdem die Nadel mich verlassen hatte, verließ ich die Praxis. Schwankend und mit rasendem Herz. Schnell nach Hause, schnell an den Rechner und schnell nachsehen was da los ist. Ich starb innerlich langsam und qualvoll! Zu Hause angekommen bestätigte sich, was ich eigentlich eh sicher wusste: Ich habe alle Prüfungen abgelegt und bestanden. Leider sah der Mann vom Amt das nach wie vor anders. Mein Hirn lief auf Hochtouren. Wie soll das mit dem Job gehen, was heißt das jetzt. Muss ich das wirklich alles nochmal machen? Kann das wirklich passiert sein? 

Dann das große Hopsalla: Der Mann vom Amt schreibt mir die nüchternen Worte: „Wir hatten ihre Leistungen im Sysem falsch abgelegt. Ihr Antrag wird nun bearbeitet.“ Ich glaube dem Menschen dort im Amt war nicht bewusst, dass er mich um ein Haar getötet hätte. Auch nicht, dass ich um ein Haar meinen brandneuen Job abgesagt hätte und nach Kurdistan ausgewandert wäre. Nix weiß der. Nichtmal entschuldigt hat er sich. Hässlich!

Der beste Tag der Welt

Heute würde ich um 7.30 Uhr von einer Email geweckt. Zunächst ignorierte ich den Ton, sah dann aber zum Glück doch nach. Die Email war vom Zentralen Prüfunsamt und teilte mir mit, dass die Ergebnisse zu den Klausuren da sind. Zu den schlimmen Klausuren. 

Mein Herz blieb stehen und ich rannte im Schlafanzug in die Küche, wo ich die Zugangdaten für meinen Account aufbewahre. Mit bebenden Händen tippte ich die Ziffern ein. Zunächst konnte ich nichts erkennen aber dann stand es da, ganz groß und deutlich:

Modul 5; Kombiprüfung WS 15/16 best. 3,3. 

Es ist also vollbracht. Bestanden! Und endlich auch Erleichterung. Fast untertrieben. In Wahrheit rief ich von Schluchzen und Tränen der Erleichterung geschüttelt den Menne auf der Arbeit an. Nachdem er verstanden hatte, dass nichts schlimmes passiert ist, konnte  er sich dann auch mit mir freuen. 

Hohl und leer

Ich bin hingegangen. Das war für mich bis zu letzt nicht sicher. Ich habe die Klausur geschrieben und sitze nun in einer Blase aus Unsicherheit. Keine Ahnung ob es gereicht hat. Keine Freude, keine Entspannung. Hohl und leer. Ergebnis in 6 Wochen. Bestenfalls bestanden, schlechtestenfalls Wiederholung im September. Nur schwarz und weiß. 

Multiple Choice auf ‚wahr‘ und ‚falsch‘. 42 x 4 Antworten zu beurteilen. Etliche konnte ich durchaus lösen, einige habe ich tapfer geraten. Das Format der Klausur macht es mir jedoch unmöglich einzuschätzen, ob es am Ende zu 50% gereicht hat. Bei meinem Glück habe ich 49%…

Abwarten. Und Bier trinken

Die Messer sind gewetzt

Nun wird ist es ernst. Alle Vorbereitungen sind getroffen, meine Nerven liegen blank. Morgen früh um 10.00 Uhr fahren A-und B-Hörnchen auf Klassenfahrt und zur selben Zeit schreibe ich die schlimmste Klausur meines Studiums. 

Den Nachmittag habe ich heute erneut im Exil verbracht; dieses Mal bei einer lieben Freundin, die mit ihren riesigen Kücehntisch zur Verfügung gestellt hat. Auch die Hörnchen sind bestens gerüstet, so habe ich zB B-Hörnchens lange Haare zu vielen Zöpfen geflochten,  so dass sie nicht kämmen und zopfen muss. Der Menne hat einen Liste mit dem genauen Vorgehen, allen Gepäckstücken und den Zeiten bekommen und in den Koffern der Hörnchen sind Zettel mit lieben Worten versteckt. So bleibt mir nicht anderes zu tun als meine Nerven zu beruhigen; und zu warten. Und hoffentlich zu schlafen, Hirn tanken. Und dann ist es bald vorbei. Einfach zur vorbei. 

