Der Staatsfeind Nummer 1

Rettet die Bienen, schreien sie alle, ohne die Inseken sind wir alle tot! Und ich habe alles gegeben, habe Blumen gepflanzt, welche die Bienen mögen, welche, die für Hummeln gut sind und welche, die die Schmetterlinge beglücken. Haben ein Insektenhotel und schleppen jede einzelne Biene, Hornisse und Hummel wieder raus, die sich an unseren Scheiben verfangen hat. Ich rettete die Bienen, ich gab alles. Habe mich akribisch eingelesen, jeden Rat hinterfragt. Habe verendende Bienenköniginnen mit Zuckerwasser hochgepäppelt und theatralisch vor Glück und Rührung geweint, wenn sie alsbald wieder flogen. Ich habe gegen Glyphosat gestimmt, protestiert und versucht aufzuklären, den kleinen Tierchen eine Lobby zu bieten. All das habe ich gern getan. Für die Bienen, für die Welt.

Und dann das. Ich laufe heute über meine Wiese, mit bedacht selten gemäht und der Klee blüht prächtig. Laufe da so lang, barfuß und genieße die Verbundenheit zu Mutter Natur und all das und da sticht mir so eine abgetakelte Scheiss-Biene in meinen Fuß. Hinterfurzig von unten, behauptet noch sie sei erster gewesen und krepiert dann jämmerlich. Und ich stehe da, Schmerzen und den Stachel noch im Fuß. Ein Stück Arsch von der undankbaren Verräterin hängt noch dran, von der Biene der blöden Kuh. Undankbar hat sie meine scheinbare Schwäche, meine Nacktheit ausgenutzt und mich da erwischt, wo ich am verletzbarsten bin; na ja fast.

So nicht! Habe ich noch gerufen, bevor ich jämmerlich wimmernd auf einem Stuhl zusammenbrach, sehr litt und mir eine selbstverständlich selbst gezogene Zwiebel auf das Weh drückte. Die Zwiebel nämlich die half mir, für die Lohnt es sich zu kämpfen. Mit Bienen bin ich fürs erste fertig. Mit Blumen auch.

Aua-vielleicht 

C-Hörnchen ist unsere ungeschlagene Drama-Queen. Einige dutzend Male am Tag weint sie bitterlich auf und hat irgend etwas ganz ganz schlimmes. Schlimmes aua in aller Regel, gern auch mal schlimmes Missverstanden. C-Hörnchen ist ein Kind der großen Worte und der lauten Töne, und so versteht sie es auch perfekt, ihre kleinen und großen Probleme klanghaft in Szene zu setzen. 

Heute fiel sie fast die Treppe herunter. Ihr ist nichts passiert, alles gut gegangen. Keine noch so kleine Schramme, kein Kratzer. Trotzdem kreischte das Hörnchen entsetzlich auf und konnte sich kaum wieder beruhigen. Als sie wieder sprechen konnte schluchzte sie:“Ich habe Aua-vielleicht!“  Etwas später konnte sie es dann konkretisieren; sie habe sich fürchterlich erschrocken. Ich finde genau genommen die Bezeichnung „Aua-vielleicht“ ganz großartig. Aua-vielleicht, das bedeutet so viel wie: „Ich weine weil es hätte passieren können, dass ich mir wirklich doll weh tue!“  Aua-vielleicht eben. Ganz genau das, und nichts anderes!

Solidarität unter Frauen

Heute sah ich eine Hundedame, die von ihrem Frauchen durch die wunderbare Januar-Sonne geführt wurde. Das Frauchen schaute besorgt-verständnisvoll. Die beiden waren enorm langsam. Die Hündin hatte ein riesiges Gesäuge. Ihr Bauch war geschwollen, sie lief wie auf rohen Eiern. Ihr Blick war erschöpft und müde. Trotzdem hatte sie etwas von Anmut und Schönheit. Sie tat was getan werden musste. 

Die Hündin hat vor wenigen Tagen entbunden und ich litt und fühlte in jeder Sekunde mit ihr. Sofort begann mein Unterleib zu zerren und auch oben rum war alles noch ganz präsent. Eine unglaublich anstrengende, entbehrungsreiche und schmerzhafte Zeit, die trotz allem so einzigartig und wunderbar ist. Erstaunlich wunderbar, denn in einem körperlich so desolatem Zustand so glücklich zu sein, grenzt an ein Wunder. 

Ein guter, treffender Artikel zum Thema noch anbei!

Geizkragen

Ich habe Rücken. Ziemlich enorm doll sogar.  Als der Menne vorhin eh zur Apotheke musste, bat ich ihn mir diese Thermo Care Dinger mitzubringen. Die helfen, und ich konnte inzwischen nur noch gehen als ob ich mir mächtig in die Hose gemacht hätte. 

