Das letzte Loch

Wisst ihr was wirklich stressig ist? Wenn man um eins erfährt, dass der Dachdecker um drei kommt. Der Dachdecker, der an den Balkon am Schlafzimmer muss. Denn dann steht man mit unter so im Schlafzimmer und es fällt einem auf, dass man zwar die Betten der Kinder regelmäßig bezieht, das eigene aber ein wenig vernachlässigt. Dann fällt einem auf, dass man zwar in Bad und Küche auch dringlich in den Ecken saugt und wischt, das Schlafzimmer aber allenfalls im Vorbeigehen mal. Auch das Staubwischen, das im Wohnzimmer und den Kinderzimmern regelmäßig gemacht wird, hat mein Schlafzimmer länger nicht erlebt. Dafür beherbergte es noch die Arzeimittelreste der letzten dreizehn Infekte, hunderte Haargummies, einzelne Ohrringe und all das, was ich in den Hosentaschen unserer Hisen so finde. 

Denn das einzig geordnet und gepflegte in meinem Schlafzimmer ist das Dreckwäschesystem. Die wird dort emsig nach 60 und 30 Grad getrennt, nach blau, rot, schwarz und hell und natürlich nach Wolle. Kurz um, würde ich mich um alles in diesem gottverlassenem Loch so gut kümmern wie um die dreckige Wäsche, würden der Menne und ich nicht die einzig zweisame Zeit eines jeden Tages im dreckigsten, chaotischsten und hässlichsten Raum des Hauses verbringen. 

Ich bin mir sicher, dass fast jeder Haushalt diese Ecken hat, diese schlimmen Zimmer. Wieso aber verwandle ich mein eigenes Zimmer in diese No-Go-Area? Ich sollte es mir wert sein ein schönes Zimmer zu haben! Und deshalb werde ich in Zukunft versuchen endlich auch beim putzen mal an mich selbst zu denken. Den Kindern ist es genau genommen schei** egal ob es bei ihnen sauber ist. Also, einmal weniger bei denen und vier mal mehr bei mir. Klingt nach nem Plan! 

Plötzlich Sommer 

Der eine oder andere von euch hat es vielleicht schon ganz ohne mein Zutun bemerkt: Plötzlich ist es Sommer. Die Temperaturen im Außenbereich sind erstaunlich angestiegen und ich bin nach und nach von Pulli auf T-Shirt von Jeans auf Shorts umgestiegen. Sommer halt, soweit so gut. 

Wie in jedem Sommer, klagen alle Menschen über die Temperatur im Schlafzimmer. Das eine hat 30 Grad, das nächste 34 und mein eigenes nur 26. Der Erste berichtet eine Klimaanlage im Haus zu haben, der Zweite nun gar nicht mehr schlafen zu können. Ich selber habe vor Jahren beschlossen es zu nehmen wie es kommt und mich somit wenig mit meiner eigenen Situation beschäftigt. Schlafen war so lala, aber egal. Gestern Abend folgte dann die Erleuchtung! 

Mich überhaupt gar nicht mit dem Thema Schlaf zu beschäftigen, macht offenbar auch keinen Sinn. Denn im Zuge meines Übermutes habe ich vergessen mein Bett umzuziehen. So ergab es sich, dass ich einige Nächte bei 26 Grad unter einem Daunenbett mit Bieberbezug geschlafen hatte, obendrein noch ein Wollüberzug auf der Matratze hatte. Schön muckelig warm! Aber für diese Temperaturen doch etwas übertrieben.