Mich kriegst du nicht 

Vor einigen Tagen waren der Menne und ich auf einem Depeche Mode Konzert in Hannover im Stadion. Ein großartiges Konzert, ohne jeden Zweifel. Ich bekam alles was ich wollte, 40.000 Menschen feierten. Es war super. Im Rausgehen dann eine ernüchternde Erkenntnis. Wir schoben uns, gemeinsam mit tausenden anderen, eine enge Passage zwischen Gastronomie und den oberen Rängen entlang. Vor uns Menschen, hinter uns auch. Und dann kroch es ganz langsam meinen Nacken hinauf; das fade Gefühl. Zum ersten Mal hatte ich in einer solchen Situation das beklemmende Gefühl, nicht weggehen zu können und mir wurde klar, wenn es jetzt irgendwo knallt, irgendwas passiert, dann trampeln die mich tot. 

Mich macht diese Erkenntnis wütend und traurig zugleich. Bisher war ich ein großer Freund aller Massenveranstaltungen. Ich hatte nie ein Problem mit Menschen, mit Mengen und Massen. Im Gegenteil, ich habe es genossen in der Woge der Menge zu feiern und die Musik zu zelebrieren. Um so wütender macht es mich, dass der scheiss Terror mich nun doch erreicht hat. Wieder allem wissen und obwohl ich es ihm nicht lassen will ist dieses ungute Gefühl in mir geboren und ich befürchte es will bleiben. Terror, du bist ein Arschloch! Ich werde weiter feiern, tanzen und genießen. Mich bekommst du nicht! 

Trump

Selbst meinem A-Hörnchen ist die Analogie aufgefallen; Trupm – dump; Sticht irgendwie ins Auge. Leider wird heute worüber man nun eine Weile entsetzt sprach zur traurigen Gewissheit. Donald Trump wird Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. In echt, mit allem was dazu gehört. Gestern las ich: „Wenn das Leben ein Computerspiel wäre, würde ich jetzt zwischenspeichern.“

Irgendwie hält man plötzlich alles für möglich. Meine favorisierte Lösung wäre ein Putsch in letzter Sekunde. Alles andere macht mir einfach große Angst, und das obwohl ich die entgültige Tragweite noch lange nicht abschätzen kann. Oder gerade deswegen, und kann es überhaupt wer? Denn das was Trump bisher so getan hat, wirkte dann doch wieder wie ein Computerspiel. Handeln frei nach dem Motto: Mal gucken was passiert, vielleicht ist es ja lustig. 

Früher habe ich mit einer Freundin gern „Die Sims“ gespielt. Einmal haben wir eine Frau in einen Raum ohne Tür gemauert. Die ist, zur großen Überraschung aller, gestorben. Das Spiel hatte keinen „Not-aus“ programmiert. Das was die Welt ab nachher erwartet erscheint mir so ähnlich. Ohne Sinn, Verstand und Menschenwürde, einfach drauf los. Schlimm und brandgefährlich! 

Easter Egg an Halloween 

Ich mag kein Halloween; jetzt da es vorbei ist, kann ich das ja sagen, ohne das mir was schlimmes zustößt. Ich bin schreckhaft und in Sachen Grusel leicht zu beeindrucken. Ich mag keine verkleideten Menschen, das gruselt mich auch. Am aller wenigsten mag ich jedoch bettelnde Kinder. Vor zwei Wochen sind die Blagen beim alljährlichen Festumzug mit Kiloweise Bonbons beworfen worden, an Halloween rennen sie schlecht geschminkt von Tür zu Tür und schreien „Süßes oder Saures“ und in fünf Wochen rennen sie mit Nikolausmützen auf ihrem dummen Schädeln umher und leiern unmotiviert Gedichte herunter. Und wer bitte frisstbdad ganze Zeug??? 

Zu allem Übel lagen wir gestern spät abends auf der Couch, endlich Ruhe, da beginnt das Handy meines Mannes undefinierbare Laute von sich zu geben. Geisterhaft, gruselige Stimmen. Ich verkrampfte mich sofort und hatte WIRKLICH Angst. Der Gatte hingegen quiekte laut und erfreut auf und krähte:“Ein Easter egg!!“ Tolle Sache, und das an Hallowenn. 

Nächstes Jahr ummantle ich Rosenkohl mit Schokolade und schenke es den bettelnden Blagen! Vielleicht lassen Sie mich dann im Jahr darauf in Ruhe! Und ganz genau genommen macht es mir vielleicht auch ein bisschen Spaß den einen oder anderen Kürbis auszuhöhlen. Aber ohne Betteln eben. 

Keine Macht für niemand 

Bombendrohung. Fast vor der Haustür. Was ist in dieser Welt nur los? 

Angst, ständig präsent. Verunsichert, chronisch an denken. Schreckhaft und unfähig zu erklären was gerade geschieht, beschließe ich klamm heimlich, und ohne es vor den Kindern zu auszusprechen: Es ist Krieg! 

Krieg, der. (Substantiv) eine mit militärischer Gewalt geführte Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren Staaten.

So ist es. Aufhetzen, Angreifen, Verbünden, Vergelten. Angst, Gefaht, Tod. All das wollte ich nie erleben, all das wollte ich meinen Kindern nie erklären müssen. 

Es ist Krieg 

Da fällt mir ein ••Keine Macht für niemand •• 
Danke Rio