Mein mich liebender Gatte blieb in der Tür stehen, schüttelte den Kopf und sprach:“Du weißt, dass die voll teuer sind?!“ 

Danke! Das ist wahre Zuneigung. 

Apple bites back

Heute ist mir nach getaner Arbeit mein Apfel auf den Fuß gefallen. Genauer gesagt rutschte mit der Apfel aus der Hand und damit ihm nichts zustößt, habe ich geistesungegenwärtig versucht den Apfel  mit dem Fuß zu fangen. 

Dumme Idee. Was in Falle eines handelsüblichen Obststückes schon etwas schmerzlich, jedoch wenig tragisch gewesen wäre, erwieß sich im Falle meines MacBooks als äußerst schmerzhaft und nicht ganz ohne. Das Ding knallte mit hochkant auf den Fussrücken. Meinen Fuß schmückt nun ein langer blauer Streifen, er liegt hoch und trocken und macht mächtig au. 

Dem Apfel geht es bestens. Keine Ausfallerscheinungen, kein Klötern. Äpfel sind robust. Robuster als man denkt und in jedem Fall robuster als Füße. 

Falsche Stärke

Nachdem ich die letzen Tage gearbeitet habe wie versessen, weiß ich heute warum. Ich musste vorarbeiten, mir einen Vorsprung einräumen. 

Als ich eben an den Frühstückstisch kam, saß da ein krummes, weinendes B-Hörnchen. Auf meine ersten 37 Fragen, was denn bloß los wäre, antwortete sie nicht. Erst nach langem gefrage und kuscheln stammelte sie: Doll Bauchweh! 

Arme Maus. Bei ihr ist es jedes Mal besonders schwer rauszubekommen, was denn los ist. Sie würde niemals übertreiben und versucht selbst im Fieber noch Stärke zu zeigen. Sowas blödes; muss sie ganz bestimmt nicht. Nun heißt es: Gesund-kuscheln. Ins besondere bei Bauchweh oft die beste Medizin. 

Erhebt nicht eure Hände

A-Hörnchen hat eine Tasse von ‚Galileo‘. Diese Tasse liebt er sehr. Sie darf nicht in den Geschirrspüler, da das tolle Design dann beschädigt  werden kann. Gesten Abend war ich sehr müde und faul und ich stellte die Tasse in den Spüler und dachte mir: Es wird schon gut gehen. 

Heut morgen räumte der Menne den Geschirrspüler aus und fragte verwundert, was denn die Tasse darin mache. Ich stellte meine Beweggründe dar und er sagte:“Ja, und beim nächsten Mal machst du es dann, weil ja nichts passiert ist. Und beim Mal darauf dann wieder und eines Tages ist sie dann kaputt!“

So ist es! Genau so! Und genauso ist es auch wenn man seine Kinder schlägt! Einmal hat man vielleicht sogar einen guten Grund, wenn es den dran gibt. Es passiert und man entschuldigt sich und man weint und nach ein paar Tagen stellt man vielleicht fest, dass nichts passiert ist. Vielleicht. Das Schlimme aber ist, dass man im Kopf, irgendwo tief im Kopf die Erfahrung gemacht hat, dass ja nichts passiert. Und dann macht man es vielleicht wieder. Und vielleicht wird es doller oder anders. Und man enthemmt. Und man macht die Erfahrung, dass ja nichts passiert. 

Aber es passiert was! Auch wenn man es nicht merkt, auch wenn es nirgendwo zu sehen ist. Auch wenn sich keiner beschwert. Einfach lassen. Einfach nicht machen. Es gibt keinen guten Grund. Und auch wenn der Krieslauf nicht zu Stande kommen muss, und auch wenn vielleicht nichts passiert, ist es einfach der falsche Weg. 

Wespen

Wespen nerven, jawohl. An sich konnte ich mit den Viechern immer gut leben; bis meine Kinder im vergangenen November, an diesem letzten warmen Tag, von einem Schwarm Wespen angegriffen wurden. Wie im Horrorfilm bildete sich in Sekunden eine Traube Wespen um die zwei Großen und griff sie an. A-Hörnchen hatte mindestens 15 Stiche, B-Hörnchen zum Glück nur zwei oder drei. 

Seit diesem Tag sind wir komisch mit Wespen. Ganz komisch. Hausmittel funktionieren ja irgendwie nur so lala, da kam mir heute beim Einkaufen eine Flasche mit „Wespen Ex“ ganz gelegen. Ich las die Anwendungshinweise und staunte nicht schlecht. „Einzelnes Tier 5 Sekunden lang ansprühen, danach den Raum für 20 Min. verlassen !“ 

Plötzlich fand ich ‚drinnen Essen‘ und ‚Ruhe bewahren‘ wieder ganz gute Mittel und machte einen großen Bogen um dieses Wespen-Killer-Zeug.