The living Tinder

„Der Bachelor“ auf RTL ist gelaufen und wie so oft habe ich mir die erste Folge angesehen, Tipps abgegeben und eben, nach der letzten Folge, verglichen. Für die, die den Quatsch natürlich nicht gucken: In der ersten Folge steigen nacheinander viele, viele Damen aus einem Auto, begrüßen den Bachelor an einer Tür und gehen dann in eine Villa. Das ganze ist endlos langweilig und dennoch so aufschlussreich!

In diesem Jahr habe ich mir die Arbeit gemacht genau zu notieren, welche der Damen an welcher Stelle aussteigen wird. Für jede einzelne habe ich also einen Prozentrang aufgestellt, also die Wahrscheinlichkeit notiert, mit der sie am Ende die Auserwählte sein wird oder eben auch nicht. Tja, und was soll ich sagen? Ich bin sowas ähnliches wie eine lebendige Partner-Suchmaschine, ein lebendiges Tinder. Die durchschnittlich 90 Sekunden an dieser albernen Tür, reichen mir offenbar um alles zu sehen, was ich sehen muss. Aber seht selbst:

Für diejenigen, die sich diese bescheuerte Sendung selbstverständlich nicht angeguckt haben: die obersten drei Plätze habe ich richtig getippt, die hinteren ebenso. Lediglich im Mittelfeld gab es leichte Irritation, jedoch nicht signifikanter Natur.

Was lehrt uns das jetzt? Nun, im Prinzip sollte ich reich werden. Ich sollte mich in irgendwelchen Discos dafür bezahlen lassen, dass ich Menschen zusammenführen, die zwar wahrscheinlich nicht auf Dauer für einander gemacht sind, jedoch vermeintlich viel Spaß miteinander haben können und zumindest auf der ganz oberflächlichen Ebene hervorragend harmonieren. Was für eine Gabe! Was für ein Geschenk des Himmels – mit dem ich jetzt überhaupt nichts anfangen kann. Außer eben einmal im Jahr damit zu prahlen, dass ich den Ausgang des Bachelors vorher sagen kann. Heureka!

Mama! Das gibts ja nicht

Heute morgen habe ich verschlafen; um ganze 16 Minuten. Genau genommen habe ich meinen Wecker offenbar ausgemacht und weiter geschlafen. Was für die meisten Menschen eher banal klingt, ist in unserem Hause eine mittlerer Sensation. Verschlafen! Sowas gab es (fast) noch nie. Wir alle stehen morgens auf wie die Roboter; piep – hoch. Ohne zu hadern, ohne nachzudenken. Ein wenig stumpf vielleicht und mehr aus der Notwendigkeit als aus großer Disziplin. Wat mut dat mut.

Völlig ungewöhnlicher Weise traf ich das A-Hörnchen im Bad. Sofort war er hoch beunruhigt: „Ist mein Wecker falsch gestellt!“ fragte er voller Sorge. Auf meine Antwort, ich hatte verschlafen antwortet er knapp: „Krass!“. Ja man, was für eine Sensation!! Auch das C-Hörnchen war erstaunt als ich etwas auf die Tube drückte; immerhin kam ich -4 Minuten oben an. „Was ist loo-os?“ fragte sie etwas gekünstelt. Ich klärte sie über die Lage auf: „Ich habe verschlafen! Wir müssen uns ein bisschen beeilen.“ Augenblicklich fiel dem Kind alles aus dem Gesicht. „Mama! Das gibts ja nicht !!“ brach es aus ihr heraus. „Was machen wir denn jetzt?“

Zugegeben, die Dramatik hielt sich bei meinen eklatanten 16 Minuten von vornherein in Grenzen und spätestens nach dem Duschen, als ich auf vier Minuten aufgeholt hatte, war jeder Spannungsbogen dahin; trotzdem ist es bezeichnend für meine morgendliche Unfelxibilitat und die schwer eingelaufenen Pfade, auf denen ich mich bis 8.30 bewege.

Schuld ist übrigens das Dschubgelcamp, das ich natürlich nicht gucke und das immer so lang geht. Ein Jammer!

…kann man Meerschweinchen essen?

Da lacht mein Herz und mein Hirn schaltet sich vorsorglich aus. 

Das Dschungel Camp von RTL konnte ich mir in den letzten Jahren kaum anschauen. Zu doof. Wirklich zu doof. Und nun das!! In diesem Jahr wird Sophia Wollersheim im Dschungel sein!! Ja, ihr lest richtig: Sophia Wollersheim!! 

Warum ich mich darüber so gradezu diebisch freue? Diese Frau ist göttlich. Göttlich doof oder auf’s großartigste in der Lage, sich so doof zu stellen, dass man es kaum noch glauben kann. Herrlich! Meine Lieblings Szene die ich irgendwann mal gesehen habe: Sie will einen Pelz, er sagt aber, Pelz gäbe es nur von Tieren, die man auch essen könne, dann nämlich sterbe das Tier nicht für den Mantel. Weiter im Geschäft gestöbert trellert es irgendwann durch den Laden:“Berti, kann man Meerschweinchn essen?“ 

Kommt vielleicht grad nicht so an, war aber zum schießen komisch. Und immer wenn ich sie so sehe, freue ich mich über meine eigene Klugheit. Ich weiß nämlich, dass man in Chile zB. Meerschweinchen durchaus isst.  

Punkt 12

Eine hat abgenommen, welche heiraten, andere lassen sich scheiden. Eine hat nen Po und zeigt ihren Busen, andere zeigen einen albernen Mantel. Einer mach Fotos von sich selbst und eine andere will nicht fotografiert werden. Andere wollen angeblich heiraten, weil sie so schön lacht, geben es aber nicht zu. Dann haben sich welche schon einen Monat nicht gesehen, weil einer Spielsucht hat. Die eine war mal dick und lustig und ist jetzt dünn und lustig. Einer hat nen Kollegen, der hat auch schon mal was gemacht, was er auch mal gemacht hat. Manche kaufen sich ganz viel, manche auch zu viel. Tabletten darf man nicht essen, zumindest nicht als Hauptmahlzeit und Schneckengift ist ungesund. 

Und ich weiß jetzt, warum ich sonst mittags nicht fernsehe. Das hält ja kein Mensch aus.