Die Leiden der jungen Mama

Heute war Kopfschmerzen. Nachmittags musste noch der Großeinkauf erledigt werden und so schleppte ich mich in den Bioladen meines Vertrauens. Ich lud meinen Einkauf in den Wagen und ignorierte die diversen antiautoritär erzogenen Kinder (zugegeben, böses Paradoxon). Am Ende packte ich einen Schokoriegel in den Wagen, schließlich muss ich mich belohnen.

An der Kasse piepte es 96 mal bevor die nette Kassiererin als letztes das kleine Stück Glück nahm. Glucksend und kichernd sagte sie:“Na, gönnst du dir mal was?“, und zog verschwörerisch guckend den Riegel über den Piepser. Ich gluckste kichernd zurück:“Hihi jaa, hihi und den esse ich gleich heimlich im Auto..!“ und dachte dabei halblaut sowas wie „man, halt die Fresse, viel lieber würd ich mir’n Bier aufmachen oder was rauchen und jetzt laber mich nicht wegen dem verkackten Schokoriegel voll“. Nach dem Bezahlen schleppte ich meinen Einkauf zum Auto, lud ihn in den Kofferraum und ließ mich murrend auf den Fahrersitz fallen. Im Abgang aus dem Geschäft trällerte sie mir noch ein „lllaaaaaas es dir schneeeeckeeeeennnn!“ hinterher, es hallte noch in meinem schmerzzerfressenem Kopf.

Mein Riegel sag gut aus. Knusprig und weiß und süß. Mein Hirn machte einen kurzen Freudensprung, aua. Dann biss ich rein. Meine Zähne glitten durch Butter bei 10 Grad. Binnen einer Sekunde waren meine Zähne belegt, kein Schmelzen, kein Genuss. Der Geschmack war eine Mischung aus purer Kakaobutter und einem Hauch Kaffeefilter. Kein Süß. Obwohl objektiv nichts dafür sprach, biss ich wieder rein. Gleiches Resultat. Abartig. Wie ein Schokoladen-Zombie aß ich den Rest des Dinges, schwer enttäuscht und in der steten Hoffnung es würde besser werden. „lllaaaaaas es dir schneeeeckeeeeennnn!“, hallte es in meinem Kopf. Probiert die denn ihre eigenen Produkte nicht? Zu den Kopfschmerzen habe ich jetzt zumindest auch noch Magenschmerzen; und schlechte Laune. Elende Ökos.

*Dieser Aktikel ist sarkastisch gemeint und soll keine Bevölkerungsgruppen oder Lebensmittel diskriminieren.

Ich, ganz alleine

Der Tag war nicht mein Freund gewesen bisher. Schlimme Bauchweh beim C-Hörnchen, ein eher nerviges A-Hörnchen, das D-Hörnchekn hing mir am Rockzipfel und der Menne war arbeiten. Ich war stattlich genervt und ging gegen 12.00 in die Küche um das Mittagessen zu kochen. Zu meiner großen Freude kam keines der Hörnchen hinterher, so dass ich ein paar ruhige Minuten genoss. Beim Zusammensuchen der Zutaten stieß ich  in einer Schublade auf einen Schokoriegel – ein Geschenk des Himmels!!Ich packte den Riegel aus, schaute einmal nach Links und Rechts, und biss herein.

Schritte auf der Treppe, das D-Hörnchen hatte sich offenbar auf seinen Instinkt verlassen und rückte zur Kontrolle an. Noch im Treppenhaus krähte sein Stimmchen: „Was machst du daaaaa?“ Ich schluckte den halb gekauten bissen, innerlich jammernd, runter und antwortete so unauffällig wie möglich: „Ich koche das Mittagessen.“ Er hatte schon längst Lunte gerochen und fragte weiter: „Isst du das schon?“ „Natürlich nicht!“ entgegnete ich ihm, als er die Küche betrat. Den Schokoriegel hatte ich schnell in meine Bauchtasche rutschen lassen. Ein Jammer!! D- Hörnchen hatte sich vorsichtshalber etwas zu spielen mitgebracht. Er reiste mit einem Lego- Hubschrauber und dachte nicht im Traum daran, die Küche wieder zu verlassen. Wir sprachen 3-4 Sätze und ich verging fast vor Gier. Da in allen anderen Zimmern des Hauses ebenfalls Kinder lauerten, gab ich vor zum Klo zu müssen; ALLEIN! Denn zum Glück akzeptiert man es inzwischen, dass ich diesen einen Gang allein erledige.

