Wir lassen uns nicht erpressen!!!

Als ehemalige Mitarbeiterin einer sozialen Beratungsstelle, als Psychologin und als Mensch bin ich heute auf etwas gestoßen. Es geht um Asyl, Abschiebungen, Flüchtlingspolitik und den Freistaat Bayern. Doch beginnen wir am Anfang!

Die Aufgabe einer sozialen Beratungsstelle (Schuldnerberatung, Eheberatung, Drogenberatung,…) ist es „Menschen über ihre grundsätzliche gesetzliche Lage aufzuklären und sie zu unterstützen, ihre Handlungsspielräume und Möglichkeiten zu durchdenken und zu erweitern.“(aks München, 2017) Es geht vor allem darum, eine unabhängige und umfassende Bandbreite der Möglichkeiten darzulegen ohne den Klienten einzuschränken oder ihn lenken zu wollen. Natürlich gehört es hierzu auch, dem zB. hochverschuldeten Menschen juristische Wege aufzuzeigen, seine Schuleden loszuwerden oder Geflüchteten dahingehend zu beraten, wie sie gegen eine drohende Abschiebung vorgehen können. Die Pflicht der Beratungsstelle ist es ausdrücklich nicht, im Sinne des Staates zu handeln, sie handelt klientenorientiert.

Dem Freistaat Bayern gefällt dies nicht. So kam es, dass das Bayrische Staatsministerium in einem Schreiben die Beratungsstellen des Landes Bayern dazu auffordert, in der „Asylsozialberatung“ die Betroffenen nicht, wie in Einzelfällen geschehen, dahingehend zu beraten wie sie sich der bevorstehenden Ausweisung entziehen können. Eher solle man die Betroffenen auf die Möglichkeiten der freiwilligen Ausreise hinweisen. Weiter heißt es, dass die Konsequenz bei Zuwiderhandlung wäre, dass der jeweiligen Beratungseinrichtung die finanziellen Mittel gestrichen würden.  In einfach heißt das: Entweder die Beratungsstelle sagt dem Klienten, dass er besser freiwillig gehen soll, und das es eh keinen Sinn macht etwas dagegen zu tun, oder der Staat stampft die Beratungsstelle ein.

Das ist Erpressung! Und es hat rein gar nichts mit fairer unabhängiger Beratung zu tun. Es ist menschenunwürdig! Kein sozialer Berufsstand kann und will so arbeiten, wir lügen unseren Klienten nicht ins Gesicht!! Unter dem folgenden Link könnt ihr den Brief des Staatsministerium sehen, viel wichtiger aber ist die angehängte Unterschriftenliste gegen diese Art der Zensur und Erpressung. LINK!

 

Tam Tam

Am 5. März habe ich keine Zeit, stand plötzlich in meinem Kalender. Rätseln sollte ich nicht. Gestern dann plapperte das A-Hörnchen beinahe irgendwas von Frühstücken und dann doch nicht. Parallel war das beherrschende Thema der letzten Tage meine Enttäuschung darüber, dass so ein Uni-Studium plötzlich zu Ende ist, und ein echter Schlusspunkt ausbleibt. Keine Feierlichkeiten, keine Zeugnisübergabe. Einfach irgendwann ein Brief; lange vorher der Job. Traurig irgendwie, mag ich doch Tam Tam. 

Heute morgen dann zogen wir wirklich los um Frühstücken zu gehen. Ich freute mich auf leckeres Essen und Zeit mit meinen Hörnchen. Alles ging seinen Gang. Im Restaurant angekommen traf mich dann fast der Schlag; äh das Tam Tam. Die komplette Familie erwartete mich. Ich bekam Geschenke und Glückwünsche. Mein Papa hielt eine kleine Ansprache und würdigte die Strapazen der vergangenen Jahre. Und so war er also endlich da, mein Schlusspunkt. Ende. Fertig. 

Danke meinem lieben Mann, der mir so viel Tam Tam gemacht hat. Und Danke meiner lieben Familie, dass ihr alle da wart. Es tat gut einen Punk setzten zu können und sich ein mal sicher zu sein, dass es jetzt alle wissen. 

Kleiner Staatsakt 

Heute eilte ich mit drei Gesandten zu einem wichtigen Termin. Ich hatte eine Unterschrift zu leisten, eine dieser wichtigen Unterschriften, die von bestimmen Personen an bestimmten Tagen geleistet werden müssen. Da die Staatskarosse den Kanzler persönlich kutschierte, blieb mir nur der städtische Gesindelexpress; wir fuhren Bahn. Es regnet und der Weg hatte es in sich. Fußwege, Umsteigen und Wartezeiten. Es war kein Vergnügen. 

