Mehr Brücken

Mehr Brücken braucht Bremen und breitere Straßen. Und eigentlich auch mehr Straßen, viel mehr. Die Stadt steht vor dem Kollaps, etliche Haupverkehrsadern sind chronisch so überlastet, dass kürzeste Wege 90 Minuten und mehr dauern. Ein neuralgischer Punkt hierbei sind die Weserquerungen, von denen es nur drei gibt. Auf allen drei Strecken geht nix, fast immer. Neue Brücken also.

Ich bin dafür, natürlich! Oft genug will ich nur eben über die Weser, auch per Rad, und muss dafür einen 4km Unweg in Kauf nehmen. Dass ein Plus an Straßen und Brücken jedoch das Problem an sich langfristig löst, kann ich mir nicht vorstellen. Sind denn nicht das eigentliche Problem die zu vielen Auto? Brauchen wir wirklich breitere Straßen, mehr Spuren und all das? Eigentlich nicht, es fahren genug Autos und die Umwelt dankt jede vermiedene Fährt. Ein Großteil der Fahrten könnte vermieden werden, wenn es nur attraktiver wäre die Öffis oder das Rad zu benutzen. Auch Fahrgemeinschaften wären eine Option. Die Frage ist also die, wo es denn hakt? Was bringt Tausende dazu, täglich endlos lange im Stau zu stehen und das auch noch zu einem immens hohen Preis? Hätte ich was zu sagen, wären es einige simple Punkte, die ich verändern würde.

Öffentliche Verkehrsmittel würde ich kostenlos anbieten. Ein Großteil der Betriebskosten ist eh subventioniert, spart man dann die Kosten für Ticketverkauf, Automaten, Kontrolleure und den dazugehörigen Verwaltungsapparat ein, würde es laut Studienlage gut aufgehen. Einfach, fair und eine deutliche Motivation.

Die Stadt würde ich viel fahrradfreundlicher gestalten. Mehr Raum, bessere Radwege, ein Plus an Sicherheit und gern mehr Brücken um Umwege zu umgehen. Die Anschaffung von Fahrräder sollte gefördert werden, zumindest aber könnten Krankenkassen und Arbeitgeber Anreize schaffen.

Park and Ride-Lösungen müssen besser ausgebaut werden. Auch die Möglichkeit ein Fahrrad im Zug mitzunehmen oder es am jeweiligen Bahnhof sicher abzustellen wären für viele Menschen sicherlich ein Anreiz.

Zu guter Letzt würde ich gemeinsam mit Schulen und Kindergärten nach Lösungen suchen, den unglaublichen Kinder-Lieferverkehr einzuschränken. Vielleicht der härteste Brocken; gegen Eltern in Rage kommt keiner an.

Übrigens, ich habe nix zu sagen. Dem entsprechend, vergesst alles was ich gesagt haben.

Neues Fahrrad

Mit Fahrrädern war das bisher immer so: Wir kauften für A-Hörnchen ein Fahrrad, durchaus hochwertig und das fuhr er dann. Nach ihm das B-Hörnchen, danach das C-Hörnchen, danach der Cousin und danach das D-Hörnchen. So lief das mit dem 12 und dem 14“ Rad und mit dem 18er. Das 24er kauften wir für A-Hörnchen neu, ein cooles Jungenrad, für das B-Hörnchen bekamen wir ein zweifach gebrauchtes von einer Freundin. Nie hat sie geklagt, auch keiner der anderen im übrigen. Alle haben ihre Räder immer geliebt. Zuletzt wurde deutlich, dass C-Hörnchen das 24er Rad benötigt und so zogen wir heute los endlich ach dem B-Hörnchen ein echtes eigenes Fahrrad zu kaufen.

Gracie zog ein, und was soll ich sagen? Sie ist super!

C- und D-Hörnchen begannen schon im Laden begeistert die ungeahnten Schönheiten probezufahren. „Die Fahrräder hier glänzen!“ staunte das D-Hörnchen und auch C-Hörnchen glaubte kaum was sie da sah. Träume in Rosa und Pink, keine Beulen, kein Rost. Beide drehten begeistert Runde um Runde und irgehdwann nahm ich mir C-Hörnchen, deren Fahrrad ja viel zu klein geworden ist, zur Seite und erklärte ihr, dass heute aber das B-Hörnchen ein Rad bekommen würde und sie wiederum das alte Rad … Mir zerriss es fast das Herz! C-Hörnchen sah mich verständig an und sagte dann: „Ja! Ich liebe den alten Esel von B-Hörnchen ja auch! Aber hier kann ich ja auch mal mit einem pinken fahren.“ Ja, das konnte sie.

Zu Hause angekommen freuten sich beide Mädchen gleichermaßen über ihre „neuen“ Räder. Voller Freude montierten sie Schlösser und Klingeln, fuhren ihre Schätze ausgiebigspazieren und waren – ein wie die andere – glücklich!

Neue Liebe

Wenn was aufhört, tut das weh. Was man aber oft vergisst ist, dass nach Ende auf wieder Anfang kommt. Und da ich eine extrem Bindungs-und Begeisterungsfähige Person bin, habe ich heute zum schnellen Neuanfang getutet. Genauer genommen wurde ich angetutet. Sie stand in einem Schrauberlädchen, völlig unscheinbar und verdeckt von lauter Größeren. Dennoch stach sie mir gleich ins Auge, ihre Schönheit, aber auch ihr ungewöhnliches Antlitz ließen mir keine Ruhe. Sie ist zierlich, gradezu klein. Trotzdem wirkt sie keineswegs gedrungen; viel mehr ist sie wendig und agil. Sie ist schon alt, ein Kind der 80er, dafür aber noch top in Schuss.

Ihr Rahmen ist aus Columbus SL Rohr, bis auf kleinere Laternenpfahl-Stellen in Lee ist er tadellos. Das Shimano 105er Set ist grad letzte Woche um einen Schaltkranz und eine Kette erneuert worden. Nicht mehr original aber dafür butterweich. Vorbau, Bremsen, Felgen und sogar die Reifen sind original. Mit einer Rahmenhöhe von 52 ist sie kleiner als es die Lorelai war. Und ich muss gestehen, es ist ein Hinmelreich einen passenden Rahmen zu fahren.

Ganz zauberhaft zauberhaft ist sie also, und mein Herz schlägt schon fast wieder im Takt. Was uns nun noch fehlt ist ein Name für das schöne Kind, aber der wird kommen.