Regenwetter 

Für meine kleinen Hörnchen ist Regen das größte. Eingepackt in Regenhose, Gummistiefel und Regenjacke hüpfen sie leidenschaftlich in Pfützen und stolzieren mit ihren Regenschirmen auf und ab. Regen rockt, ganz klar! Das B-Hörnchen mit ihren acht Jahren, lässt sich zumindest noch ohne Widerwille in Regenzeug verpacken und kommt so trocken in der Schule an. Und dann, irgendwann beginnt es kompliziert zu werden. A-Hörnchen findet nass arg uncool; Regenhose jedoch noch viel mehr. Und was ich heute morgen auf dem Schulhof sah war noch viel unglaublicher als die immerhin wasserdichte Softshell-Jacke des A-Hörnchens. 

Bauchfreies Top, nass. Durchgeregneter Kapuzenpulli und ein Mädel hielt sich hilflos ihre „The North Face“ Jacke mit sagenhafter 8000er Wassersäule über den Kopf – um wenigstens die Frisur zu schützen. Das sündhaft teure Teil anzuziehen, wäre ihr im Traum nicht in den Sinn gekommen. Irre, bedenkt man, dass diese Teenies im Prinzip alles das selbe Problem haben. Würden sich die bekloppten dieser Welt halt darauf einigen, dass trocken sein der letzte Schrei ist, ginge es vermutlich allen besser. 

Ich habe heute morgen pflichtbewusst meine Regenhose angezogen und natürlich auch die dazugehörige Jacke. Meine wasserdichten Stiefel hatte sich das A-Hörnchen geschnappt; na gut! Als ich raus kam hörte der Dauerregen auf. Ich fuhr mit dem Bus um nicht vollkommen durchzuregnen und kein Tropfen fiel mehr. In Jacke und Hose schwitze ich erbärmlich und ein kleines bisschen dumm kam ich mir vor. Aber wo bitte liegt denn die Wahrheit? Irgendwo dazwischen schätze ich.