Das Wunder des Körpers 

In der Straßenbahn erzählt mir das A-Hörnchen, dass der Sexualkunde-Unterricht jetzt in zwei Gruppen stattfände. Ich zeige mich interessiert und erkundige mich, was man denn so als Junge in Sexualkunde lernt. Ganz sicher war ich mir, dass die Antwort allenfalls ein: „Mama! Peinlich!“ sein würde, so wie bisher wenn dieses Thema aufkam. Etwas verwundert war ich hingegen, dass er es überhaupt angesprochen hatte. Und dann legte er los. 

Schwellkörper und deren Funktion, weshalb es wichtig sei, dass Penisse steif würden und wo genau die dann hingehörten. Ohne Scham und Gekicher erklärte er mir den gesamten Akt in akkuraten Fachbegriffen. Kein roter Kopf, kein Stammeln. Selbst Erektionen und Ejakulat konnten ihn nicht aus der Fassung bringen und so erklärte er mir weiter wie dann Eier zu Samen finden und Frauen zu Mamas werden. Selbst eine Abhandlung über Gifte in der Schwangerschaft inklusive Contagan bekam ich. 

Ich staunte nicht schlecht und fragte, ob das ganze gar nicht mehr peinlich und doof wäre. Da holte das A-Hörnchen tief Luft uns sagte im Brustton der Überzeugung: „Mama weißt du, ich finde den Körper und wie das alles funktioniert und so, so interessant! Da ist gar nichts peinlich, das ist ja alles so gedacht!“ Ich war baff! Ich meine, genau so sehe ich das auch. Körper und all ihre Funktionen sind toll und können gar nicht ausgiebig genug bestaunt und benutzt werden. Aus dem Munde meines kleinen Jungen jedoch war das neu und ungewohnt. Nun bin ich stolz; mein Sohn!!!

Von Samen und Eizelle

In der Klasse des A-Hörnchen steht Sexualkunde auf dem Stundenplan. Am Abend war das Thema auch am Tisch up tot Date, das arme A-Hörnchen starb fast vor Scham. Ganz anders das C-Hörnchen, die wollte es zum ersten Mal etwas genauer wissen. Und so erzählte ich auch ihr von Samenzellen in den Hoden und von Eizellen im Bauch der Frau. Um den abstrakten Vorgang zu verdeutlichen, verglich ich den Vorgang der Befruchtung mit dem Pflanzen einer Blume. Samen + Erde=Blume. C-Hörnchen fand das logisch. 

Irgendwann stellte sie die berechtigte Frage, was man denn machen solle, wenn man gar kein Baby wollte. So begann ich wieder zu erklären, nämlich dass die Männer und Frauen ja selber entscheiden könnte, ob sie denn ein Baby machen wollten. Der Samen muss ja nicht zur Einzelle. Um den Vergleich mit den Blumen aufzugreifen sagte ich dann noch: „Wenn keine Blume einpflanzen will, kann man die Blumensamen ja auch einfach ins Regal legen und dann kommt keine Blume!“

C-Hörnchen fand auch das einleuchtend, sah ihren Papa an und fragte: „Hast du deinen Samen auch ins Regal gelegt?“