S P o i L E R

Gestern Abend sah ich die vorerst letzte Folge von „Shameless“. Ich jammerte einer Freundin mein Leid und auf die Frage, was danach käme, antwortete ich mit:

„9 Monate warten, dann kommt die nächste Staffel. Xx ist weg, Yy kommt wieder, Xy macht dies,…“

Die Empörung über meinen rücksichtslosen Spoiler war groß und ich musste lernen, dass die Menschen das durchaus ernst nehmen mit diesen Spoilern.

Ich selbst bin da stumpf. Da ich keinerlei Spannung ertragen kann, lese ich im Buch klassisch zuerst das letzte Kapitel. Bei Filmen mache ich mich vorab ausgiebig mit dem Plott und dessen Lösung vertraut und auch bei Serien ist das meine Herangehensweise. Ich bin dann nicht enttäuscht oder so, ich merke mit prägnante Elemente, sowas wie Xx stirbt, und wenn das dann wirklich passiert, bin ich trotzdem überrascht und grade so gespannt, wie ich es aushalten kann.

Besonders neckisch ist diese Angewohnheit, wenn ich zu viele Dinge durcheinander lese und gucke, eine ganze Staffel lang erwarte, das Xy stirbt, mir jedes erdenkliche Szenario dazu ausmale, und es dann gar nicht passiert. Dass ist dann sozusagen Spannung rückwärts, und das ist eigentlich noch viel besser als einfach nur eine Serie ohne Spoiler zu gucken.

Gab es den Begriff „Spoiler“ eigentlich vor 2017 schon?

Shameless 

Eine Serie hat mich in ihren Bann gezogen, und das obwohl ich diesen Serien-Hype überhaupt nicht schätze. Shameless heisst sie und sie ist absolut.. Shameless! 

Sechs Kinder, verlassen von einer psychisch durchgeknallten Mutter, erzogen von der größten Schwester. Dar Vater, ein schwerer Alkoholiker, der die miesesten Dinger  dreht um an Geld zu kommen. Und jede Minute auf dem Bildschirm liegt irgendwo zwischen tief traurig, tot komisch und Betroffenheit. Immer wieder verschiebt sich das Nild von „Gut und Böse“ weil die vermeintlich guten so Böses tun und die Bösen die dann retten und am Ende war es so oft die Not der Antrieb des ganzen. 

Es zu Schauen hat etwas voyeuristisches, oft auch etwas beschämendes. Immer wider sagt mein Kopf: „Das ist ja alles nicht echt!“ Und dann spricht die Vernunft hinterher:“Oh doch! Tausendfach! So und noch schlimmer.“ All das Grauen, die Drogen, der Dreck, Straftaten, die Verletzungen und die Vernachlässigungen; all das ist fast alltäglich. Man sieht es nur nicht. Viel mehr will man es nicht sehen, denn mit offenen Augen im Leben begegnet einem die immer selbe Szenerie überall. Knappe Kassen, saufende Eltern, sich selbst überlassende Kinder. Mich Sicherheit auch in unserem Land, auch in deinem Stadtteil! Man muss es nur sehen wollen. 

Nächstes Jahr

Schon vor vielen Jahren bin ich den Büchern von Diana Gabaldon verfallen. Die Highland-Saga. Mittelalter, Zeitreise, Liebe, Hass… Es war so schön. Dann vor einigen Monaten ein Freudenschrei: Die Bücher wurden verfilmt. Eine Serie, jede Woche zwei Folgen. 

Und es war himmlisch. Ich liebte jede einzelne Minute, jeden Vorspann und jeden Moment. Und heute dann die Ernüchterung. 

12 Folgen sind sehr schnell vorbei; vor allem wenn immer zwei nach einander gezeigt werden. Und dann, kurz vor Ende der 12. Folge der Hammer: Fortsetzung folgt. 2016. Kotz. Wie soll ich denn jetzt all die heiße Liebe und die Hingabe so lange auf Eis legen?