Mein Mantra heute… Andreas Bourani; ‚Hey‘

Die große Flatter

Au wei, nun gehen mir die Nerven durch. In vier Tagen ist diese eine, böse, schlimme Klausur. Die, vor der ich seit Jahren Angst habe, die ich schon zwei mal nicht-geschrieben habe. Einige Jahre habe ich das Thema ruhen lassen, habe erfolgreich erst alles andere studiert. Aber nun ist es fällig. Nun gibt es kein Pardon. 

Es ist schon etwas verrückt. Für gewöhnlich habe ich keine Prüfungsangst. Ich weiß auch, dass ich gut vorbereitet bin, zumindest ausreichend würde ich sagen. Ich habe keinen ernsthaften Druck, falls ich durchfalle, kann ich wiederholen. Auch auf eine gute Note bin ich nicht angewiesen, 50% reichen um durchzukommen. Meine Vernunft sagt: Wenn man sich wochenlang mit einem Thema beschäftigt hat, ist es fast unmöglich es vollkommen zu verhauen. 

Und meine Nerven sagen: Herzrasen, Verdauungschaos, Appetitlosigkeit und Insomnia sind immer eine Lösung. 

Nur blöde wenn dieser Zustand nun wirklich noch bis Montag anhält, dann bin ich nämlich pünktlich zur Prüfung so schrott, dass ich sie garantiert versaue. 

Der erste Streich

Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt… kommenden Montag. Ich habe meine erste Klausur für dieses Semester erfolgreich geschafft. Ein genaues Ergebnis habe ich noch nicht, es wird aber gut oder so sein. Etwas unbefriedigend hingegen die Tatsache, dass Euphorie und Erleichterung fast vollständig ausbleiben. Diese Prüfung hatte  mir nie große Sorge bereitet, die kommende hingegen schon. So durchlief ich binnen weniger Stunden erst große Aufregung, dann große Konzentration und Erfolg der jedoch direkt abgelöst  wurde von wiederaufkeimender Anspannung und Nervosität. 

Also auf zum zweiten Streich. Und am kommenden Montag trinke ich zum Mittag ’ne Pulle Sekt. Zur Not einfach nur weil es vorbei ist.  

Dann find‘ ich’s eben geil!

Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Uni mich grad gut ausfüllt. Die letzten Tage hat die schiere Masse des zu lernenden Stoffes mich gelähmt; wo anfangen? Vor mir ein riesen Stapel Karteikarten und ich so leer. 

Gesten Abend lag ich im Bett und sinnierte über meinen vorprogrammierten Misserfolg. Und da fiel es mir ein: Find’s doch einfach geil!! 

Es ist doch so: Wenn ich auf ne Party gehe und vorher sage, dass es eh kacke wird, dann wird es kacke. So ist es! Ich finde lernen jetzt so richtig gut, ja großartig. Methodik ist unfassbar wissenswert und spannend. Und gegen Klinische Psychologie kann man gar nichts haben. Was gibt es besseres als wunderbare ICD 10 Klassifikationen auswendig zu lernen? Nichts. Und Diagnosekriterien gehen mir runter wie Butter. 

So bin ich es heute angegangen. Und es war gut. Nein, es war richtig geil! Und es wird einfach mal kein Problem sein!!

Erleichterung im wörtlichen Sinne

Und so erleichtere ich mich nun, von einem riesen Haufern Arbeit, der binnen weniger Sekunden zu einem riesen Haufen Altpapier; oder sagen wir: Malpapier geworden ist. Herrlich dieser Moment!!

Der verschollene Stapel Texte bleibt verschollen, aber nun möchte ich ihn nicht weiter vermissen und schließe das Thema mit dem Gedanken an den ‚Mut zur Lücke ‚, den ich freiwilligen niemals aufgebracht hätte, und der mir jetzt so gar nicht geschadet hat. 

Prüfung

Richtig anspruchsvoll wird so eine Prüfung ja erst dann, wenn man

a) die Nacht zuvor kaum geschlafen hat (Danke D-Hörnchen)

b) 10 Minuten lang vor dem Büro auf den Prüfer warten muss (Danke Herr Professor)

und

c) von 14 zu bearbeitenden Texten glatte sechs dem Äther entschwunden sind, und somit gar nicht bearbeitet wurden. Weiß der Kukuk, wo die geblieben sind; vielleicht sind Sie zu Malpapier geworden. 

Jedenfalls ist eine 2 unter diesen Umständen durchaus akzeptabel, auch wenn ich arg daran arbeite, nicht sehr enttäuscht zu sein.