Ich schritt ins Bad, machte das Radio an und kam mir kurz ungemein rebellisch vor. Dann aber übernahm die Erniedrigung und ich kauerte mich auf die kleine Stufe in der Dusche. Ganz für mich packte ich das Leckerchen aus, aß es Bissen für Bissen; in der Dusche. Wie tief kann man eigentlich sinken, dachte ich noch, während D-Hörnchen ununterbrochen gegen die Tür hämmerte und immer wieder fragte: „Waaaann bist du feeeertig?“ Nachdem ich zu ende gegessen hatte, drückte ich, für die perfekte Tarnung,  noch schnell die Klospülung und öffnete die Tür. D-Hörnchen sah mich kurz an und sagte dann: „Ich geh nach oben!“ So blieb ich, erniedrigt bis auf´s Mark, zurück und hatte wenigstens kurz Zeit diesen Beitrag zu schreiben. Mein Leben ist so toll…

 

Es ist doch zum kotzen!

Seien wir mal ehrlich, Pralinen an sich sind schon ziemlich bescheuert. Ich meine, hübsch sehen sie aus. Viel mehr aber auch meistens nicht. Und um ganz böse Überraschungen zu vermeiden (hiermit meine ich zum Beispiel Orangen bitter Praliné oder sowas) versuche ich vor dem fragwürdigen Genuss herauszufinden, was denn das Praliné beinhaltet. Hierbei komme ich immer wieder zu einer erstaunlichen Erkenntnis: Die Information was in welcher Praline vor zu finden ist, befindet sich, und zwar jedes Mal, auf der Rückseite der Pralinenschachtel. So bleibt dem klugen Nutzer also nichts anderes übrig, als ständige Meter seine Praliné es nach oben zu halten, sich den Hals zu verbiegen und zu versuchen zu lesen was drunter steht. Oder aber, man ist ganz besonders intelligent, und löst das ganze Problem, in dem man die blöden Pralinen einfach auf den Tisch kippt und dann die Packung Umdreht.
Ich für meinen Teil kann mich auch heute wieder einmal nicht entscheiden was denn jetzt die klügere Variante ist und entscheide mich dafür, einfach in Windeseile alles auf zu fressen. Denn ich glaube, wenn ich einfach alle nacheinander in den Mund stopfen, schmecken sie am ende eh alles Scheiße!
Guten Appetit, und nachher geh ich mich in Ruhe übergeben.

Meine Schokolade 

Manchmal treffen einen die Kinder mitten dorthin, wo es besonders weh tut. Ich glaube sie wollten mich nicht so treffen, jedoch sass der Schlag. Sie haben meine Schokolade gegessen. Einfach so! Wisst ihr, ich bin nicht so der Typ Frau, der gelegentlich mal ein Stündchen Schokolade isst. Ein Eckchen abbrechen und dann die Tafel wieder weg; drei Weingummie und fertig. Das ist alles nicht mein Style. Ich bin so der Typ: Eine Tafel, eben mal aufessen und dann ist auch schon wieder gut. Ich finde süß gut und Zucker ist eben ungesund, ja. Wusstet ihr, dass ich auch noch rauche?! 

