Gemein zu mir 

Manchmal neige ich zur Folter. Nicht etwa dazu andere zu foltern, nein. Ich traktiere mich selbst; mit gnadenlos übertriebenem Perfektionismus. 

Die Sache ist in etwa so: Bin ich bei anderen zu Besuch, stört mich auch  das größte Chaos nicht. Ich kann über alles hinweg sehen und lüge wirklich nicht wenn ich sage:“Ist doch egal, ich fühle mich wohl.“ Im Gegenteil, ich mag ein gewisses  Durcheinander und finde es macht oftmals grade den Charme einer fremden Wohnung aus. 

Anders mit verhält es sich mit meiner Wohnung. Die hat, zumindest wenn sie gesehen wird, immer tip top zu sein und ich schäme mich gern in Grund und Boden wenn etwas nicht so ist wie ich es von mir selbst wünsche. Nun sein wir aber mal realistisch: Es ist immer irgendwas, in schlechten Phasen sogar ziemlich viel, und so mache ich es mir selbst sehr schwer einen Besuch einfach zu genießen. Am liebsten würde ich um ihn herum putzen um zu signalisieren:“Ja ja, ich weiß; aber ich arbeite dran!“ 

Das paradoxe, bin ich in einem gestylten super-sauber Haushalt zu Besuch, fühle ich mich oftmals viel weniger wohl, da ich chronisch Angst habe etwas schmutzig zu machen oder durcheinander zu bringen. Was mache ich mir das Leben schwer, weiß ich es doch sogar. Ich sollte mir einen Therapeuten suchen. Oder einfach mal mein Hirn ausschalten und den Bauch benutzen. 

In Sachen Sauberkeit 

A-Hörnchens Kumpel ist zu Besuch. Beim Mittag klagt er mir sein Leid:“Man! Ich muss jetzt jeden Tag meine Unterhosen wechseln und alle zwei Tage duschen!! Krass wa?!“ Ich halte an mich und falle nicht vor Lachen von Stuhl, da antwortet A-Hörnchen:“Boa alter, bei mir genauso schlimm! Ich muss sogar Socken immer wechseln!!!“ Ich kann nicht mehr, lache doch und frage dann ich die offene Runde, ob irgendjemand eine Idee hat, warum wir bösen Mamas sowas verfügen könnten. 

Schweigen. Ratlosigkeit. Stille. 

„Weil ihr sonst stinkt wie die Iltisse!“ gebe ich verzweifelt zur Antwort. 

Schweigen. Ratlosigkeit. Stille. 

Wie lange dauert es bei so einem handelsüblichen Jungen bis er beginnt sowas selber zu merken? Oder findet er irgendwann einfach eine Frau die es ihm sagt; also außer Mutti… 

Baby-Klo

Gestern Abend sprach es aus dem D-Hörnchen:“Ich muss Klo!“ Ich schnappte mit in ordentlichem Tempo den jungen Herren, der bis dahin Windeln trug, und rannte über zwei Etagen zum Klo. Oben angekommen war es zwar zu spät, beim D-Hörnchen aber, war der Ehrgeiz geweckt. Da wir ja grad etwas schwierige sanitäre Verhältnisse haben, holte ich das Töpfchen und zeigte es dem D-Hörnchen. 

Vollkommen entzückt taufte er den Topf sein ‚Baby-Klo‘ und stieg noch gestern Abend etwa 3000 Male drauf. Mal mit – mal ohne Hose, mal richtig- mal verkehrt herum; immer ohne Erfolg. Beim Zähne putzen dann ging das Pipi in die Hose. Egal. Der Wille zählt. 

Heute morgen machte er mit ungebrochenem Willen weiter. Das Baby-Klo stand hoch im Kurs. Bis dann das Aa kam. Aa in Hose fand der Herr doof. Und so verlangte er dann doch wieder nach seiner Windel. Das Baby-Klo liebt er weiter, zum Glück geht das ja auch mit Windel!

Mein Kind ist komisch 

Alle meine Kinder sind Matschwürmer. Dreckspatzen, Schmuddelkinder. Auf jeden Spielplatz, Strand oder Baggerloch sind sie schnell und zuverlässig die ersten die am schnellsten am dreckigsten sind.  Und stets kann man am Dreckstand den Grad der Zufriedenheit ablesen. 

Genau so war es bisher. Und jetzt kommt das D-Hörnchen und ist ständig damit beschäftigt, 
sich abzuwischen. 

Hände entstanden

Gesicht abwischen 

Tisch putzen. 

Die ganze Zeit geht das so. Er kann gar nicht gut genug geputzt, entsandet und abgewaschen sein. Sehr seltsam. Woher hat er das? Von mir bestimmt nicht. Oder ist das etwa seine Art sich abzugrenzen?