Angekommen am Ort des Geschehens lief alles glatt. Problemlos durchliefen wir dem Epfang und die Gesandten wurden als seltener Besuch freudig begrüßt. Meine Ankunft wurde an der entsprechenden Stelle kund getan und so gelangten wir mittels eines Aufzugs in das  4. Obergeschoss. Laues Licht und seichte Musik machte das ankommen zu einem angenehmen Gegenprogramm und brachte uns in Stimmung. Die Gesandten waren in spannender Erwartung und sprachen kaum vernehmbar. Dann traten wir durch die Tür in dein besetztes Großraumbüro. Man begrüßte erst die Gesandten, dann mich. Wir nahmen Platz; zwei von uns am Tisch und zwei darunter. Die Gesandten bekamen Lollis und ich einen Stapel Papaier. 

Personalbogen, Schweigepflicht, Ärztliche Anweisungen, Führungszeugnis, Betriebssport, Zusatzrente und dann, nach 20 Minuten lesen und ausfüllen endlich – mein Arbeitsvertrag! Ich unterschrieb während die Gesandten die Personaltante bequatschten und war erleichtert, glücklich und zufrieden. Ab 1. Februar werde ich meine erste Stelle als Psychologin antreten. Wow! Keiner der Gesandten hatte auch nur die leiseste Ahnung davon, wie wichtig dieser Termin für mich war, für Sie zählte der Lolli. Für mich war es die Bestätigung all meiner Mühen. Es hat sich gelohnt, all das lernen, das Pauken. Das Lesen, das Schreiben und die Qualen. Nun ist es fast geschafft. Am 31.1. ist ein letztes Referat an der Uni und am 1.2. beginnt dann der nächste Abschnitt. 

Warten

Wisst ihr was ich wirklich schlecht kann? Warten! Wenn ein Handwerker sich zwischen 8 und 10 ankündigt, warte ich ab sieben. Soll mein A-Hörnchen um 6 zu Hause sein, mache ich mir ab viertel vor sechs sorgen und zu Terminen komme ich grundsätzlich zu früh; aus dem einfachen Grund, dass ich es nicht aushalte, zu Hause darauf zu warten los zu müssen. 

Heute warte ich. Ein potenzieller Arbeitgeber gab an heute, am Montag, bescheid zu geben ob ich den Job habe. Es ist 8.25 Uhr am Morgen und ich warete. Genau genommen warte ich seit gestern Abend. Ununterbrochen 

Mein Zustand heute morgen: Desaströs! Ich habe kaum geschlafen, mein Bauch tut weh. Der Magen dreht durch, alle hinter ihm an der Verdauung beteiligten Organe ebenfalls. Ich erfriere während ich schlimmste Schweißausbrüche habe. Meine Laune schwankt mit einer Amplitude von 359 Grad. Die Kinder heute morgen halbwegs fair aus dem Haus zu bekommen war ein Kunststück. Ich glich einem Pulverfass. Da dies nun vollbracht ist, verbringe ich den Rest meiner Zeit damit, Szenarien zu erstellen, wann der Anruf als am wahrscheinlichsten einzustufen ist. Alle erdenklichen Gründe packe ich da zusammen und erstelle minderwertige Statistiken, mit dem Ergebnis, dass sie sich wahrscheinlich erst morgen melden. 

Ich wünsche jedem von euch einen entspannteren Tag als meinen. Und mir wünsche ich eine schnelle Rückmeldung. Ganz schnell. 

Aller Anfang ist …

Mein erster Tag als Praktikantin liegt hinter mir. Heute morgen bin ich vor Aufregung fast gestorben, tausend Fragen wären in meinem Kopf und nun 

pfffffff….

ist mein Kopf voll mit Input und ich bin alle. 

Ich hasse erste Tage. Jedes Mal wieder bin ich unfassbar nervös und kann nicht aufhören, mir jedes erdenkliche Drama gründlich auszumalen. Ganz enorm kreativ kann ich in diesem Prozess werden, und wenn ich dann endlich ankomme und der erste Tag beginnt, kann mich zwar nichts mehr ernsthaft schocken, jedoch bin ich auch allein durch die Anspannung vollkommen in Eimer. 

Na ja, Mittwoch wird alles besser. Denn das wichtigste an ersten Tagen ist, dass es sie nur einmal gibt.