Jedenfalls haben sie meine Schokolade gegessen. Grad sind sie alle in einem Zimmer und ich betrat es eben mit traurigstem Gesichtsausdruck. „Ich müsst euch entschuldigen, das ist das mindeste!!“ Sie wollten schon anfangen irre zu kichern und all sowas, da schaute ich noch trauriger und gab zu verstehen: „Bei meiner Schokolade hört der Spaß auf!“, ich sprach in einem Tonfall, der vermuten ließ mein Hamster wäre gestorben oder mein Handy ins Klo gefallen. A-Hörnchen war der erste der verstand: „Entschuldige Mama! Das war doof.“ B- und C-Hörnchen folgten dem guten Beispiel und entschuldigten sich ebenfalls. Dann stand da noch das D-Hörnchen. Er kicherte und fand das alles zum schießen. Ich guckte immer noch genau so tief getroffen wie ich war. Da bückt sich das A-Hörnchen zum kleinen Bruder und sagt: „Du musst dich entschuldigen! Dieses Mal haben wir was wirklich schlimmes gemacht!“ 

Diese Einsicht! Und wie gut sie doch ihre Mama kennen. Handy und Essen, damit kann man mich kriegen. Alles andere ist halt eben Schwund. Gleich fahren wir zur Tanke und kaufen Nachschub. Der Sonntag ist noch jung… 

Der siebte Sinn

In meiner Tasche war ein Twix. Ich wusste es ganz sicher und wartete auf den richtigen Moment ihn ganz und gar allein aufzuessen. Nur das C-Hörnchen war da, fast optimal. Die Tasche hing im Flur am Haken, das Hörnchen war vor der Tür und spielte in Auto. Ich ging zu meiner Tasche. Das Hörnchen steuerte fleißig das Auto, drückte Knöpfe und machte brrrrrruuuuummmmm. Sie war beschäftigt und bemerkte mich nicht. Ich öffnete meine Tasche und schob die Hand hinein. Ich berührte den Riegel und das Wasser lief mir im Mund zusammen. Als meine Hand zugreift höre ich die Stimme des C-Hörnchens:“Was holst du da Mama?“ 

Ich erstarrte und zog erschrocken mein Portemonnaie aus der Tasche. „Nur mein Geld Hörnchen. Alles gut?“ Das Kind bejahte und steuerte weiter. Ich zog blitzschnell die Schokolade aus der Tasche und verbarg sie hinter meinem Rücken. Ich Schlich in die Küche, das Hörnchen im Blick und öffnete das Papier. Voller Genuss biss ich in die Schokolade. 

„Ich bin fertig mit Spielen!“, hörte ich das Hörnchen, das schon fast hinter mir stand. Panisch versteckte ich mein Geheimnis im Schrank. Den verräterischen Bissen schluckte ich ohne zu kauen. Aus der Traum. Nachher aber, irgendwann werde ich allein sein. Und dann esse ich meinen wunderbaren Schokoriegel. Ganz allein!!
Oder morgen. 

Oder Montag. 
Wenn ihn bis dahin keiner gefunden hat. 

Low Carb

Im Urlaub haben sich meine Damen je ein Glas „Möweneier“ ausgesucht. Aus Marzipan, mit Schokolade. Heute am Esstisch, als C-Hörnchen in eins rein biß, kam es dann zu folgendem Gespräch:

Mama:“Was ist da eigentlich drin?“

C-Hörnchen:“Vogelei!“

Mama:“Ja, aber welcher Geschmack?“

C-Hörnchen (leicht entnervt):“Vogelei-Geschmack!!“

Mama:“Ja, aber das ist ja kein echtes Ei, das ist ja ein Bonbon, das aussieht wie ein Ei.“

Schweigen bei den Damen. Verwirrt drehen sie das Bonbonglas in alle Richtungen, bis C-Hörnchen eine Möwe auf dem Etikett findet. „Das sind echte Eier von dem Vogel hier! Und da kommt auch die Schokolade raus!“

So muss es sein! Schokolade ist in Wirklichkeit ein Produkt, das sich in den unbefruchteten Eiern von Möwen bildet. Es ist somit, wie auch Hühnereier, eiweißreich und nicht voller Kohlenhydrate. C-Hörnchen goes Low Carb.