Um die Wette

In der Regel haben die Hörnchen morgens genug Zeit um sich anzuziehen und zu waschen.  Heute hatte ich mich ein wenig verzettelt und so fehlen mir fünf Minuten bei den zwei Kleinen. Um die einfach wieder reinzuholen wendete ich einen klugen Trick an: Ich stachelte die Hörnchen an, sich um die Wette anzuziehen. 

Zunächst ging mein Plan gut auf; er funktionierte gradezu fulminant. In weniger als drei Minuten waren C- und D-Hörnchen angezogen. Und hier begann der Plan dann zu scheitern. C-Hörnchen kam etwa um 6.59 Uhr stolz und fertig auf den Flur. Dem D-Hörnchen fehle noch etwa ein halber Pullover-Ärmel zum Sieg. Im Moment seiner scheinbaren Niederlage brach er in Tränen aus. Den Kopf im Pulli, ein Arm im Ärmel und den anderen halb, brach er auf meinem Schoß zusammen, schluchzend und bebend vor Wut und Enttäuschung. Es dauerte lange ihn zu beruhigen. 

Die schlussendlich 10 Minuten Verzögerung holten wir beim Essen auf. Zack Zack, alles schnell rein und bloß kein Wettessen. 

Der Radkurier

Ich fahre auf einem Deich. Langsam und wenig motiviert. Plötzlich brettert mit hoher Geschwindigkeit ein Radkurier an mir vorbei. „Den krieg‘ ich!“ schießt es mir durch den Kopf und ich gebe Gas. Nach einigen hundert Metern habe ich ihn fast eingeholt, da hört er auf zu treten. „Na toll!“ denke ich noch, da holt der Kurier sein Handy bei immer noch rasanter Fahrt raus und beginnt die Landschaft zu filmen. Ich säufze innerlich auf und ziehe mit ihm gleich. 

Voller Euphorie juble ich ihm entgegen:“Radkurier überholt!!!“ Dieser lacht sehr, hält mir das Handy entgegen und spricht:“Ich hab ein Handycap!“ dann gibt er Gas. Einige hundert Meter fahren wir zusammen; locker, ich durchaus angestrengt. Dann biege ich ab. Wir wünschen uns einen guten Weg und das war’s.